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Die Bellaria und sein Café

04.07.2008

Das Café Bellaria steht auf historisch bedeutsamen Boden inmitten der Kulturmeile Wiens. Natur- und Kunsthistorisches Museum, Museumsquartier, Volkstheater, Burgtheater, Justizpalas, Parlament und Volksgarten umrahmen das historische Café.

Das Team um Charly Kotzina

Kaiser Franz-Joseph benannte die Bellaria deshalb so, weil er damals von der Hofburg gerne hinauf spazierte und die Luft als so wohltuend empfand. Bellaria, die gute Luft auf Italienisch.
„Das Café Bellaria ist das älteste Kaffeehaus Wiens – es gibt es bereits seit 1870 – und war früher auch Konditorei und Bäckerei“, erzählt Charly Kotzina, der Besitzer des Café Bellaria, recht stolz.
Konzertcafé
Das Café Bellaria nennt sich auch Konzertcafé. Jeden Abend tritt ein Pianist auf und jeden Montag gibt es einen Liederabend mit dem Staatsopernverein. Diese Abende werden dann von einem großen Stammpublikum besucht.
Die nahe gelegene Fanzone stört dabei auch nicht. In der ersten Woche haben sich zwar viele vom Stammpublikum „abgemeldet“. Danach hat sich aber wieder alles beruhigt und die Stammgäste kamen wieder. „Die Fanzone bringt sogar etwas“, freut sich Charly Kotzina: „Einerseits konsumieren die Fans vor und nach den Matches, andererseits wurden bei den großen Spielen die Fanzonen ja gesperrt und die Fans saßen in unserem Lokal beim gro­ßen Fernseher. Wir hatten dadurch schon ein schönes Umsatzplus, obwohl ich gestehen muss, dass ich mir mehr erwartet habe. Aber die EM ist ja noch nicht zu Ende“.
Musik als Umsatzbringer
Der allabendliche Pianist bringt Umsatz. Charly Kotzina hat sich damit einen eigenen Markt, eine eigene Zielgruppe aufgebaut: „ Vor dem Beginn der Theater sind ohnehin alle Lokale voll, danach auch. Nur in der Zeit dazwischen hatten wir oft sehr wenig Geschäft. Jetzt kommen genau in dieser Zeit viele Touristen, aber auch Wiener, um zu plaudern, aber auch um der Musik zu lauschen.“
Speziell beworben werden diese Konzerte nicht, aber das Café Bellaria scheint als Konzertcafé mittlerweile schon in dem meisten Tourismusprospekten auf und wird somit auch gezielt aufgesucht.
Aus eigener Kraft
Markt- und Markenaufbau liegt Charly Kotzina offenbar im Blut. Durch seine Umtriebigkeit im In- und Ausland konnte er viele gastronomische Eindrücke gewinnen, die er sich später zunutze machte, denn schon bald unterzogen sich seine gastronomischen Ambitionen einer Verjüngungskur und er begann als Manager junge Konzepte für Konzernbetriebe zu entwickeln und umzusetzen wie etwa der Lembacher (BrauAG) und der Wigast- Company. In den Jahren 1993–1997 entstanden Sparky’s unlimeted (American Bar-Restaurant) in Wien 1, Goldschmiedgasse, Flieger&Flieger (Szenebeisel im Stil der 20er mit dem Thema Fliegen) in Laxenburg und Classic Rock Café Vienna (American Bar-Restaurant und Entertainment) in Wien1.
Patenschaft für die Schweizer
In Vorfeld der EURO hat man sich auch überlegt, wie man dazu etwas einbringen kann und kam dann auf die Idee, die Patenschaft für die Schweizer Fans zu übernehmen. Die Umsetzung war nicht schwer, da Charly Kotzina ohnehin über gute Kontakte in die Schweiz und zur Schweizer Botschaft hatte, die schon von jeher das Café Bellaria ihren Landsleuten empfahlen.
Und so konnte man beim letzten Jazz-Brunch den Schweizer Botschafter begrüßen und auch die Schweizer Bundeskanzlerin war schon da. Es leben etwa 4.000 bis 5.000 Schweizer in Wien und die besuchen regelmäßig das Café Bellaria und das nicht nur zur EURO.

Café Bellaria, Komm.-Rat Charly Kotzina, Bellariastraße 6, 1010 Wien, Tel.: 01/523 53 20, www.cafebellaria.at, cafebellaria@aon.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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