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Der Venet braucht ­einen guten Winter

10.09.2020

Die Eigentümer der Venet-Bergbahnen mussten unlängst Kapital zuschießen. Mit einer guten Wintersaison und Angeboten, auch für die Sommergäste, will man wieder in die Erfolgsspur zurück

Die Sommersaison ist vorbei, und sie lief den Umständen entsprechend gut, erzählt Seilbahnchef Werner Millinger der ÖGZ. Hinter ihm fährt gerade eine vollbesetzte Gondel von Zams hinauf auf die auf 2.212 Metern gelegene Venet-Gipfelhütte, die gleichzeitig ein Hotel ist. In der dicht gefüllten Kabine herrscht natürlich Maskenpflicht. Die Corona-Krise hat die Venet-Bergbahnen zur Kreativität gezwungen. „Wir haben die Geschwindigkeit der Gondel erhöht. In gut sieben Minuten sind wir nun vom Tal an der Gipfelstation. Auch in den anderen Bereichen tun wir alles, um die Kontaktzeiten kurz zu halten“, sagt Millinger. 

Liquiditätsengpass

Eine gute Wintersaison ist für die Venet-Bergbahnen wichtig. Zuletzt sorgte ein Liquiditätsengpass für Verunsicherung. Die Gemeinden Landeck und Zams als Haupteigentümer sowie der TVB Tirol-West mussten zuletzt rund 900.000 Euro ins Unternehmen stecken. 
Umso wichtiger ist jetzt natürlich eine gute Wintersaison. Die ÖGZ sprach mit Millinger über die Buchungen in der Venet-Gipfelhütte. „Die Buchungslage derzeit ist etwa so gut wie im Vorjahr. Klarerweise hat sich etwas bei den Herkunftsmärkten getan. Es buchen mehr Einheimische, und insgesamt werden die Aufenthalte kürzer.“  
Der Venet ist ein gutes Beispiel für ein kleines Skigebiet, das stark mit dem regionalen Wettbewerb zu kämpfen hat. Umso wichtiger ist daher eine strategische Ausrichtung, um den Sommertourismus zu beleben. Investiert wurde in den Venet-Bob – eine neue Sommerrodelbahn, sowie das TobiCart, mit dem große und kleine Gäste rasant talabwärts fahren. Events und Storytelling sind die Themen, die Gäste auf den Berg holen sollen. Touristisch vermarktet wird eine Hochzeit in der Venet-Gipfelhütte vor dem einzigartigen Bergpanorama. Stilvoll nächtigen kann die Gesellschaft in Zimmern mit Infrarotkabine oder Panorama-Badewanne – nicht unbedingt etwas, das man in einer Berghütte erwartet. Echte Naturliebhaber sind woanders besser untergebracht. 
Dafür gibt es am Venet mehr Action als anderswo. Jeden Freitag bietet sich für Hobbyastronomen die Möglichkeit, das Firmament abseits störender Lichtquellen der Stadt oder Siedlungsgebiete in voller Pracht erlebbar zu erkunden. Manchmal begleitet der Seilbahnchef Millinger seine Gäste dabei auch persönlich. Und vielleicht hofft er insgeheim, dass die Sterne für sein Unternehmen im Winter günstig stehen. Aber Prophezeiungen sind in diesen Tagen äußerst schwierig, vor allem, wenn man nicht genau weiß, unter welchen Rahmenbedingungen die Wintersaison stattfinden wird. 

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