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Der Marqueur – ein ausgestorbener Beruf

05.12.2011

Im 16. und 17. Jahrhundert, als das Billardspiel nur den allerhöchsten Gesellschaftsschichten vorbehalten war, wurde das Notieren der erzielten Punkte einer Person übertragen, die später die Berufsbezeichnung Marqueur oder in England Marker bekam.

Kupferstich um 1750 mit einem Jungen als Marqueur

Zusätzlich führten sie Handreichungen wie das Aufsetzen der Bälle und die Überreichung von Queueverlängerungen durch. Auch in Fragen der Regelauslegung waren sie die kompetente Stelle. Die Entlohnung durch die Billardbesitzer erfolgte im allgemeinen nur durch Zurverfügungstellung eines Schlafplatzes und des Essens. Daher waren sie vor allem vom Trinkgeld des Siegers abhängig. Mit der französischen Revolution und den damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen kamen auch neue Aufgaben auf den Marqueur zu. Man übertrug ihm das Servieren von Getränken, dafür trat die Tätigkeit als Schreiber in den Hintergrund. Es verblieben die Schlichtung bei Regelstreitigkeiten, die Pflege des Spielmaterials und die Versorgung der Raucher mit gestopften Pfeifen.

Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckten die Kaffeesieder das Billard als Nebenerwerb und die Marqueure bekamen eine neue Aufgabe: Sie wurden zuständig für die Eindämmung des Glücksspiels. Vor allem Kartenspiele, aber auch das „Hanserlspiel" - eine Art Billardroulette - und das „Pucky-Domino" standen auf der Liste der verbotenen Spiele. Die Strafen bei Übertretung waren hoch und führten bei dreimaligem Verstoß zum Entzug der Konzession. Dementsprechend groß war die Verantwortung des Marqueurs dem Lokalbesitzer gegenüber. Er musste einerseits alle verbotenen Spiele erkennen und andererseits die Gäste ans Lokal binden. Es erforderte viel Fingerspitzengefühl, diese beiden Vorgaben auf einen Nenner zu bringen. Die Bezeichnung Marqueur hielt sich bis zum zweiten Weltkrieg.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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