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Die eiserne Maske

04.05.2009

Der Austrian Chocolate Master 2009 kommt aus Tirol, arbeitet in Wien in der Kurkonditorei Oberlaa und heißt Christian Schaberreiter. Sein Schokoladeexponat trägt den Titel "Die eiserne Maske" und entstand in Anlehnung an den gleichnamigen Film. Schaberreiter wird Österreich beim World Chocolate Master in Paris vertreten. Von Irene Stelzmüller

Der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Meisterpatissier Herwig Gasser den 7. Patisserie Grand Prix im Redoutensaal der Wiener Hofburg. Insgesamt 19 Schokoladekünstler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz stellten ihre Handwerkskunst vor den Augen und Geschmacksnerven einer professionellen Jury und dem Publikum unter Beweis. Das Thema des Wettbewerbs lautete "Ludwig XIV. Am Hofe des Sonnenkönigs" - inspiriert vom und abgestimmt auf das Motto des 52. Ball der Wiener Kaffeesieder "L´Ésprit francais". Der Gesamtsieg und damit der Titel "Austrian Chocolate Master" ging an Christian Schaberreiter von der Kurkonditorei Oberlaa in Wien und seine Kreation " Die eiserne Maske". Er selbst beschreibt sein Werk so: "Von den düsteren Schatten eines Verlieses hinauf in die strahlende, opulente Welt des Sonnenkönigs. Verzweiflung, Krieg und endlose Feste, zur selben Zeit, vereint unter der Herrschaft Ludwig XIV.. Die Legende um den Mann mit der eisernen Maske ist eine faszinierende und geheimnisvolle Geschichte. War er ein Zwillingsbruder Ludwigs oder gar illegitimer Sohn der Königin? Ein Leben hinter einer Maske und das eines Königs. Zwei Schicksale und zwei Welten, wie sie verschiedener nicht sein konnten. Es war die Zeit der Abenteuer und Musketiere, die mich inspirierte, diese Legende in edle Schokolade umzusetzen.
Den hervorragenden zweiten Platz belegte Brigitta Schickmeier von der Konditorei der anderen Art in Pettenbach mit dem Objekt "Im Zeichen des Sonnenkönigs". Rot und Gold, die Farben der Macht und des Reichtums, sind das schmale, hochglänzende Fundament mit der markanten Unterschrift des Königs, das jedoch leicht durch eine Revolution zu wanken beginnen kann. Über eine mächtige Säule, die gefräst wurde, gelangt man zu der Zahl XIV, die vor Macht und Stolz protzt. Die Zahl XIV geht in Flammen auf und umgreift das Siegel mit dem Abbild des Sonnenkönigs. Den dritten Platz belegte Viola Plundrak, Landtmanns Feine Patisserie in Wien, mit " Der König der Bälle". Sie fragte sich: "Ludwig der XIV., Vorreiter des Kaffeesiederballs? Die Krone und die Sonne an der höchsten Stelle meines Exponates symbolisieren die oftmalige Abwesenheit des Königs bei vielen seiner höfischen Tanzanlässe, wo er sich mit Symbolik repräsentieren ließ.
Die tanzende Dame in dem prachtvollen Kleid stellt Ludwig XIV. unübertroffene Anziehungskraft auf schöne Frauen und seine vielen Mätressen dar.
Die geschwungenen Bögen stehen für seine Vorliebe für Kunst.
Als Königin der Blumen wird die glänzende Orchidee zum Symbol der Monarchie.
Die Bestplatzierten des international renommierten Wettbewerbs freuten sich über Geld- und Sachpreise, Schokoladeseminare in der berühmten Barry Callebaut Academy in Belgien sowie Frankreichaufenthalte. Dieses Jahr war die Spannung besonders hoch, da sich der erstplatzierte Teilnehmer aus Österreich automatisch für die Teilnahme am World Chocolate Master Mitte Oktober in Paris qualifizierte.
Junior Chocolate Master
Der Patissiernachwuchs trat heuer zum ersten Mal in einem eigenen Bewerb um den begehrten Titel "Junior Chocolate Master" an. Dieser Bewerb, ein besonderes Anliegen des Klubobmannes KR Maximilian K. Platzer, dient vor allem der Jugendförderung. Patissiers unter 26 Jahren ohne Wettbewerbserfahrung konnten sich hier der Konkurrenz in einer Juniorenklasse stellen und zum Thema "Dreispitz und Reifrock Die Pracht der barocken Mode" ihr Talent erproben. Der Sieg um den Titel "Junior Chocolate Master" ging an Laura Pelzmann, Konditorei Kundlatsch aus Gleinstätten.
Mehr als 600 Kilo feinste weiße und dunkle Callebaut Schokoladetunkmasse wurde in mehr als 20.000 Arbeitsstunden von den Teilnehmern verarbeitet. Die bis zu zwei Meter hohen Schokoladekunstwerke sind aber nicht nur eine statische Herausforderung. Schließlich bewerteten die Juroren jede Kreation nach Aussehen, harmonischem Gesamteindruck und technischen Aspekten. Neben der "Kunst zum Anbeißen" kam weiters eine mit Grand Marnier verfeinerte Torte und je eine Praline "Königreich" und eine Praline "Revolution" zur Bewertung.
Während sich die Jury, bestehend aus Hofrat Prof. Franz Zodl (Direktor der Gastgewerblichen Fachschule), Ewald Knauf (Leiter der Konditorenmeisterschule Köln), Jean-Pierre Wybauw (Barry Callebaut Belgien), André Rosset (Barry Callebaut Frankreich), Thierry Bergthold (Barry Callebaut Deutschland), Markus Podzimek (Gewinner des Austrian Chocolate Master 2005), Konditormeister Dietmar Fercher, Erich Semmelrock, Bernd Bimashofer, Christof Cremer (Kostüm- und Bühnenbildner) sowie den beiden "Jungen Wilden" Bernie Rieder und Denise Amann zur anonymen Punktevergabe zurückzogen, nutzten mehrere tausende Besucher die kostenfrei zugängliche Publikumsschau.
Die Prämierung der Gewinner und die Verleihung des "Austrian Chocolate Master" erfolgte am Abend des Wettbewerbstages im glanzvollen Ambiente eines Galadiners im großen Redoutensaal der Wiener Hofburg, wo tags darauf der 52. Ball der Wiener Kaffeesieder gefeiert wurde und die Tortenschau nochmals für mehr als 5.500 Ballgäste zugänglich war.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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