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Der Tourismus ist keine Einbahnstraße

15.03.2007

Touristiker sind Turbulenzen gewöhnt – grundsätzlich, aber auch im Vorfeld der ITB, der weltgrößten Tourismusmesse, die jedes Jahr im März in Berlin stattfindet. Schon in den letzten Jahren war der internationale Branchentreff durch negative Schlagzeilen wie SARS, Terroranschläge oder Tsunami immer wieder überschattet gewesen.

Das heurige Partnerland der ITB war Indien: Nicht nur, dass Indien als Urlaubsdestination an Beliebtheit zulegte, auch die Reiselust der Inder in andere Länder wird immer stärker

Doch nie zuvor wurde der Tourismus derart angegriffen wie heuer. Nur wenige Tage vor Beginn der ITB riefen deutsche Politiker und Klimaschützer zum Verzicht auf Fern- und Flug­reisen auf.

Unbedachte Worte
Ein äußerst unpassender Zeitpunkt, vor allem wenn man bedenkt, dass die Tourismusdestination Berlin ganz gut an der ITB verdient und die Repräsentanten und Journalisten der 184 ausstellenden Länder zum Großteil mit dem Flugzeug anreisen. Noch unpassender, wenn man weiters bedenkt, dass der Tourismus des heurigen Partnerlandes Indien boomt und auch die Reiselust der Inder ständig wächst. Davon profitiert beispielsweise Deutschland ganz kräftig, denn mittlerweile fliegen weit mehr Inder in die Bundesrepublik als Deutsche nach Indien. Kein Wunder also, dass sich bei allen Festrednern der Eröffnungsfeier am 6. März 2007 die eindeutigen Absagen zur Flugreiseverweigerung wie ein roter Faden durch die Vorträge zog.

Echte Konzepte gefordert
Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit ließ klipp und klar wissen, dass er nichts von diesen Plänen hält, und Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, stellte klar, dass die Reisebranche ganz sicher alle Anstrengungen zum Klimaschutz unterstützen wird, aber Worthülsen, wie sie die Touristik zu diesem Thema ertragen musste, strikt ablehnt. Was Laepple fordert, sind intelligente Konzepte. Selbst Michael Gros, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, machte deutlich, dass es keinen Sinn macht, den Menschen die Freude am Reisen zu vergällen. Noch dazu, wo alle Flugreisen zusammen in Deutschland nur zwei Prozent der schädlichen Emissionen verursachen. Weltweit liegt der Anteil sogar nur bei 1,5 Prozent. Wie die Zahlen der ITB zeigen, lässt sich die Touristikbranche nicht so leicht unterkriegen. Wie im Vorjahr kann die Messe Berlin auch heuer wieder Rekordzahlen verkünden. Nicht nur bei den Ausstellern, mit 10.923 Unternehmen aus 184 Ländern, gab es Steigerungen. Mit 108.735 Fachbesuchern wurde erstmalsdie Fachbesucher-Schallmauer von 100.000 durchbrochen. Die Reisebranche ist aufgrund dieser positiven Anzeichen zuversichtlich, dass sich der Trend des Vorjahres fortsetzt und 2007 ein erfolgreiches Touristikjahr wird.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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