Direkt zum Inhalt

Der teuerste Kaffee

03.12.2010

Die Kaffeebohnen werden von Zibetkatzen verspeist, unverdaut ausgeschieden, gesammelt und geröstet

Kopi Luwak, auch Katzenkaffee genannt, stammt aus Indonesien von den Inseln Sumatra, Java, Sulawesi, und in kleinen Mengen wird er auch auf Bali, der Insel der Götter und Dämonen, geerntet. Was heißt da geerntet? Hier trifft die Redewendung im wahrsten Sinn des Wortes zu: „Das Gute kommt zum Schluss", denn das typische Kaffeearoma wird im Darm der Schleichkatzen oder Luwaks gebildet. Bali exportiert seinen Kopi Luwak noch nicht, weil dafür die Farmen der Bauern, die neben Kaffee auch Kakao und Bananen anpflanzen, zu wenig ertragreich sind. Der Kaffee wird für den Eigenbedarf genutzt und für Touristen frisch geröstet und gebrüht. Eine Tasse frisch gebrühten Kopi Luwak gibt es beim Reisbauern um drei Euro. Kopi Luwak Bohnen im Souvenir-Glas zu 125g gibt es ab sieben Euro.

Die wieselähnlichen Baumbewohner sind vorwiegend nachtaktiv. Neben den Früchten der Kaffeepflanze ernähren sie sich auch von anderen Früchten, gelegentlich von Kleinstsäugern und -reptilien, Eiern, frisch geschlüpften Küken und Insekten. Von den Kaffeefrüchten können die Luwaks aber nur das Fruchtfleisch verdauen, die Bohnen werden wieder ausgeschieden. Die Exkremente werden von den Kaffeebauern regelmäßig eingesammelt, die Bohnen gewaschen und leicht geröstet.

Im Darm dieses Tieres sind die Kaffeekirschen einer Fermentation durch Enzyme ausgesetzt. Durch diese Aufbereitung enthält der Kaffee weniger Säure nach der Röstung und mehr Aldehyde im Aroma. Es entsteht ein dunkles und volles, aber auch etwas „muffiges" Aroma.

Der deutsche Kaffeeexperte Michael Gliss schätzt, dass die weltweite Kaffeeproduktion nur 800 bis 1.000 Kilogramm beträgt. Ein Kilogramm gerösteter Bohnen kostet um die 1.000 Euro. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich in vielen angebotenen Kopi Luwaks eine Vielzahl von ganz „normalen" Arabica Bohnen findet. „Es kann nicht mehr Kopi Luwak angeboten werden, da es verhältnismäßig wenig Zibetkatzen gibt", meint Martin Keinreich. Zu den sogenannten „Fakes" gehören der „Stopfluwak", der an das System der Gänselebererzeugung (Stopfleber) erinnert, und der Pseudo Luwak, der durch Schweinemägen wandert.

(Redaktion: Irene Stelzmüller)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Früher galt das Fluc am Wiener Praterstern als alternativer Szenetreff. Heute ist eine Teststation der alternative Verwendungszweck des Lokals.  Martin Wagner (links), Fluc-Betreiber und Peter Nachtnebel (rechts) ist der Fluc-Musikprogrammleiter.
Gastronomie
21.04.2021

Die ersten Lokale werden in den kommenden Wochen wieder Gäste bewirten dürfen. Aber wie geht es eigentlich der Wiener Nachtgastronomie, die wohl frühestens im Herbst wieder ihre Pforten öffnen ...

Peter Haidvogl (Haidvogl Collection, Zell am See), Josef Gelbmann (Vila Vita Pannonia, Pamhagen), Eveline Pichler (Hotel Donauhof, Emmersdorf), Ursula Karner (Hotel Karnerhof, Drobollach).
Hotellerie
20.04.2021

Umfrage der Woche: Über die aktuelle Buchungssituation berichten Peter Haidvogl (Haidvogl Collection, Zell am See), Josef Gelbmann (Vila Vita Pannonia, Pamhagen), Eveline Pichler (Hotel Donauhof, ...

Gastronomie
14.04.2021

Bisher gab es über 7000 Kontrollen, die zu lediglich 230 Anzeigen führten. Die geringe Kontrolldichte hat auch mit der dünnen Personaldecke bei der Finanzpolizei zu tun.

Ein Bild aus besseren Tagen: Stammgäste mit Aperitif beim Berndorfer Stadtwirt.
Gastronomie
14.04.2021

Eine aktuelle Umfrage belegt, was wir ohnehin alle wissen. Die Österreicher wollen nach dem Lockdown vor eines: "Mit Freunden Essen gehen". Die Vorfreude auf die anderen Aktivitäten sind aber ein ...

Besserer Lichtschutz, bessere Verfügbarkeit der Flaschen: Die Ottakringer steigen auf braune Flaschen um.
Gastronomie
14.04.2021

Neue Image-Kampagne, neue Flaschen, Gastro-Starthilfe und ein Gewinnspiel: Die Wiener Brauerei startet mit spannenden Neuigkeiten ins Frühjahr und braut ab sofort auch klimaneutral.

Werbung