Direkt zum Inhalt

Der Corona-Effekt: 4 Zukunftsszenarien für Wirtschaft und Gesellschaft

29.04.2020

Wie leben und wirtschaften wir nach der Pandemie? Das Zukunftsinstitut beschreibt 4 mögliche Szenarien, wie die Corona-Krise die Welt verändern kann.

Szenario 1: Die totale Isolation

Am Anfang war der Shutdown – und der Shutdown ist zur Normalität geworden. Es ist normal, beim Betreten der U-Bahn den Chip im Handgelenk zu scannen oder sich vor dem ersten Date gegenseitig die Gesundheitsdaten zu schicken. Bei der Ausreise brauchen wir eine Genehmigung. Für Länder außerhalb der EU muss sogar ein langwieriges Visumverfahren durchlaufen werden. Handelsabkommen einzelner Staaten untereinander gewährleisten die Grundversorgung, aber auch nicht mehr. Wir leben gerne in der totalen Isolation.

Szenario 2: System-Crash

Das Virus hat die Welt ins Taumeln gebracht, und sie kommt nicht mehr heraus. Die Fokussierung auf nationale Interessen hat das Vertrauen in die globale Zusammenarbeit massiv erschüttert. Jede Nation ist sich selbst die Nächste. Die Sorge vor einer erneuten Pandemie macht jede noch so kleine lokale Verbreitung eines Virus zum Auslöser drastischer Maßnahmen, von Grenzschließungen bis zum Kampf um Klopapier und medizinische Geräte. An die internationale Zusammenarbeit glaubt kaum noch jemand. So wankt die Welt nervös in die Zukunft.

Szenario 3: Neo-Tribes

Nach der Corona-Krise hat sich die globalisierte Gesellschaft wieder stärker zurück zu lokalen Strukturen entwickelt. Es wird mehr Wert denn je auf regionale Erzeugnisse gelegt. Die Kartoffel vom Bauern nebenan ist die neue Avocado, an Poke Bowls im Szene-Lokal denkt niemand mehr. Die Rückbesinnung auf Familie und Haus und Hof hat Einzug gehalten. Kleine Gemeinschaften entstehen neu und verfestigen sich – immer in vorsichtiger Abgrenzung zu „den Anderen“. Nachhaltigkeit und Wir-Kultur sind wichtige Werte, die jedoch nur lokal gedacht werden, nicht global.

Szenario 4: Adaption

Die Welt lernt und geht gestärkt aus der Krise hervor. Wir passen uns besser den Gegebenheiten an und sind flexibler im Umgang mit Veränderung. Die Weltwirtschaft wächst zwar weiter, aber deutlich langsamer, mancherorts zeigt sich bereits Stagnation. Unternehmen in solchen Umfeldern brauchen neue Geschäftsmodelle und müssen unabhängiger vom Wachstum werden. Damit stellt sich automatisch die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens: Immer mehr Profit? Oder vielleicht doch bessere, sozial und ökologisch vorteilhaftere Problemlösungen für Kunden und andere Stakeholder? Eines ist klar: Das gemeinsame Überstehen der Krise verhilft zu einem neuen, achtsamen Umgang miteinander.

Werbung

Weiterführende Themen

Die Stadthotellerie ist bereit, die Gäste können kommen. Und sie tun es bereits. Im Juli ist die Ausleistung gestiegen.
Hotellerie
01.07.2021

Mit den Öffnungsschritten und den weniger strengen Einreisemöglichkeiten für Gäste aus vielen wichtigen Herkunftsländern, gehen die Buchungen für die Wiener Hotels wieder rauf. Die ...

v.l.n.r.: Berndt Querfeld, Doris Ploner, Petra Stolba, Ulrike Glatt.
Tourismus
24.06.2021

Eine neue Studie zeigt: Die Österreicher akzeptieren mehrheitlich vorgeschriebene Maßnahmen wie Masken, Händedesinfektion & Co. Aber: Sie besuchen die Gastronomie auch seltener. Und sie suchen ...

Die Gastronomie: Sicherer als jedes Wohnzimmer, wenn es um Infektionen geht.
Gastronomie
24.06.2021

Aerosolforscher: Sechs effektive Maßnahmen zur Reduktion des Infektionsrisikos in Innenräumen. Und warum Plexiglasscheiben eher schaden.

Tourismus
17.06.2021

Keine Branche wurde so hart von der Pandemie getroffen wie die Beherbergung und Gastronomie. Wie kann ein Comeback des Tourismus gelingen?

Martin Ho, Stefan Ratzenberger, Armin Oswald, Stefan Weiss.
Gastronomie
17.06.2021

Wir haben nachgefragt bei Martin Ho, Stefan Ratzenberger, Armin Oswald, Stefan Weiss.

Werbung