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Die Gastronomie in Österreich wächst

27.11.2003

Qualitative und quantitative Verbesserungen – Angebot passt sich geänderten Lebensgewohnheiten an.

In den letzten 10 Jahren hat in der heimischen Gastronomie ein gewaltiger Wandel stattgefunden: Während viele ländliche Gasthäuser aufgeben mussten, entwickelte sich eine bunte Vielfalt an Ethno- und Fast-Food-Gastronomie.
Das ist die Kernaussage einer aktuellen Studie, die jetzt vom Wiener RegioData Research-Institut veröffentlicht wurde. Ingesamt beträgt die Zahl der Gastronomiebetriebe demnach ca. 46.700 (1991 waren es rund 4% weniger), auf 300 Österreicher kommt damit rund ein Gastronomiebetrieb.
Der allgemeine Trend hin zu einer Spaß- und Erlebnisgesellschaft stellt die Gastronomie vor neue Herausforderungen. Als wesentlicher Bestandteil der Freizeitgestaltung stellt sich diese mit einem veränderten Angebotsspektrum auf die Bedürfnisse der Konsumenten ein. Dem allgemeinen Wunsch nach Abwechslung und Gesundheit tragen ein Vielzahl an Ethno- und Wellness-Angeboten Rechnung.

Regionale Unterschiede
Innerhalb Österreichs gibt es deutliche regionale Unterschiede in der Gastronomiedichte. Besonders dicht besetzt sind Tirol, Kärnten und die Steiermark. Hier kommt auf deutlich weniger als 300 Einwohner ein Gastronomiebetrieb. In Oberösterreich oder Vorarlberg liegt die Dichte wesentlich geringer.
Die stärksten Zuwächse in den letzten Jahren fanden in den Städten statt: Innsbruck, Graz, Salzburg oder Klagenfurt stechen hier heraus. Trotzdem bleibt Wien natürlich stärkste Stadt. In der Wiener Innenstadt etwa kommt auf 37 Einwohner ein Lokal.
Ländliche Gegenden haben in den letzten Jahren tendenziell stark eingebüßt: unter anderem in Spittal/Drau, Klagenfurt Land oder Eisenstadt Umgebung waren starke Rückgänge zu beobachten.

Hohe Heurigen-Dichte
Im Österreich-Ranking weit abgeschlagen findet sich das Nordburgenland. Hier gibt es jedoch eine Vielzahl an Heurigen, die keine Gastronomiebetriebe im eigentlichen Sinn sind.

Die regionalen Unterschiede werden dabei auch anderweitig bestätigt. So spricht Paul Mayrhuber von der Fachgruppe Gastronomie in Oberösterreich von einem Rückgang der typischen kleinen Landwirtshäuser und dafür von einem Boom beim kleinen urbanen Beisl. Und Ernst Dengg (FG Gastronomie/Tirol) bemerkt eine gewachsene Lokaldichte in Tirol, wobei vor allem ein Trend zu hoher Qualität und zur Ethnoküche zu bemerken sei. Im Moment leide die Tiroler Branche allerdings unter einem deutlichen Rückgang der deutschen Gäste. Und Stefan Gergely, Wiener Szene-Wirt und selbst Autor mehrerer Gastronomie-Studien, spricht nach wie vor von einer Übersättigung des Marktes. „Die Anzahl der Gäste in den Lokalen stagniert zwar, die Höhe der durchschnittlichen Konsumation geht jedoch spürbar zurück.“ Konsumverweigerung als Reaktion auf die generelle wirtschaftliche Entwicklung und als natürliche Pendelbewegung zur Konsumorgie der 90er-Jahre.

Nachbarn mit mehr Angebot
Trotz der gestiegenen Zahl an Betrieben hat Österreich laut der Studie eine im Verhältnis zum angrenzenden Ausland eher schwache Dichte an Gastronomiebetrieben: Im Bundesdurchschnitt weist Österreich 3,3 Gastronomiebetriebe pro 1.000 Einwohner aus. In Deutschland beträgt die Dichte im Bundesschnitt 3,7 Betriebe/1.000 Einwohner. Ein ausgesprochen hohes Gastronomieangebot finden die Gäste unseres östlichen Nachbarn: Ungarn kommt im Schnitt auf starke 5,15 Betriebe je 1.000 Einwohner!

Und Italien weist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle aus. Im Schnitt ist Italien allerdings relativ schwach besetzt: Auf 1.000 Einwohner kommen nur 1,5 Gastronomiebetriebe.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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