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Bitte lächeln: Chinesen buchen immer mehr Badeurlaube. Und sie entdecken Österreich.

Die Chinesen kommen

27.08.2015

Umfragen: Kommen sie wirklich? Bis nach Österreich? Und wie lange bleiben sie?

Die Statistiken sind beeindruckend: Nach zwei Jahrzehnten rasantem Wachstum stieg China zu einem der führenden globalen Herkunftsmärkte für Auslandsreisen auf – vor allem im Leasure-Bereich. Diese Zahlen konkretisiert jetzt eine Sonderauswertung des World Travel Monitors von IPK International im Auftrag der ITB Berlin. Fast die Hälfte aller Auslandsreisen entfallen in China auf Tagesexkursionen und Einkaufsfahrten, vorwiegend nach Macao und Hongkong. Auch von den Auslandsreisen mit Übernachtung entfallen fast die Hälfte auf Macao und Hongkong. Am Ende bleiben von 105 Millionen Auslandsreisen 36,6 Millionen für den Rest der Welt – mit immerhin 171 Millionen Übernachtungen.

Allerdings verreisen auch Chinesen immer kürzer: Sie bleiben im Schnitt 5,5 Nächte. Auslandskurzreisen bis zu drei Nächten sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert, längere Reisen rückläufig. Beliebteste Reiseziele sind Asien und Nordamerika. Immerhin 18 Prozent fahren nach Europa. Europa hat in den letzten Jahren mit durchschnittlich 7,5 Prozent kräftig zugelegt, verliert aber insgesamt an den Rest der Welt. Nicht so in Wien: Im insgesamt rekordverdächtigen Juli (plus 11,2 %) verzeichnete Wien bei China ein Plus von 24 % auf 41.000 Nächtigungen und 12.000 Nächtigungen bei Taiwanesen (+56 %). China liegt in Wien bei den nächtigungsstärksten Ländern bereits auf Platz 7.

Starke Veränderungen sind bei der Wahl der Unterkunft zu verzeichnen: Übernachtungen von Chinesen in der Top-Hotellerie nahmen weltweit um 28 % pro Jahr zu und liegen bei 55 % aller chinesischer Übernachtungen! Sie nehmen auch immer lieber ihre Kinder mit. Darauf entfällt schon ein Drittel aller Auslandsreisen. Ob das alles auch für Europareisen gilt, verrät der World Travel Monitor nicht. Auch wenn die Anzahl der reiseerfahrenen Chinesen steigt, setzt der durchschnittliche Tourist aus dem Land der Mitte noch immer mangels Sprach- und Schriftkenntnissen auf Reisegruppen mit Reiseleiter. Direktbuchungen liegen erst bei 17 Prozent.

Technikaffin
Der Chinese International Travel Monitor von Hotels.com sammelte Umfrageergebnisse von mehr als 3.000 chinesischen Reisenden und 1.500 Hotelpartnern von Hotels.com. Hier wird der wachsende Einfluss der technikaffinen Generation Y (Menschen unter 35) festgestellt – noch vor allem in der Asien-Pazifik-Region. 80 Prozent der chinesischen Reisenden haben ihren Urlaub online geplant oder gebucht, 2013 waren es nur 53 Prozent. Die Hälfte nutzt dafür auch ein Smartphone.

Am meisten Geld für eine Übernachtung gaben Chinesen in Neuseeland, Schweden und Argentinien aus. In Zukunft würde die Mehrheit am liebsten nach Australien, Japan oder Frankreich reisen.

Hotels.com reagiert auf die zunehmende Bedeutung chinesischer Reisender mit einer Webseite auf Chinesisch (bereits seit 2009). Sie bieten zahlreiche Apps für Smartphones und Tablets in vereinfachtem Chinesisch. Als Online-Zahlungsmethode kann das weitverbreitete Alipay genutzt werden. (tav)   

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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