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Edith Dunst und  Christina Grassnig (r.)

Die integrative Kantine

26.09.2018

Gesundes Essen und eine gesunde Lebenseinstellung will die Hofküche in St. Andrä vermitteln.

Die Köchin ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Um Christina Grassnig wuseln die Leute umher, einerseits ihre Helferinnen, andererseits die Schaulustigen, die einen tiefen Einblick in die offene Schauküche erhaschen wollen. Wenig später tischt die Köchin für die rund 30 geladenen Gäste gesunde und regionale Speisen auf: Schwammerllasagne mit Zucchini-gratin, Süßkartoffeln und Salat. Heute ist die Eröffnung der „Hofküche“ in St. Andrä-Wördern. Es ist ein Lokal, das gegen die Verschwendung auftritt. „ Meine Devise lautet: Es gibt, was es gibt. Wenn es aus ist, ist es aus. Gäste sollen nicht für etwas zahlen, das weggeworfen wird, sondern nur für das, was sie tatsächlich essen“, sagt Grassnig, die zuletzt in einem Wiener Bio-Restaurant kochte. Durch die Vermeidung von Überfluss und Selbstbedienungsservice könne die Hofküche ein leistbares Mittagessen von 7,50 bis 8,50 Euro Essen (vegetarische Version oder fleischige Version) anbieten, meint die Köchin. 

Essen als Statement

Wer die Hofküche betritt, der merkt sogleich, dass es hier einen politischen Zugang zum Essen gibt. Slowfood und Umweltbewusstsein werden großgeschrieben. Kein Wunder, dass auch Josef Floh unter den Gästen ist. Mehr noch, der Topgastronom aus Langenlebarn hat das Projekt beraten, war quasi ein Geburtshelfer. 

Worum geht es noch? Über den Speiseplan will man Einflüsse unterschiedlicher Kulturen an die Gäste bringen. Speisen aus Nord- und Südamerika, Osteuropa und Asien stehen am Menüplan. Und daneben verfolgt die Hofküche als Social Business auch integrative Arbeit. Drei bis vier Vollzeitkräfte sollen demnächst hier beschäftigt sein. Dabei will man älteren Menschen und Wiedereinsteigern, die es am Arbeitsmarkt schwer haben, eine Chance geben. 

Die Hofküche ist übrigens Teil des Projekts „Dorf-Platz“, bei dem ein alter Bauernhof in einen Co-Workingspace mit unterschiedlichen Unternehmen aus Handwerk, dem Kreativbereich oder auch Beratung geschaffen wurde. Gut, das ist nicht der erste seiner Art. Trotzdem findet die ÖGZ dieses Projekt bemerkenswert. Weil die Gaststätte ein Platz des Austausches für die Büroleute, die Werkstättler und die Anrainer ist. Auch ein Kulturprogramm gibt es: etwa Theater oder Diskussionsabende. Und am besten kämen die Leute zusammen, wenn es regionales, frisches und gesundes Essen gibt, wie Unterstützer Josef Floh meint.

Autor/in:
Daniel Nutz
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