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Der Bierturm von St. Johann

21.09.2016

In Tirol gibt es einige feine Privatbrauereien, die dummerweise selten über die Landesgrenze hinaus beliefern. Zum Beispiel Huber Bräu in St. Johann.

Der Turm der Huber Bräu: oben befindet sich das Gasthaus

Das Besondere an den Hubers ist nicht nur, dass sie in St. Johann seit 1883 in der vierten Generation brauen. Das Beste ist ihr Bierturm. Wenn ich mich recht erinnere, überragt er sogar den örtlichen Kirchturm. Ganz oben befindet sich in dem vermutlich aus den 60er-Jahren stammenden Bauwerk das Turmstüberl. Es ist mit einem Aufzug zu erreichen, damit man die 27 Meter nicht hochklettern muss. Und hier oben sitzt sozusagen der Stammtisch der Hubers und des ganzen Ortes – mit irrem Rundumblick tief ins Tal bis zum Wilden Kaiser oder Kitzbüheler Horn. 
Wenn das Wetter schön ist, kann man draußen auf dem umlaufenden Balkon Platz nehmen. Aber drinnen ist es fast gemütlicher – und es darf (noch) geraucht werden. Auf zwei Ebenen gibt es hier das feine Bier der Hubers vom Fass: Das St. Johanner Zwickl, „eine der größten Spezialitäten südlich des Wilden Kaisers“, wie es in aller Bescheidenheit auf der Karte heißt. Oder das Spezial, das Augustinus (nicht etwa nach einem Mönch benannt, sondern nach einem lebenslustigen Schützenmajor, Brauer und Wirten), ein Dunkel, ein Tiroler Hefeweizen in Hell oder Dunkel und einen Radler. Dazu gibt’s wunderbare Suppen (Leberknödelsuppe, Würstelsupp’n), verschiedenste feinste Wurstspezialitäten und andere Deftigkeiten. 
Gezapft, gekocht und serviert mit wirklich authentischer Tiroler Herzlichkeit. Dieser Turm ist nicht nur ein Wahrzeichen und Sammelpunkt der örtlichen Bevölkerung, er ist auch ein touristisches Highlight und eine Schlechtwetteralternative. Wir haben hier einen verregneten Sommernachmittag verbracht. Spitze! Es kann ruhig öfter regnen in St. Johann.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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