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Der „Schwarze Hahn“ kräht wieder

02.09.2005

Die beiden Konsortien des Chianti-Gebietes haben fusioniert und firmieren nun gemeinsam unter dem historischen Wappentier.

Der „Schwarze Hahn“ (Gallo Nero) ist als Gütesiegel des Chianti weltweit bekannt. Seit 1987 gab es jedoch zwei Konsortien im Gebiet: Das „Consorzio del Marcho Storico“ hatte vor allem Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zum Inhalt. Zu seinen Mitgliedern zählten vorwiegend kleinere und mittlere Betriebe. Einige wichtige Erzeuger, vor allem Antinori, Barone Ricasoli und Ruffino, hatten im Laufe der Jahre auf den „Schwarzen Hahn“ verzichtet. Das zweite Konsortium, das „Consorzio del Vino Chianti Classico“ kümmerte sich vorwiegend um gesetzlich-technische Belange. Hier waren fast alle Erzeuger des Chianti Classico Mitglied. Im Dezember 2004 haben beide Organisationen beschlossen, sich wieder zu vereinigen. Es wurde festgelegt, dass künftig alle Chianti Classico mit dem „Schwarzen Hahn“ ausgestattet werden. Dadurch bildet dieses Wappentier wieder eine kraftvolle Marke.

Das Weinbaugebiet Chianti ist wesentlich größer als das Chianti Classico und erstreckt sich von den Hügeln um Pistoia und Pisa im Norden bis Montepulciano im Süden sowie von Livorno im Westen bis Arezzo im Osten. Mit seinen neun Unterzonen ist es das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Europas.
Das Chianti Classico ist ein Teil des Chianti; gewissermaßen das Herzstück. Es liegt zwischen den beiden Städten Florenz und Siena und umfasst zur Gänze die Gemeinden von Castellina, Gaiole, Greve und Radda in Chianti. Die Fläche der Weingärten beträgt rund 10.000 Hektar, wovon 7.000 in das Weinbergregister des Chianti Classico DOCG eingetragen sind.

Lange Tradition
Der Wein „nach der Art des Chianti“ ist seit 1716 belegt. Eine Traubensorte prägt den Chianti Classico entscheidend: die Sangiovese. Bis in die 1980er-Jahre war der Chianti Classico von der Formel geprägt, die einst Bettino Ricasoli erstellt hatte, die auch die Zugabe weißer Trauben zwingend vorsah. Das entsprach jedoch nicht mehr der Weinphilosophie des ausgehenden 20. Jahrhunderts, sodass sich immer mehr Qualitätserzeuger dieses engen Korsetts entledigten und ihre Spitzenweine schlicht als „Vino da Tavola“ deklarierten. Erst mit der Einführung der DOCG 1984 reduzierte der Gesetzgeber den Mindestanteil für weiße Trauben auf 2%, und 2002 folgte die letzte Änderung der Produktionsbestimmungen. Seither lautet die Chianti-Classico-Formel: Sangiovese sortenrein oder mindestens 80%, der Rest andere Sorten wie Merlot, Cabernet, Syrah etc. Weiße Trauben sind völlig gestrichen.

Von „Annata“ bis „Riserva“
Den normalen Chianti-Classico-Jahrgangswein nennen die Italiener „Annata“. Diese Chinati-Classico-Jahrgangsweine sind zumeist saftige Tropfen mit der typischen Kirschfrucht des Sangiovese und verhaltenem Tanningehalt.

In guten Jahrgängen wird noch der Chianti Classico „Riserva“ erzeugt, für den die Lagerung im Holzfass zwingend vorgeschrieben ist. Daneben gibt es immer häufiger so genannte „Chianti Classico Selezioni“, für die entweder die besten Trauben des Weingutes oder einer bestimmten Einzellage ausgewählt werden, und die an Konzentration und Mächtigkeit – aber auch im Preis – viele Riservi in den Schatten stellen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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