Direkt zum Inhalt

Der Skiurlaub kommt unter Druck

23.02.2010

IFT Institut für Freizeit- und Tourismusforschung. Die 15. Österreichische Tourismusanalyse zeigt eindeutig, dass sich der Tourismus 2009 als krisenfest erwiesen hat. Gleichzeitig ist aber auch zu erkennen, dass der klassische Winterurlaub zunehmend Konkurrenz vom Urlaub im Süden bekommt.

Wie gesagt, der Tourismus erwies sich wie erhofft als krisenfest. Es gab wenig Änderung im Reiseverhalten im Vergleich zum Vorjahr. Fast jeder zweiter Österreich, ganz genau 45 Prozent, verzichteten 2009 auf eine Urlaubsreise. Obwohl, die Reiselust ist ein wenig gestiegen, denn Im Jahr 2008 waren es 46 Prozent. Der Vergleich der letzten 15 Jahre macht allerdings deutlich, dass der Anteil der Reiseverweigerer, der von 1995 bis 2007 von 50 Prozent auf 40 Prozent gesunken ist, wieder gestiegen ist.

Reisedauer ganz leicht gestiegen

Die durchschnittliche Reisedauer liegt 2009 bei 11,32 Tagen und ist damit im Vergleich zu den Jahren 2007 (10,97 Tage) und 2008 (11 Tage) wieder leicht gestiegen. Im langjährigen Schnitt ist allerdings die Tendenz zu kürzeren Reisen festzustellen: 1995-1999 lag die durchschnittliche Reisedauer noch bei 13,05 Tagen. Das beliebteste Reiseziel der Österreicher ist nach wie vor das Inland - 30 Prozent der Reisenden verbrachten 2009 ihren Haupturlaub im Inland (2008: 31 %). Die Nase vorne hatten dabei Kärnten (8 % der Reisenden) und Steiermark (6 % der Reisenden), gefolgt von Tirol und Oberösterreich (je 4 %). Hauptkonkurrent im eigenen Land ist unverändert Italien (15 %), gefolgt von Kroatien (9 %) und der Türkei (7 %).

Urlaub im Süden immer beliebter

Beim Haupturlaub entscheidet sich ein Großteil der Österreicher für eine Badedestination - und auch im Winter fährt ein größer werdender Teil der Urlauber nicht zum Wintersport, sondern in den Süden. Von den 13 Prozent Österreichern, die in der vergangenen Wintersaison überhaupt verreisten, haben sich bereits 17 Prozent für eine Reise in den Süden entschieden. Im Vergleich zum Winter 1997/98 (13 %) ist das eine Steigerung von 4 Prozent. Sprich: der klassische Winterurlaub bekommt immer stärkere Konkurrenz aus dem Süden. In der Urlaubergunst der heimsichen Winterziele legt die Steiermark kontinuierlich zu (97/98: 12 %; 08/09: 19 %), während Salzburg laufend deutliche Verluste verzeichnet (97/98: 26 %; 08/09: 14 %).

zwischentitel

Laut deutscher Tourismusanalyse melden sich die Deutschen 2010 als Reiseweltmeister zurück. 42 Prozent der Deutschen planen in diesem Jahr zumindest eine Reise zu unternehmen. 11 Prozent wollen in der kommenden Saison sogar zwei oder mehr Reisen machen. Als Auslandsreiseziel hält Spanien ungebrochen den Spitzenplatz(13,2 %). An zwieter Stelle liegt Italien (6,9 %), das immer mehr die Konkurrenz der Türkei (6,6 %) spürt. Damit hat die Türkei Österreich (4,1 %) fix vom dritten auf den vierten Platz verwiesen. Darüber hinaus bleiben die Deutschen im Vergleich zu den anderen Reisezielen in Österreich kürzer. Das heißt, Österreich wird für deutsche Urlaubsgäste offensichtlich für einen kürzeren Zweit- oder Kurzurlaub immer interessanter. Das Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) empfiehlt daher der österreichische Tourismuswirtschaft auf dem nach wie vor wichtigsten Markt mit entsprechenden Angeboten und Werbemaßnahmen flexibel und kurzfristig auf die aktuelle Marktentwicklung zu reagieren.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung
Werbung