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Demeter International warnt vor Aufweichung der EU-Bio Verordnung

06.07.2006

Wie lange ist Bio noch wirklich Bio? "Die neue EU-Bioverordnung erleichtert Konsumentenirreführung", mahnt Eugenie Ekhart von Demeter. Denn die geltende EU Bio-Richtlinie soll in einem aktuellen EU-Revisionsverfahren verwässert werden. Davor warnte Demeter International, der international agierende Bio-Verband, anlässlich seiner Vollversammlung in Barritskov (Dänemark).

Bio-Siegel privater Verbände erschwert
Bio-Standards, welche über den EU-Anforderungen liegen, (z.B. die besonders umfassenden Demeter Richtlinien) sollen gemäß EU-Reformvorschlag eingeschränkt werden. Das gefährdet die hohen Qualitätsstandards dieser Bio-Verbände und deren Engagement für Ökologie und Tierschutz.

Sinkende Standards für Bio aus Drittstaaten
Bio-Lebensmittel, welche aus nicht-EU-Staaten importiert wurden, mussten bisher nach den Standards der EU-Bio-Verordnung produziert werden. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass Drittstaaten Bio-Produkte nur mehr ?nach den Zielen und Grundsätzen" der EU-Bio-VO produziert werden sollen. Trotzdem sollen solche Produkte dann mit dem EU-Bio-Logo bzw. mit dem Hinweis ?EU Bio" gekennzeichnet werden dürfen, was nicht nur eine Wettbewerbsverzerrung, sondern auch eine Irreführung der KonsumentInnen bedeuten würde.

Auflockerung des Gentechnik-Verbots
Angesichts der uneinheitlichen Aussagen der EU Kommission bezüglich GVOs, hält Demeter International fest, dass der Einsatz genmanipulierter Organismen und deren Derivaten weiterhin lückenlos verboten bleiben muss.

Privat-Public-Partnership ist gefährdet
Die bisherige Form der Bio-Kontrolle als "Privat-Public-Partnership" muss erhalten bleiben. In einem Zusammenspiel öffentlicher Einrichtungen und privater Bio-Kontrollstellen war für eine lückenlose Qualitätssicherung gesorgt. Gemäß EU-Vorschlag sollen jedoch in Zukunft staatliche Stellen die Bio-Prüfung übernehmen, was eine Verbürokratisierung und Verwässerung des Kontroll-Verfahrens befürchten lässt.

Keine Kontrolle des Herstellungsverfahrens mehr
Die Kontrolle des gesamten Herstellungsprozesses vom Saatgut bis zum fertig verarbeiteten Produkt (Prozesskontrolle) soll durch eine bloße stichprobenartige Kontrolle des Endproduktes (durch Rückstandskontrollen) abgelöst werden. Das sieht eine neue EU Verordnung (VO 882/2004) zur Lebens- und Futtermittelherstellung vor, welche auch für den Bio-Bereich zur Anwendung kommen soll.
"Nur die Erhaltung der hohen Standards gewährleistet das Vertrauen der KonsumentInnen und damit die weitere Entwicklung der Bio-Produktion" erklärt Eugenie Ekhart abschließend.
Infos: www.demeter.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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