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Die Chinesen kommen ...

05.03.2015

Oder noch nicht? Der Tourismus-Spezialist Kohl & Partner lud zum Expertentalk, um das Potenzial des asiatischen Quellmarkts für Österreich auszuloten.

Die gut verdienende Mittelklasse in China sitzt auf gepackten Koffern – und hat Lust auf Skifahren.

Text: Ute Fuith

 

In der Schweiz sind die Chinesen bereits die neuen Reiseweltmeister. Die chinesische Mittel- bis Oberschicht könnte sich laut Prognosen bald auch mehr leisten als wie bisher eine Gruppenreise. „China hat bereits dasselbe Bruttoinlandsprodukt wie die EU“, beschreibt Daniel Orasche von Kohl & Partner die „unglaubliche Wirtschaftskraft“ des asia-tischen Landes. Rund 300 Millionen Chinesen sind potenzielle Skifahrer. Weshalb zu den heimischen Lieblingsdestinationen der Reisenden aus dem Reich der Mitte Salzburg zählt. Aber auch Wien, als Schauplatz von „Sissi“, ist sehr beliebt.

Spezielle Erwartungen
2013 besuchten 409.000 Chinesinnen und Chinesen Österreich. In Wien waren es 2014 immerhin 139.000. In der Bundeshauptstadt betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer allerdings nur 1,7 Nächte. „Österreich ist ein hochpreisiger Standort“, sagt Gregor Kadanka, Gescha?ftsfu?hrer Mondial Reisen. Hotels im nahen Bratislava seien immer noch um einiges günstiger. „Chinesische Gäste haben spezielle Erwartungen“, sagt Bettina Haeberle, Area Director of Sales Germany & Central Europa der InterContinental Hotel Group. Deshalb hat die Gruppe mit den „Hua Lux“-Hotels eine eigene Linie für chinesische Gäste geschaffen: „Die Marke wurde in China entwickelt und soll bald 1:1 nach Europa exportiert werden“, so Haeberle.
Um Österreich für chinesische Gäste noch attraktiver zu machen, müssen allerdings einige Anstrengungen unternommen werden: „Zum Beispiel die Homepage auf Chinesisch anbieten, Servicekräfte mit Mandarin-Kenntnissen einstellen oder die Zahlungsart der Direkt-Debit-Card einführen“, meint Haeberle.
In Summe liegt der Anteil chinesischer Urlauber in Österreich derzeit nur bei 1,1 %. Umso wichtiger sei es aber, diese Chance nicht zu verschlafen. „Wir rechnen mit Wiederkehrern“, hofft die Sales-Direktorin. Nach dem Vorbild der Schweiz könnte Österreich z. B. auch auf das Thema „Honeymoon“ aufspringen. ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer fordert außerdem „eine Erleichterung bei der Visum-Ausstellung, die Abschaffung der Flugticketabgabe und Erleichterung bei Arbeitserlaubnissen für chinesische Staatsbürger in Österreich.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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