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Die Adjustierung des Teams

11.04.2003

Die Probezeit. Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Gastwirt die Probzeit „verschlafen“ hat und sich dann aufwendig vom neuen Mitarbeiter trennen mußte. Daher ist die Zeit ab Arbeitsbeginn ein wichtiger Zeitraum für den Vorgesetzten: Er muss den „Neuen“ begleiten und seine „Alten“ in den Prozess der Beurteilung einbeziehen. Außerdem sollte er das Ende der Probezeit rot in seinem Terminkalender markieren!

Ein neues Mitglied Ihres Personals wird nach seiner Einstellung bemüht sein, eine gute Leistung zu bringen und, wie wir vorige Woche schon gesagt haben, Sie werden bemüht sein, ihm bei seiner Integration hilfreich zur Seite zu stehen. Haben Sie sich schon einmal überlegt, welchen Aufwand das bedeutet? Vom Augenblick der Personalsuche bis zum Zeitpunkt, dass der neue Assistent in Ihrem Betrieb beginnt und von der Einführung bis zur Zeit, dass der „Neue“ vollwertig einsetzbar ist, haben Sie mit einem fünfstelligen Schilling-Betrag zu rechnen. Daher ist es doppelt wichtig, ihn zu begleiten und seine Entwicklung zu verfolgen.
Die Gespräche mit Ihrem Stammpersonal. Dass wir schon am ersten Tag über den neuen Mitarbeiter sprechen werden ist klar, schließlich werden wir aber ein geplantes Gespräch über ihn führen müssen. Ein lässig hingeworfenes „...wie ist er?" genügt hier nicht. Laden Sie seinen Mentor nach einer Woche, nach zwei Wochen und nach drei Wochen auf eine Tasse Kaffee und ein Gespräch ein und beginnen Sie mit der Einleitung „Sie wissen wie wichtig es ist, dass wir über Herrn Maier in seiner Einarbeitungszeit sprechen". Führen Sie die Punkte an, die Sie sich vorbereitet haben, wie: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Arbeitstempo, Integrationsbemühungen, fachliche Kompetenz, Kollegialität, Verhalten zu Gästen. Hören Sie gut zu, um sich ein Bild zu machen, wie der Anfänger sich entwickeln könnte. Machen Sie sich Notizen um beim nächsten Gespräch nachforschen zu können, wie sich dieses und jenes entwickelt hat.

Die Gespräche mit Ihrem "Neuen". Planen Sie schon am ersten Tag, ihn kurz vor dem Ende seiner Arbeit zufällig zu treffen und interviewen Sie ihn kurz: „Na, wie war der erste Tag?" und „Hat es Spaß gemacht?“. Auch für ihn gilt, dass regelmäßige Gespräche wichtig sind. Sie wissen bereits, was seine Vorgesetzten über ihn denken, Sie haben ihn ebenfalls beobachtet und Sie können so etwas über seine Eindrücke erfahren. Lassen Sie ihn sprechen und motivieren Sie ihn, über seine Erfahrungen zu berichten. Es ist oft so, dass man am Anfang viel mehr erkennt und sieht, als wenn man bereits einen Monat in der Mannschaft integriert ist. Er könnte Ihnen einen Tipp geben, der es Ihnen möglich macht, sich etwas zu sparen oder etwas besser zu organisieren. Der „Neue“ hat schon Erfahrungen in anderen Betrieben oder in der Schule gemacht und würde in seiner Selbstachtung bestätigt sein, wenn er auch etwas zum besseren Erfolg Ihres Betriebes beitragen könnte.

Analyse des neuen Mitarbeiters. Verbinden Sie nun die Aussagen Ihrer Mitarbeiter mit Ihren eigenen Beobachtungen und das Resultat der Besprechungen mit ihm. Nehmen Sie auch Aussagen von Gästen zur Hand, um zu entscheiden, ob er am Weg ist einer Ihrer geschätzten Mitarbeiter zu werden oder, ob es besser wäre sich rechtzeitig von ihm zu trennen. Beachten Sie, dass es den Typus des Arbeitnehmers gibt, der, nur wenn Druck vorhanden ist, eine gute Leistung bringt. Beachten Sie aber auch, dass es den Typus gibt, der wenn er sich beobachtet fühlt, nervös wird und daher automatisch eine schlechtere Leistung bringt. Da reicht oft schon ein kleiner Vorfall, um sich aufgebaut oder herabgesetzt zu fühlen! Falls Sie sich von ihm trennen machen Sie das auf eine nette und entgegenkommende Art und Weise, man macht sich leichter Feinde als Freunde!

Das Wichtigste in Kürze:
• Reden Sie schon nach dem ersten Tag mit dem Mentor.
• Machen Sie sich eine Liste der wichtigsten Punkte.
• Interviewen Sie auch den „Neuen“ nach dem ersten Arbeitstag.
• Wiederholen Sie die Gespräche nach ein, zwei und drei Wochen.
• Fragen Sie auch Ihre Gäste vor der entgültigen Entscheidung.
• Wenn Sie sich von ihm trennen, machen Sie das bitte auf eine höfliche und nette Art.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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