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Der Dauerregen zeigt leider Wirkung

14.07.2004

Die heimische Ferienhotellerie wird im heurigen „Sommer“ kein Wachstum schaffen. Nur die Thermen- und Stadthotels sind heuer im Plus.

Nach dem letztjährigen Jahrhundertsommer und der sehr erfolgreichen Wintersaison 2003/04 prognostizierten Wirtschaftsforscher und Österreich-Werbung ein „herzeigbares Plus“ für die aktuelle Sommersaison.

Daraus wird wohl leider nichts mehr. „Die schwarze Null
wird nicht zu schaffen sein.
Wir steuern auf eine veritable Krise zu“, sagte ÖHV-Chef Sepp Schellhorn vergangene Woche. Vor allem die Gäste
aus Deutschland und Österreich bleiben bei diesem Sauwetter lieber zu Hause. Ein Grund, wieso das schlechte Wetter sich so unmittelbar auf die Buchungslage durchschläg, liegt im bekannten Phänomen der immer kurzfristigeren Urlaubsplanung.
Diese bewirkt auch, dass heuer wieder mehr Österreich in den Süden fliegen und sich die Türkei über ein Plus von stolzen 70% freuen darf.
Viele heimische Betriebe der Ferienhotellerie haben zwar ihre „Hausaufgaben“ gemacht und bieten dem Gast auch ein attraktives Schlechtwetterprogramm. Dies hilft jedoch wenig, wenn die Gäste gar nicht erst kommen.

Vor allem der normalerweise sonnenverwöhnten Kärnten gibt es Einbrüche von 20% und mehr. Auch in Oberösterreich, Tirol und Salzburg-Land lief die Saison laut Schellhorn bisher eher schlecht. Gegen schlechtes Wetter kann man nichts machen. Gegen eine zu große Abhängigkeit von einem einzelnen Markt aber schon.
Schellhorn forderte deshalb eine Aufstockung der Werbemittel der ÖW: „Durch verstärktes Bearbeiten der Fernmärkte könnte die starke Abhängigkeit vom deutschen Markt verringert werden.“ Vergangenen Sommer entfielen 43,2 % der rund 61 Millionen Nächtigungen auf Gäste aus der Bundesrepublik,
Positiv entwickelt hat sich bisher nur der Thermen- und Städtetourismus. Während das gute Ergebnis der burgenländischen und steirischen Thermen wohl zum Teil dem schlechten Wetter zu zuschreiben ist – statt kaltem Badesee wird kurzfristig warmes Thermalwasser gebucht – ist das Wachstum im Städtetourismus vor allem auf die wachsende Zahl an Billigflügen zurück zu führen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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