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Der Schnee bringt viele Gäste: Rekordsaison im Visier

13.01.2006

"Der frühe Schnee hat Lust aufs Schifahren gemacht. Die Buchungen für die laufende Wintersaison sind sehr gut. Es gibt zwar noch freie Zimmer, aber für Spitzenzeiten wie etwa während der Semesterferien sollte man sich mit Reservierungen beeilen", stellte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Kom.Rat Hans Schenner zur laufenden Wintersaison 2006 fest.

Zusätzlich zum klassischen Winterurlaub, der im Durchschnitt eine
Woche dauert, werden verstärkt Kurzaufenthalte gebucht. Auch beim
Ausgabeverhalten zeigen sich, so Schenner, neue Trends: "Der Gast
fragt zwar bewusst nach den Preisen, aber im Urlaub will man sich
auch etwas gönnen. Geiz ist geil ist also nicht unbedingt die
Devise".

Das Bemühen der Branche, neue Gästeschichten aus neuen
Herkunftsländern anzusprechen, zeigt Erfolg, führte Schenner aus.
Insgesamt dürfte der Winter, wie schon in den vergangenen Jahren,
weiter zulegen. Als Sprecher der Tourismusbranche wies Schenner in
diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass es notwendig sein
werde, das Sommer- bzw. Herbstangebot noch attraktiver zu gestalten:
"Wollen wir unsere Marktanteile in Europa halten, müssen wir im
Sommer zulegen. Denn da verliert der Tourismusstandort Österreich".

Die Wintersaison 2005/06 werde voraussichtlich mit einem
Nächtigungsplus von ca. zwei Prozent gegenüber der Saison 04/05
abschließen. Diese hatte mit 59,2 Millionen Nächtigungen bereits ein
Rekordergebnis gebracht. "Diesmal sollte ein Sechser bei der Zahl
voranstehen". Als Gründe für seine positive Saisonprognose nannte
Schenner die hohen Investitionen der Seilbahnwirtschaft ("fast alle
relevanten Schigebiete sind heute schneesicher") und der Hotellerie.
Bei der Tourismusbank ÖHT hat das Investitionsvolumen der heimischen
Hotellerie aktuell um 25 bis 30 Prozent zugenommen. Weitere Impulse
kommen durch das Mozartjahr und die österreichische
EU-Präsidentschaft. "Auch der Umsatz der Betriebe wird wieder
steigen. Hier rechne ich mit einem Zuwachs von bis zu fünf Prozent".

Wie Schenner feststellte, war 2005 für die Branchenvertretung ein
durchaus gutes Jahr. Die Körperschaftssteuer wurde von 34 auf 25
Prozent gesenkt und die steuerliche Befreiung von Trinkgeldern
durchsetzt. Auf EU-Ebene wurde auf Anregung der Bundessparte eine
"Intergroup Tourismus" eingerichtet. Es ist dies ein
Koordinationsgremium mit EU-Abgeordneten aller Fraktionen, in dem
tourismusrelevante Themen - wie etwa die Entzerrung der
Verkehrsströme und Ferienzeiten - besprochen werden. Auf nationaler
Ebene wurde ein gesamtwirtschaftlich abgestimmter Vorschlag zur
Neugestaltung der Semesterferien 2008 vorgelegt, der allseits
anerkannt wurde. Der Tourismus war 2005 auch erstmals bei den
Wirtschaftsgesprächen in Alpbach vertreten. "Das war übrigens der
Arbeitskreis mit den meisten Teilnehmern", hob Schenner hervor: "Aus
meiner Sicht sind solche Auftritte wichtig, um die Bedeutung der
Branche gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen zu betonen".

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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