Direkt zum Inhalt

Denn wirklich Großes hat Bestand

15.03.2007

Bei aller Freude über die jüngsten Erfolge der heimischen Weinwirtschaft wird gerne vergessen, wie jung diese Entwicklung vor allem beim Rotwein ist. „Vor zehn Jahren gab es vielleicht eine Handvoll Winzer, die mit biologischem Säureabbau und Reifung in Barriques umgehen konnten“, warf Peter Moser einen Blick zurück ins legendäre Weinjahr 1997.

Die Brüder Pepi (l.) und Hans (r.) Tesch mit Weinhändler Hermann Döllerer (2. v. r.) und Peter Moser vom Falstaff (2. v. l.)

Nachdem sich Hans Tesch vom Weinbau verabschiedet hatte, um sein Glück in Übersee zu suchen (und zu finden), gab es einige Jahre keine Weine mit dem Namen Tesch, denn der jüngere Bruder Josef („Pepi“) war damals (und ist heute noch) als Kellermeister für die Winzergenossenschaft Neckenmarkt tätig. Erst als sich sein Sohn Josef Christian entschied, dass er auch im Weinbau arbeiten will, hat Pepi Tesch entschieden, wieder Weine mit eigenem Etikett abzufüllen.
Dabei stand ihm sein Freund und Nachbar Heribert Bayer tatkräftig zur Seite. Die beiden ersten Titan-Jahrgänge 1997 und 1999 tragen, wenn man so will, also zwei Signaturen.
Neben der reinsortigen „Blaufränkisch Selection“-Linie ist der Titan das Flagschiff des Hauses.
Hauptrebsorte ist auch hier Blaufränkisch, der jedoch von Cabernet Sauvignon ergänzt wird. Je nach Jahr kommt auch etwas Syrah dazu (nur 1999 war auch Zweigelt dabei). Zur Erinnerung: Bis 1988 waren diese (und viele andere) Rebsorten in Österreich für den Qualitätsweinbau verboten!
Wenn ein Jahr nicht allerbeste Qualitäten liefert (wie etwa 1998 oder auch 2005), wird kein Titan gefüllt. Diese absolute Qualitätsorientierung zeigte sich auch bei der „10-Jahre-Titan“-Verkostung in Hermann Döllerers Enoteca (Andreas Döllerer kochte ein wirklich grandieses Menü dazu) auf höchst erfreuliche Weise.
Egal ob 1997 oder 1999, egal ob Blaufränkisch Selection oder Titan, auch die reifsten Weine des Abends zeigten noch Potenzial für viele Jahre. Einziges Problem dabei: Selbst im Tesch-Keller gibt es fast nichts mehr …
Doch auch alle weiteren Jahrgänge präsentierten sich ohne Fehl und Tadel. Ein besonderes Highlight sei dennoch erwähnt. Der Jahrgang 2002 ist, nicht nur der Meinung des Autors nach, der vielleicht größte Wurf, der Tesch bisher gelungen ist. Und das Beste daran: Von diesem Jahrgang hat Hermann Döllerer noch ein paar Flaschen. Nicht vergessen: aufheben lohnt sich!
www.doellerer.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Tourismus
02.12.2020

Ohne die ausländischen Gäste ist eine Skisaison fast nicht vorstellbar. 

Branche
26.11.2020

Gäste schätzen zum Frühstück einen guten Filterkaffee. Kaffee-Experte Goran Huber vom Kaffee-Institut in Innsbruck erklärt im ÖGZ-Interview, worauf es bei der Qualität ankommt.

Hotellerie
26.11.2020

Gregor Hoch, Chef des 5-Sterne Hotels Sonnenburg in Oberlech und ehemaliger ÖHV-Präsident, spricht endlich im ORF aus, was viele Kolleginnen und Kollegen denken: Er rechnet nicht mehr mit einem ...

Skifahren in den Weihnachtsferien. Geht das?
Tourismus
26.11.2020

Derzeit wird heiß über die europaweite Schließung der Skigebiete diskutiert. Und auch in der Redaktion der ÖGZ. Ein Pro und ein Contra. 

Tourismus
26.11.2020

Die Österreich Werbung macht sich Gedanken über den Wintertourismus, arbeitet gemeinsam mit Destinationen und Experten neue Rahmenbedingungen aus und gibt konkrete Hilfestellungen für Gastgeber. ...

Werbung