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Die Aussichten stehen gut

20.05.2005

Die österreichische Tourismuswirtschaft sieht mit einiger Zuversicht der Sommersaison 2005 entgegen.

Nach der erfolgreich geschlagenen Wintersaison gibt auch das Stimmungsbarometer für den Sommertourismus Anlass zu Optimismus.
Durch die kontinuierliche Verbesserung und Ausweitung der Angebotspalette im heimischen Tourismus und das Erschließen neuer Gästeschichten, nicht zuletzt aus den neuen EU-Mitgliedsländern und aus Asien, kann trotz anhaltender Konjunkturschwäche in Deutschland mit einer Wiederholung des ausgezeichneten Vorjahresergebnisses gerechnet werden. Die Umsätze könnten nach vorsichtigen Schätzungen um drei bis vier Prozent zunehmen, wagt der Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, KR Hans Schenner, eine Vorschau auf die bevorstehende Sommersaison.
Wichtig für eine Fortsetzung des Wachstumskurses von Österreichs „Devisenbringer Nummer eins“ ist die Unterstützung der hochmotivierten heimischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch eine ausreichende Zahl von Saisonhilfskräften. Die Tourismussparte begrüßt daher grundsätzlich die Entscheidung über das Saisonierkontingent 2005. Dies ermöglicht den Betrieben eine rechtzeitige Planung. Erfreulich, so Schenner weiter, ist die Tatsache, dass dank eines Vorgriffserlasses des für den Tourismus zuständigen Wirtschaftsministers Martin Bartenstein bereits erste Genehmigungen für Saisoniers ausgestellt werden können.

Relativ optimistisch
Minister Bartenstein ist ebenfalls „relativ optimistisch“ für die kommende Sommersaison 2005. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwarte ein Umsatzplus von rund drei Prozent. Das bedeute in etwa gleich bleibende Nächtigungszahlen, so Bartenstein.
Der Chef der Österreich Werbung (ÖW), Arthur Oberascher, hofft wie Bartenstein auf mehr Gäste aus Deutschland. Dazu sollen auch um zehn Prozent höhere Marketingausgaben beitragen. „Wir gehen in Deutschland in die Tiefe und sprechen besondere Interessensgruppen an“, sagt Oberascher. Im Vorjahr hätten viele Deutsche auf Urlaub verzichtet, um nicht ihren Arbeitsplatz zu gefährden.
Deutsche Reiseveranstalter melden gegenüber 2004 zweistellige Zuwachsraten für Österreich-Urlaube, hieß es. Auch der Chef des deutschen Reisebüroverbandes ortet Anzeichen, dass Deutschland wieder zum „Reiseweltmeister aufsteigt“.

Aufbruchstimmung in der Steiermark
Mit Investitionen in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe und viel Innovationen in den bekannten steirischen Themenfeldern startet der Tourismus in der Grünen Mark in die Sommersaison. Man erwartet „bei guter Stimmung“ aufgrund der vielen Investitionen eine gleich bleibende Gästezahl. Jeder zehnte Deutsche könne sich etwa einen Urlaub in den Alpen vorstellen. Die Reiselust sei ungebremst, weder die schlechte wirtschaftliche Lage noch Terrorangst bewege zum Verzicht auf den Urlaub. Bei den Inländern hofft der Chef der Steirischen Tourismusgesellschaft (STG), Georg Bliem, auf ein Halten des Niveaus.

Sommer ist nicht Winter
Leo Bauernberger, den Geschäftsführer der SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft, stört schon länger die Betrachtungsweise: „Die Branche spricht immer von einer Sommerkrise, das ist erstens falsch und zweitens nicht gut. Wer fährt schon gerne zu Krisen? Der Sommer muss eigenständig bewertet werden, und nicht immer nur im Vergleich zum Winter. Im Winter sind wir Weltmarktführer und die Zahlen haben sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Der Sommer hat sich auch gut entwickelt, hat aber eine andere Geschwindigkeit. Im Gegensatz zum schneedominierten Winter, braucht es im Sommer mehr Hirnschmalz, um die Angebote auf den Markt abzustimmen. Dafür heißt es den Sommer in seiner Vielfalt zu betrachten. Was man noch braucht, ist der Mut zur Nische. Die Voraussetzungen sind da und damit auch riesige Chancen für den Sommertourismus. Gerade im Bereich Wandern, der mittlerweile auch bei der Jugend wieder im Trend liegt, haben wir ein perfektes Umfeld. Die bestehenden Ressourcen bieten die besten Voraussetzungen für Entschleunigung und Erholung und damit für gute Angebote abseits des Massentourismus. Aber auch bei Golf, Radfahren und Wellness ist der heimische Tourismus für ein solides Geschäft gut aufgestellt.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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