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Die Marke der Kochkunst

02.12.2004

Der wohl berühmteste Kochwettbewerb der Welt ist nach dem Doyen der französichen Küche, Paul Bocuse benannt. Thomas Dorfer vertritt Österreich im Jänner 2005 in Lyon, wenn dort zum zehnten Mal der Bocuse d´Or vergeben wird.

Der Wettbewerb um den Bocuse d´Or in Lyon ist so etwas wie die geheime Weltmeisterschaft der Kochkunst. 1987 hat der französische Meisterkoch Paul Bocuse dieses außergewöhnliche kulinarische Schauspiel ins Leben gerufen, das seither alle zwei Jahre im Rahmen der International Hotel Catering & Food Trade Exhibition Eurexpo über die Bühne geht.
„Bei dem Ereignis kommen die bedeutendsten Köche der Welt zusammen, um diejenigen zu unterstützen, die antreten, eine gastronomische Tradition zu verteidigen, die Ewigkeitswert besitzt: die Kochkunst als Symbol des Lebens“, erläutert Paul Bocus höchstselbst die Motivation für diesen Preis.

Jury mit Wolfgang Puck
Um sich dieser hehren Vorgabe würdig zu erweisen, müssen die Wettbewerbsteilnehmer folgende Aufgabenstellung lösen: Sie haben fünf Stunden Zeit, um ein Fischgericht – der vorgegebene Fisch ist Seeteufel – und ein Fleischgericht – konkret Kalbsrücken – mit Beilagen für jeweils 12 Personen zuzubereiten. Dargebracht wird es einer internationalen Top-Jury unter dem Vorsitz des weltbekannten Star-Kochs Wolfgang Puck auf klassischen Platten. Ausschlaggebend für die Bewertung sind
• Aussehen und Dekoration
• Kreativität und Interpretation
• Geschmack
• Hygiene und Sauberkeit.
Für 2005 haben sich 33 Länder aus aller Welt beworben, 24 wurden für den Wettbewerb ausgewählt, darunter auch Östereich.

Unter Obauers Obhut
Das Projekt Bocuse d’Or steht in Österreich in Obhut von Rudolf Obauer, der selbst schon auf eine Teilnahme am internationalen Wettbewerb in Lyon zurückblicken kann. Unter der von ihm geleiteten Jury wurde im Rahmen der Alles für den Gast Frühjahr der Vertreter Österreichs gekürt. Als eindeutiger Sieger ging Thomas Dorfer, aktuell Sous Chef im Landgasthaus Bacher, aus der Österreich-Ausscheidung hervor. Er wird damit in Lyon die rot-weiß-rote Fahne hoch halten unterstützt von seinem Commis René Zinsmeister.
„Kalbsrücken und Seeteufel“ lauten die Anforderungen für Lyon, denen sich das Team zu stellen hat. „Nicht einfach“, weiß Obauer, aber die Gerichte sollen auch eine „Herausforderung an die Köche stellen“, so Obauer weiter, denn es „gibt heute viel zu wenige Köche, die mit allem Drum und Dran kochen können“. „Drum und Dran“ heißt in diesem Fall von den unbehandelten Rohzutaten bis zum fertigen Gericht. Eine weitere Aufgabestellung erleichtert das Projekt nicht unbedingt: Im Idealfall sollte man an den Gerichten die nationale Herkunft ihrer Schöpfer nachvollziehen können.
Die Aufmerksamkeit, die den Teams im Rahmen der zwei Wettbewerbstage in Lyon gewidmet wird, ist übrigens enorm. 550 Journalisten werden akkreditiert, 30 TV-Stationen übertragen vom Bocuse d´Or. Der Event wird damit zueinem kulinarischen Schaufenster von Weltformat.

Ziel: Unter die Top Ten
„Unser Ziel ist es, das bisher beste österreichische Ergebnis zu erzielen“, erläutert Rudolf Obauer. Konkret wäre das erstmals ein Platz unter den Top Ten. „Die Chancen für eine noch deutlich bessere Platzierung sind allerdings durchaus gegeben“, ist der Werfener Haubenkoch optimistisch, der sich auch einen Sieg vorstellen kann, denn: Mit Thomas Dorfer gehe ein Kandidat ins Rennen, der dem Wettbewerb mit höchster Ernsthaftigkeit gegenüber trete. Seit dem Frühjahr nutzt das Team Austria jede freie Minute zum Training. „Andererseits haben wir heuer durch eine breite Unterstützung von Sponsoren eine so professionelle Voraussetzung wie nie zuvor“, freut sich Obauer. Konkret prangen auf dem von Renault zur Verfügung gestellten Team-Fahrzeug die Logos von Austrian Airlines, BÖG, Convotherm, Farbingern, QimiQ, Rapso, Römerquelle, Schirnhofer, Stiegl, Uncle Ben’s und Villeroy & Boch, die somit dem österreichischen Team zur Seite stehen. Eine besondere Rolle kommt dabei QimiQ zu. Das Salzburger Unternehmen zeichnet als Hauptsponsor verantwortlich sowohl für die Vorbereitungsarbeiten als auch für die Bewerbung des Wettbewerbes in Österreich.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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