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Die Alpen verbünden sich

09.09.2010

Europäische Alpenregionen, die sich gemeinsam vermarkten, war Wunschdenken vieler Touristiker über viele Jahre. 2011 soll diese Vision in Form einer neuen und innovativen Verkaufsplattform in die Realität umgesetzt werden

Am 13. und 14. September 2010 erfolgt in Innsbruck mit der Veranstaltung „theALPS“ der Countdown zur ersten touristischen Alpenbörse der Welt. Diese Auftaktveranstaltung nennt sich Prolog inklusive Polit-Gipfeltreffen und Symposium. Im Rahmen von „theALPS“ sollen die führenden alpinen Tourismusdestinationen die Voraussetzungen für die Alpenbörse diskutieren – eingerichtet soll diese innovative Verkaufsplattform dann 2011 werden.

Vom Wunsch zur Wirklichkeit
Tirols Tourismus-Spartenobmann Harald Ultsch: „Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung. Seit Februar 2007 verfolgen wir das Ziel einer engeren touristischen Zusammenarbeit der Alpenregionen mit dem Fokus auf den stagnierenden Sommertourismus.“ Immerhin hätten allein in Tirol 10.000 Gewerbetreibende und 50.000 Beschäftigte mit Tourismus zu tun. „Umso erfreulicher ist es, dass es jetzt gelungen ist, die entsprechenden finanziellen Mittel bereitzustellen, damit es endlich losgehen kann.“ Die Rede ist von 350.000 Euro, davon kommen 250.000 von der Wirtschaftskammer Tirol, Tirol Werbung und Tourismusverband Innsbruck, die restlichen 100.000 Euro sollen über die Partnerregionen, Sponsoren und Teilnahmegebühren lukriert werden.

Zu verdanken sei die Basisfinanzierung für das heurige und nächste Jahr dem vormaligen Spartenobmann Gotthard Scheiber. „Er war es, der sich massiv dafür eingesetzt hat und in Wien mehrmals in dieser Angelegenheit vorstellig wurde“, ist Ultsch von seinem Vorgänger angetan. Warum es einen Schulterschluss der Alpenregionen braucht, erklärt Ultsch: „Aus der Sicht des Übersee- und asiatischen Raums müssen die Berge als Alpendestination einen Namen bekommen, und aus europäischer Sicht matchen sich Strand gegen Berg. Die Alpen haben eine große Chance hinsichtlich der Themen Gesundheit und Lifestyle. Und die müssen wir wahrnehmen.“

Tirol Werbung am Ziel
Die Tirol Werbung, die hinsichtlich „theALPS“ das organisatorische Heft in die Hand genommen hat, sieht sich nach jahrelangem Wunschdenken ebenfalls am Ziel angekommen. „Es gibt ja viele Vernetzungen im Alpenraum, aber es herrscht auch viel Einzelengagement jeder Nation für sich und zum Teil auch jeder Region für sich“, so Tirol-Werber Josef Margreiter. Dass es mit „theALPS“ nun endlich gelingen werde, das Eis unter den Alpenregionen zu brechen, sei auch einer politischen Initiative des Tiroler Landeshauptmannes zu verdanken. Tatsächlich lädt Landeshauptmann Günther Platter am ersten Veranstaltungstag (siehe Programm) zum Polit-Gipfel. „,TheALPS’ soll auch ein Leitfaden sein, dass wir gemeinsam den Alpenbogen als Wirtschaftstourismusraum positionieren“, so Margreiter.

Fakten auf den Tisch
Im Rahmen des Prologes bzw. der Informationsveranstaltung am 13. und 14. September 2010 in Innsbruck soll zudem die Faktenlage der Alpenländer geklärt werden. Josef Margreiter: „Es gibt keine vergleichbaren Zahlen bzw. Erhebungen zu den Nächtigungen, Umsätzen etc. im Alpenraum. Erst wenn diese Grundlagen vorhanden sind, kann man die Chancen und Herausforderungen diskutieren und erkennen, was im Alpenraum in Zukunft mehr oder weniger gefragt sein wird.“ Zur Erhebung der Faktenlage wurde das MCI Innsbruck beauftragt. Darüber hinaus solle sich der Prolog insgesamt mit dem Begriff der Alpen beschäftigen. „Dazu zählen ja auch Musik, Kultur, Sport. Die Alpen haben viele Facetten.“

Vollversion 2011
Der Prolog- und Informationsveranstaltung im September 2010 in Innsbruck soll 2011 die erste Vollversion von „theALPS“ folgen. „Dann wird die von vielen ersehnte Tourismusbörse in die Realität umgesetzt“, verspricht Margreiter. „Wie wir eine optimale Börse aufbauen können, werden wir im Rahmen des Prologes skizzieren und diskutieren.“ In jedem Fall soll es eine Kontaktaufnahme, Infos- und Buchungsmöglichkeiten im Rahmen der neuen Verkaufsplattform geben. Spartenobmann Harald Ultsch­ hält eine neue innovative Verkaufsplattform für unumgänglich: „In den ersten Sommermonaten 2010 hatten wir um sechs Prozent mehr Ankünfte. Das ist eine dramatische Entwicklung, die zeigt, dass die Gäste immer kürzer bleiben. Wir brauchen also mehr Gäste, um die gleichen Nächtigungszahlen wie bisher zu erzielen.“

Eines jedoch ist bereits gewiss. Nach 2011 soll „theALPS“ alle zwei Jahre stattfinden, davon alle vier bis sechs Jahre in Innsbruck. Für den Chef der Tirol Werbung ist die Stoßrichtung klar: „Tue was in der Zeit, damit du hast in der Not. Jetzt geht es dem Alpentourismus noch gut, aber der weltweite Konkurrenzdruck steigt und steigt. ,TheALPS’ ist eine große Chance, den Schulterschluss und eine Seilschaft zu bilden. Das politische Signal dazu hat es in dieser Form auch noch nicht gegeben.“ Spartenobmann Harald Ultsch glaubt, dass der Prolog vorerst auch eine „Beobachtungs-Veranstaltung“ ist. „Wenn jetzt noch manche in ihren Lehnstühlen sitzen, bin ich mir sicher, dass wir zur Vollversion 2011 noch mehr Regionen dazu bewegen können, mitzumachen. 

Wie durch ein Brennglas
Fritz Kraft, Geschäftsführer Innsbruck Tourismus sieht den Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer ebenfalls als Mitstreiter der ersten Stunde, wenn es um den Schulterschluss des Alpenbogens geht. Umso mehr freue es ihn, dass sich mit der Auftaktveranstaltung in Innsbruck „die Alpen als Ganzes endlich emanzipieren, mit sich selbst beschäftigen und hineinhorchen, was die Alpen ausmacht.“ Kraft stuft den Prolog als „ersten Impuls“ ein. „Dieser Impuls muss eine Entwicklung schaffen, die dann über viele, viele Jahre gehen soll“. Dass der Prolog in Innsbruck stattfindet, hält Kraft für keine sonderliche Überraschung. „Innsbruck ist alles das, was die Alpen ausmacht. Es ist wie durch ein Brennglas auf den Punkt gebracht.“ Auch Kraft streut der für 2011 in Aussicht gestellten Verkaufsplattform Rosen. „Nicht dass es mir leid tut, nach Wien, Berlin oder London zu pilgern, um die Alpen zu verkaufen. Aber die Alpen haben ein Anrecht, eine eigene touristische Alpenbörse in die Welt zu setzen.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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