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Die Aufholjagd ist eröffnet

08.07.2010

Rennfahrer Alexander Wurz übernahm nach dem Tod seiner Tante den Wiener Traditionsbetrieb „Piccini“ und will damit neu durchstarten

Alex Wurz hält jetzt auch im Piccini das Steuer fest in der Hand

 Alexander Wurz ist hierzulande den meisten als „Mann fürs Schnelle“ bekannt. Was die wenigsten wissen: Er stammt u. a. aus einer Gastronomiefamilie. So hat seine Tante Juditha Schindl bis zu ihrem Tod vor wenigen Wochen das Wiener Traditionslokal Piccini auf der Wienzeile beim Naschmark geführt, zu dem daneben auch ein Feinkostgeschäft und ein Großhandel gehören. Davon machen der Großhandel, mit dem diverse Restaurants, aber auch andere Feinkostgeschäfte (u. a. Meinl am Graben) beliefert werden, etwa die Hälfte des Umsatzes aus, die restlichen 50 Prozent teilen sich ziemlich gleich auf auf Bar/Restaurant und Alimentari-Bereich.

Doch gesundheitliche Probleme der Inhaberin ließen das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein wenig straucheln und so übernahm Alex Wurz nun die Leitung mit dem Vorsatz, den alten Glanz des Traditionsbetriebes wieder herzustellen. „Unser Ziel ist es, die Tradition zu behalten, die Marke Piccini zu festigen und insgesamt wieder schwarze Zahlen zu schreiben“, umschreibt er seine neue Aufgabe, die er nebem seinen Verpflichtungen als Rennfahrer, ORF-Kommentator etc. hat.

„Das heißt jetzt nicht, dass ich jeden Tag vor Ort bin. Das kann ich gar nicht. Mein Wohnsitz ist ja Monaco. Aber ich kann auch im Hintergrund Entscheidungen treffen. Zudem habe ich das Glück, ständig rund um die Welt unterwegs zu sein, das heißt, dass ich laufend sehe, wo es neue Trends, neue Ideen gibt.“ In ein bis eineinhalb Jahren will Wurz den Piccini so wieder in die Gewinnzone bringen.

Evolution statt Revolution
Dabei soll das Piccini-Konzept unverändert bleiben. Und auf keinen Fall wird das Lokal zu einem Treffpunkt für Wurz- oder Formel-1-Fans umgemodelt, wie der Neo-Chef betont. „Der Piccini hat sicher nicht 154 Jahre gewartet, bis der Wurz daherkommt und daraus ein Fanlokal macht. Der Piccini bleibt der Piccini!“ Dass Wurz jetzt Synergien nutzt und bei ORF-Übertragungen etwa sein Outfit mit dem Piccini-Logo schmückt, steht auf einem anderen Blatt, ändert aber nichts am Konzept. Der alteingesessene Stammkunde soll hier weiterhin das finden, was er hier seit Jahrzehnten bekommen hat, aber auch eine neue Klientel soll mit neuen Angeboten angesprochen werden.

Gerade im Feinkostbereich leidet der Piccini unter der Konkurrenz der Supermärkte, die häufig Produkte mit dem gleichen Markennamen anbieten. Zwar ist die Qualität der Produkte dann oft eine andere, aber das bemerkt der Kunde nicht so schnell wie den Preisunterschied. So wird man also künftig einige neue Produkte von neuen Produzenten in den Regalen finden, die neben hoher Qualität auch ein akzeptables Preisniveau bieten sollen. „Wir werden uns künftig auf die Suche nach kleinen Erzeugern mit Spezielprodukten begeben“, so Wurz. „Die Ligurische Küste, San Remo, Imperia, ist eine Gegend, in der es im Hinterland phantastische Produzenten gibt. Und dorthin hab ich`s ja nicht weit. Da werde ich mich künftig also genauer umschauen.“

Preiswürdigkeit wichtig
Der Preis ist dabei ein Thema, das Wurz auch im Gastronomiebereich ein Anliegen ist. Wurz: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, da gibt es Lokale in der Nähe – etwa vor einer größeren Wein-Kette, bei der man für ein Glas Wein wesentlich mehr bezahlt als bei uns.“ Und auch beim Essen soll es weiterhin klassische italienische Küche ohne viel Gigi geben und ohne, dass man nach Hauben strebt. „In diesem Segment waren wir, und da wollen wir auch bleiben“, erklärt Wurz. Am wichtigsten sei, dass die Qualität stimmt. Dann käme der Gast ohnehin von alleine wieder.

Riccardo Piccini GmbH, 1060 Wien, Linke Wienzeile 4,

Tel.: 01/5875254, office@piccini.at, www.piccini.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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