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Der Tourismus ist zufrieden

16.09.2010

Die oberösterreichische Hotellerie und Gastronomie hat die wechselhafte Wetterlage des heurigen Sommers ganz gut überstanden. Die Wirte konzentrieren sich verstärkt auf das Thema Genuss

Oberösterreichs Touristiker hoffen nach einem durchzogenen Sommer auf einen schönen Herbst

In Oberösterreich ist man mit der Sommersaison trotz durchwachsenen Wetters im Großen und Ganzen recht zufrieden. Das gilt für die Hotellerie im Seengebiet genauso wie für die Stadthotellerie. Einzige Ausnahme wäre dabei Linz, wenn man es mit dem Vorjahr – Kulturhauptstadt Linz09 – vergleicht, was aber eine ganz andere Basis bedeutet. „Im Grunde genommen, wenn man sich die Zahlen über einen längeren Zeitraum ansieht, ist die Nächtigungssituation eigentlich gut gewesen“, analysiert Spartengeschäftsführer Dr. Peter-Paul Frömmel die oberöstereichische Hotellerie.

Genussreiches Oberösterreich
In der Gastronomie hat die wechselhafte Wettersituation dazu geführt, dass viele zum Wandern in den Regionen geblieben sind, Besichtigungsprogramme absolvierten und anschließend ein Restaurant oder Gasthaus besuchten. Dazu kommt, dass das Thema Genuss in Oberösterreich immer größere Bedeutung erlangt. Hier gibt es Kooperationen mit den KultiWirten, den hotspots, die immer besser und auch mehr angenommen werden. Betriebe, die, auch wenn sie bei keiner Kooperation dabei sind, Convenience­produkte weglassen oder sie verfeinern und damit eine persönliche Note in die Speisekarte bringen, ein schönes Ambiente und freundliche Mitarbeiter bieten, denen geht es letztendlich immer gut.

Gut angenommen
Das Tabakgesetz wurde jetzt einmal im Sommer ganz gut angenommen, da sich das gastronomische Leben vorwiegend im Gast- oder Schani­garten abgespielt hat. „Wie es sich jetzt in der beginnenden kälteren Jahreszeit damit verhält, kann noch nicht wirklich abgeschätzt werden“, ist sich Peter-Paul Frömmel noch unschlüssig.

Paragastronomie nimmt zu
In der Wirtschaftskammer Oberösterreich wird weiterhin für einen fairen Wettbewerb gekämpft. Die Paragastronomie sollte daher eingedämmt werden. Man hat grundsätzlich nichts gegen die Veranstaltungen der Blaulichtvereine, von der Politik erwartet man sich aber schon Hilfe bei der Überprüfung der Feste sogenannter „gemeinnütziger Vereine“. Oft werden die Erlöse derartiger Veranstaltungen nämlich nicht gemeinnützig verwendet, sondern unter den Mitarbeitern aufgeteilt. „Da erwarten wir uns schon, dass man genauer schaut und dass die Veranstaltungsbehörde ihrer Verpflichtung nachkommt und die Frage der Gemeinnützigkeit strenger überprüft“, fordert die Fachgruppenobfrau Gastronomie Eva Maier.
Die Kammer sammelt jetzt derartige Fälle, aber auch allgemeine Daten, wie die Anzahl der Veranstaltungen und Zeltfeste, und wird dann anhand dieser Zahlen überlegen, welche Forderungen an die Politik gestellt werden.

Thema Aushilfenregelung
„Die momentane Regelung für Aushilfen ist noch nicht zufriedenstellend. Es sollte eine Art endbesteuertes Modell geben, bei dem man Aushilfen kurzfristig, unproblematisch und ohne große Formvorschriften beschäftigen kann und damit auch die Abgaben bezahlt sind“, wünscht sich Spartenobmann Robert Seeber. Damit würde man das Problem beseitigen, dass sich viele Aushilfskräfte deshalb nicht anmelden möchten, da sie befürchten, den Alleinverdiener­absetzbetrag, einen Zuschuss oder eine Beihilfe für den hauptverdienenden Ehepartner zu verlieren.
Das alles nicht zuletzt auch deshalb, da die bewilligten Saisonniers auch immer weniger werden. Und ob ihre Anzahl heuer gleich bleibt oder sich wieder verringert, ist noch ungewiss.

Kursbuch neu
Die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist gerade dabei, neue strategische Überlegungen zu treffen, da das Kursbuch der OÖ Tourismus für die nächsten fünf Jahre neu aufgestellt und evaluiert wird.
Weiters wurde eine neue Imagekampagne entwickelt und den Mitgliedern vorgestellt. Start wird im Oktober sein. Diesmal geht man jedoch nicht über Plakate, sondern direkt mit einem Paket in die Betriebe, in dem verschiedene Imageartikel sein werden. Der Slogan wird sein „Ihr Wirt macht mehr daraus“ und das Logo ist ein Teller mit zwei Punkten und einem lachenden Gesicht – die Kampagne mit dem Lächeln! Die Grundidee dieser Kampagne soll das Wesentliche in der Gastronomie treffen: Man kann heute mit guten Öfen, Kombidämfern oder Kaffeeschäummaschinen als Privatperson schon einen guten Cappuccino oder ein hervorragendes Essen kochen. Der Mehrwert der Gastronomie ist aber dann der Wirt, der durch Dienstleistung mehr daraus macht.

Preisdumping
Mit Sorge wird in Oberösterreich der Preisverfall sowohl in der Gastronomie als auch in der Hotellerie gesehen: „Wenn wir hier nicht bald gegensteuern, wird der Tourismus langfristig kaputt gemacht“, sind sich Eva Maier und Robert Seeber einig.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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