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Der Koch als Stargast

08.04.2004

Zahlreiche heimische Köche arbeiten immer wieder auch außerhalb des eigenen Restaurants. Die Gründe für solche Gastspiele sind ebenso vielfältig wie die mitunter sehr exotischen Locations.

Karl und Rudi Obauer haben sich in den letzten Jahren durch fast alle asiatischen Metropolen (Hong-Kong, Manila, Kuala Lumpur etc.) gekocht.
Johann Parzer von Schloss Freisitz Roith in Gmunden ist vor kur-zem von einem Gastspiel auf der MS Hanseatic in der Antarktis zurückgekehrt, Lisl Wagner-Bacher hat im Rahmen des Davidoff Gourmet Festivals vor kurzem im Kitzbüheler Restaurant Neuwirt aufgekocht. Simon Taxacher zieht immer wieder mit der Tirol Werbung in europäische Metropolen.

Viele verschiedene Motive
Die Gründe für solche Gastspiele sind so unterschiedlich wie der jeweilige Rahmen. Auch wenn nicht immer offen über Gagen geredet wird, gibt es zweifellos Gastspiele, die auch finanziell lukrativ sind. In der Regel stehen aber nichtmonetäre Motive im Vordergrund. „Ich wollte mir schon immer einmal die Antarktis anschauen“, erzählt Johann Parzer von seiner letzten Reise. Zeit dafür blieb ihm genug, weil er während der dreiwöchigen Reise nur dreimal groß aufkochte. Ansonsten war er samt Begleitung (geladener) Gast auf dem Schiff. Parzer hat sich schon in der Vergangenheit als „Smutje“ bewährt und dabei die Karibik genauso bereist wie den Amazonas oder Nordeuropa.
Ähnlich wie Parzer sehen die Obauers ihre vergangenen Gastspiele primär als bezahlten Urlaub, bei dem man die Gelegenheit hat, neue Länder und Kochkulturen kennen zu lernen. „Wir haben das immer primär als Urlaub gesehen und das Restaurant natürlich geschlossen gehabt“, erklärt Rudi Obauer.
Auftritte wie der von Lisl Wagner-Bacher beim Davidoff Gourmet Festival in Kitzbühel haben hingegen primär andere Motive.

„Erstens können wir hier Werbung für unser eigenes Lokal machen und zweitens schätze ich den lockeren Austausch mit großartigen Kollegen aus dem Ausland, die man ja auch nicht alle Tage treffen kann“, begründet Wagner-Bacher ihre Teilnahme. Für Simon Taxacher aus Kirchdorf sind seine Gastspiele mit Tirol-Werbung eine attraktive Möglichkeit, europäische Metropolen kennen zu lernen. „Wir organisieren die Reisen immer so, dass sich auch ein Restaurant-Besuch in einem berühmten Betrieb ausgeht“, meint Taxacher.
Der größte Haken für reisewillige Köche ist allerdings, dass man sich um attraktive Gastspiele in den seltensten Fällen bewerben kann. „Man muss gefragt werden. Sich aktiv um so etwas zu bewerben, bringt in der Regel nichts“, erklärt Parzer die Spielregeln. Wie so oft im Leben kommt es eben auf gute Kontakte und einen ebensolchen Ruf an.

Köche werden ja in der Regel eingeladen, damit der Veranstalter mit deren Namen zusätzliche Gäste anlocken kann. Hauben und Sterne sind also die Währung, die den eigenen Marktwert bestimmen.
Und natürlich sollte man auch eine gewisse Routine und genug Flexibilät mitbringen und wissen, worauf man sich ein-lässt: Es ist immer eine besondere Herausforderung, in einer anderen Küche mit unbekannten Produkten und fremden Kollegen zu kochen. „Ich habe auch schon miterlebt, wie ein Kollege auf einem Kreuzfahrtschiff von den Gästen ausgebuht wurde. Das war nicht wirklich lustig“, schildert Parzer auch mögliche Schattenseiten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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