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Der Fußabdruck beim Essen und Trinken

16.05.2019

So kann man im Außer-Haus-Bereich beim Essen ressourcenschonend agieren – Tipps von der Wissenschaft.

Den Ressourcenverbrauch misst die Wissenschaft mit dem sogenannten „Material Footprint“, auf Deutsch: dem materiellen Fußabdruck. Er kennzeichnet, wie sehr unser Verhalten die Umwelt schädigt. Ist er groß, ist auch der Schaden groß. Es gilt also, unsere Fußabdrücke auf diesem Planeten möglichst klein werden zu lassen. Dazu können auch Gastronomen und Caterer beitragen.

So kann man den Fußabdruck in der Außer-Haus-Verpflegung reduzieren:

1. Reduzierter Fleischgehalt
Die Reduzierung des Konsums von Fleisch und Milchprodukten (zum Beispiel Käse) zugunsten von Hülsenfrüchten, Getreide, Obst und Gemüse hat in der Regel den größten Einfluss auf eine Reduzierung des Ressourcenverbrauchs.

2. Saisonalität
Die Verwendung von Obst und Gemüse der Saison reduziert den Ressourcenverbrauch von Mahlzeiten, indem beispielsweise der Konsum von Gemüse aus beheizten Gewächshäusern reduziert wird.

3. Abfallvermeidung
Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen verbessert die Ressourcenschonung erheblich. Aktuelle Studien betonen, dass rund 17 Prozent der Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung weggeworfen werden. Dieser Wert sollte und kann kurzfristig reduziert werden.

4. Vermeidung von Autofahrten
Der Kauf oder die Lieferung von kleinen Lebensmittelmengen mit dem Auto oder Lieferwagen kann den Ressourcenverbrauch einer Mahlzeit vervielfachen.

5. Weniger Verpackung
Auch wenn der Ressourceneinsatz für Verpackungen in der Außer-Haus-Verpflegung oft deutlich geringer ist als für die verpackten Lebensmittel selbst, kann die Reduzierung der Verpackung zu Einsparungen bei Produktion und Entsorgung führen.

6. Optimierung von Lagerung, Kühlung und Zubereitung
Frisch und wenig verarbeitete Lebensmittel verringern den Ressourcenverbrauch für jeden weiteren Produktionsschritt zum Beispiel in Form von Aufwendungen für Transport und Energie. Die Reduzierung der Kühl- und Verarbeitungsschritte hilft ferner, die Frische von Gemüse zu erhalten.

8. Regionalität
Der Kauf von regionalen Produkten stärkt die regionale Wirtschaft. Der Transport von Lebensmitteln auf dem Luftweg ist besonders ressourcenintensiv, aber auch grenzüberschreitender und regionaler Straßenverkehr kann den Ressourcenverbrauch erhöhen.

9. Ökologischer Landbau
Obwohl der Material Footprint von Bio-Lebensmitteln oft nur wenig kleiner ist als der von konventionellen Lebensmitteln, kann der Einkauf von Produkten aus biologischem Anbau zusätzlich die biologische Vielfalt fördern und toxische Substanzen in der Umwelt reduzieren.

10. Fairtrade / Direct Trade
Der Konsum von fair gehandelten (und angebauten/produzierten) Lebensmitteln kann Menschen in Entwicklungsländern durch bessere Arbeitsbedingungen und Löhne unterstützen. Dies reduziert nicht den Ressourcenverbrauch in Lebensmitteln und beim Transport, trägt aber zu einem gerechteren Ressourceneinsatz auf globaler Ebene bei.

Mögliche konkrete Handlungsfelder:

  • Attraktiven Ersatz für Fleisch- und Milchprodukte entwickeln und auf die Karte setzen.
  • Küchenausstattung zur Erleichterung der Zubereitung von pflanzlichen Mahlzeiten einführen.
  • Teller, Ausgabegerät und Verpackungen für kleinere Portionen; Integration der Portionsgröße in die Preisgestaltung von Mahlzeiten.
  • Kommunikation der gesundheitlichen und weiteren Vorteile kleinerer Portionen durch Werbung, Beratung, Nudging (Belohnen), Informationen.
  • Verlagerung von Statussymbolen und Vorbildern von Fleisch auf attraktive pflanzliche Produkte.

 

So groß ist der materielle Fußabdruck (Ressourcenverbrauch bestimmter Gerichte und Getränke)

Leitungswasser 0,002
Mineralwasser 0,33
2 Scheiben Brot und Butter 1,04
Apfelsaft 1,24
Orangensaft 1,59
Gemüsestrudel mit Tomatensauce 1,7
Kartoffel-Steinpilc-Cremesuppe 2,09
Piccata vom Zander, bunte Karotten, Dill-Gnocchi 2,57
Rinderbraten, Apfelrotkraut, Kartoffelknödel 6,78

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Original erschienen am 16.05.2019: Gast.
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