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Die Fusion in der Steiermark

13.07.2005

Das Unternehmen J. Hornig wurde 1912 gegründet. Unternehmensgegenstand damals war das Rösten und Vermarkten von Kaffee, ab 1913 auch von Tee. Zu diesen Wurzeln kehrt Hornig nunmehr zurück und konzentriert sich wieder auf das Kaffee- und Teegeschäft.

Die im Lauf der Jahrzehnte entstandenen Geschäftsbereiche Lebensmittelgroßhandel für Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel und Tankstellen hat Hornig vergangene Woche an die Unternehmensgruppe Pfeiffer verkauft. 600 Gastronomen werden – sofern sie den Wechsel des Lieferpartners nachvollziehen – ab sofort vom Zustelldienst des C&C Pfeiffer-Marktes in Graz-Seiersberg beliefert.

Wir hatten die Möglichkeit zwischen Kastner und Pfeiffer zu wählen. Nach einer genauen Abwägung haben wir uns für Pfeiffer entschieden.“ Konsul Johannes Hornig erzählt von der wohl gravierendsten Veränderung in der mehr als neunzigjährigen Geschichte des steirischen Familienunternehmens. Mit der Unterschrift, die vergangenen Freitag unter den Vertrag gesetzt wurde, wandern fast drei Viertel des Unternehmensumsatzes von Hornig oder 25 Mio. E zu Pfeiffer. Ein Kundenstock von 600 Gastronomen, 40 Einzelhandelskaufleuten, 13 Einzelhandelsfilialen und rund 30 Tankstellen sind von dem Deal betroffen.
Focus Kaffee und Tee
Hornig ist nach dem Verkauf seiner Groß- und Einzelhandelstätigkeiten ausschließlich Spezialist für Kaffee und Tee. Ausgehend von einer Marktführerschaft im Einzelhandel in der vom Marktforscher ACNielsen bezeichneten Region Süd soll dieser Bereich konsequent expandieren. Der erste Schritt dazu ist – als Bestandteil des Verkaufs vertraglich vereinbart – die massive Aufwertung der Produktpalette im Sortiment der Pfeiffer-Gruppe.
Der Mitarbeiterstab wird auf die für den Kaffee- und Tee-Bereich benötigte Dimension zurückgeschraubt. Rund 130 Mitarbeiter werden ins Pfeiffer-Team übernommen. Das Großhandelslager wird stillgelegt. Und mit dem Ende als Händler fällt schließlich auch der Vertragsgegenstand als Gesellschafter der Handelsorganisation ZEV-Markant weg, aus der Hornig somit ausscheidet.
Weitreichend sind die Konsequenzen aus dem Deal auch für Pfeiffer. Die Unternehmensgruppe war bisher in der Steiermark mit KIG als Einzelhandels-Lieferant, mit 19 Unimarkt-Filialen sowie den beiden C&C-Märkten in Spielberg und in Seiersberg schon stark vertreten. Durch den Deal mit Hornig stößt Pfeiffer in eine neue Dimension vor. „Wir setzen natürlich alles daran, die bisherigen Hornig-Kunden für uns zu gewinnen“, betont Dr. Erich Schönleitner von der Geschäftsführung der Pfeiffer Unternehmensgruppe.
Bei der operativen Umsetzung kommt dabei Erich Gödl eine entscheidende Rolle zu. Er leitet den C&C-Markt in Graz Seiersberg, erwirtschaftet dort mit seinem Team rund 50 Mio. E Umsatz und wird in Zukunft die Belieferung der bisher von Hornig betreuten Gastronomiekunden übernehmen.
Nimmt man die Entwicklung des Zustellgeschäfts dieses Pfeiffer-Standorts als Maßstab, so dürfen sich die Gastronomen auf gute Leistungen freuen. Immerhin konnte der Geschäftsbereich allein im vergangen Jahr um 45 Prozent ausgebaut werden.
Die Pfeiffer-Gruppe erhält durch die Kooperation mit Hornig (Johannes Hornig: „Wir haben Unternehmensbereiche verkauft, fühlen uns aber sicher nicht übernommen!“) freilich auch insgesamt einen beträchtlichen Schub. Die zusammengeführten Umsätze machen Pfeiffer zum größten Nah& Frisch-Partner innerhalb der ZEV-Markant. Und mit den Neukunden im Tankstellenbereich bei Shop-Top-Service „erreichen wir in etwa die Größe von Lekkerland“, freut sich Rudolf Potrusil, Mitglied der Geschäftsführung in der Pfeiffer-Unternehmensgruppe.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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