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Das Nachtleben einer Stadt ist ein bestimmender Faktor der soziokulturellen, wirtschaftlichen und urbanen Standortqualität.

In der Nacht klingeln die Kassen

25.07.2019

4.300 Unternehmen, 24.000 Beschäftigte, 440 Millionen Euro Bruttowertschöpfung: Das Wiener Nachtleben wird ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor.

Die Zahl der Betriebe stagniert, Umsatz und Beschäftigung hingegen steigen stark an.
Benchmarking Vergleich mit Berlin und London

Die KMU-Forschung Austria hat im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien einen genaueren Blick aufs Wiener Nachtleben und seine wirtschaftlichen Auswirkungen geworfen: „Die Wiener Nachtwirtschaftsbetriebe – Restaurants, Bars, Diskos, Theater usw. – sind weit mehr als reines Amüsement, sondern bereichern unsere Stadt sowohl in wirtschaftlicher, kultureller, touristischer und sozialer Hinsicht. Die Studie bringt erstmals wissenschaftliche Kenntnisse der Branche, zu der 4.300 Unternehmen mit rund 24.000 Beschäftigten zählen. Der Jahresumsatz der Betriebe beträgt eine Milliarde Euro und die Bruttowertschöpfung liegt bei 440 Millionen Euro. Damit leisten die Nachtwirtschaftsunternehmen einen zentralen Beitrag zur Umsatzleistung und zur Wertschöpfung der Wiener Wirtschaft“ erklärt Hans Arsenovic, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien, im Rahmen der Studienpräsentation in Wien.

Es geht bergauf

Ebenfalls eine zentrale Erkenntnis: Die Bedeutung der Wiener Nachtwirtschaftsbetriebe geht stetig nach oben. „In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Nachtwirtschaftsbetriebe relativ konstant geblieben, die Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz ist aber um rund ein Drittel gestiegen. Diese dynamische Weiterentwicklung der Branchen ist auf eine Professionalisierung der Unternehmen zurückzuführen“, so Arsenovic.
 
Großer Minuspunkt des status quo: Aktuell müssen sich Unternehmer durch einen dichten Bürokratiedschungel schlagen. „Um den bei Nacht tätigen Unternehmern das Leben etwas zu erleichtern, wollen wir bis 2020 eine One-Stop-Anlaufstelle schaffen. Dazu laufen aktuell bereits Gespräche mit dem Wiener Tourismusverband, der Wirtschaftsagentur und der Stadt Wien“ so Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WK Wien.
 
Und noch eine weitere Etablierung fordert Tourismusobmann Grießler. „Touristisch gesehen ist die Nachtwirtschaft ein enorm wichtiger Faktor im heiß umkämpften Städtetourismus-Markt. Internationale Vorbilder wie London und Berlin zeigen uns, wie wichtig das Unterhaltungsprogramm einer Stadt für den Touristen von heute ist. Dazu gehören natürlich auch die nächtlichen Events einer Stadt. Deshalb ist der nächste Schritt ein von uns schon lange gefordertes Eventboard, um internationale Events – und damit Wien-Touristen – in unsere schöne Stadt zu holen“, so Grießler.

Studienpräsentation zum Download (pdf)

Autor/in:
Alexander Grübling
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