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Der Schanigarten hat wieder Saison

18.03.2010

Wien. Auftakt für rund 1.800 Wiener Schanigärten heute Vormittag. Im Caffe Mokador die Wiener Schanigartensaison eröffnet - mit dabei Bürgermeister Michael Häupl und Wirtschafskammer-Wien-Präsidentin Brigitte Jank.

Mit Frühlingsbeginn sperren die Wiener Schanigärten wieder auf und heute fiel der Startschuss für die Schanigartensaison.  "Schanigärten werden von den Wienerinnen und Wienern ebenso geschätzt wie von den Touristen unserer Stadt. Ohne Schanigärten wäre Wien nicht Wien. Und es freut mich, dass es in den vergangenen Jahren so gut gelungen ist, die Wünsche der Gastwirte, Kaffeehausbetreiber und ihrer Gäste mit den berechtigten Anliegen der Anrainer von Schanigärten unter einen Hut zu bringen", so Bürgermeister Michael Häupl anlässlich des Saisonauftaktes.

Mögliches Rauchverbot im Freien?

Doch trotz heutigem Prachtwetter und herrlichen Sonnenschein haben die Wiener Kaffeehausbesitzer leichte Sorgenfalten. Ihnen bereitet eine EU-Ratsempfehlung vom 30. November vergangenen Jahres, mit der eine 100prozentig rauchfreie Umgebung angestrebt wird, unbehagen.
"Sollte diese Ratsempfehlung so in nationales Recht gegossen werden, wäre dies das Aus für den Genuss einer Zigarette bei einer Schale Kaffee im Freien", so Günter Ferstl. Und weiter: "Tabakgenießer würden dann ihren Kaffee vermutlich eher zuhause trinken, und das bedeutet Umsatzrückgang in der Gastronomie." Wann der Gesetzgeber diese Ratsempfehlung aufgreifen will, ist derzeit nicht absehbar. Und genau das generiert ein aktuelles Problem. Derzeit scheiden sich ja schon die Geister beim aktuellen gültigen Tabakgesetz, nach der Einraumlokale bei einer Größe ab 50 m2 eine räumliche Trennung für Raucher und Nichtraucher vornehmen müssen.  Eine solche Investition bewegt sich zwischen 10.000 und 150.000 Euro, die ein Kaffeehaus in fünf bis sieben Jahren zurückverdient. Setzt Österreich die EU-Ratsempfehlung früher um, wären die Kosten für die Raumtrennung umsonst. "Wir fordern daher von Gesundheitsminister Stöger Rechtssicherheit dahingehend, dass die derzeitige Raucher-/Nichtraucherregelung in den kommenden fünf bis sieben Jahre hält oder dass die Übergangsfrist für die verpflichtende Raumtrennung über den 30 Juni dieses Jahres hinaus verlängert wird", bringt es Ferstl auf den Punkt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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