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Die Promis kommen als Letztes dran

08.07.2010

Wolfgang Puck kam eigens nach Wien, um für die große „SALON Österreich Wein“-Gala aufzukochen. Die ÖGZ traf ihn im Vorfeld zu einem ausführlichen Gespräch

Wolfgang Puck, ein begnadeter Koch, ein überaus erfolgreicher Unternehmer und dazu ein überzeugter Botschafter des österreichischen Weins

Der gebürtige Kärntner Wolfgang Puck zählt nicht nur zu den bekanntesten Köchen der USA, er ist auch einer der erfolgreichsten Gastronomie-Unternehmer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und darüber hinaus. Einen Überblick über seinen Lebenslauf und die rund 70 Restaurants, die er – zumeist mit Partnern – auf der ganzen Welt betreibt, finden Sie auf seiner Website www.wolfgangpuck.com bzw. auf www.gast.at

ÖGZ: Herr Puck, wie darf man sich einen normalen Arbeitstag bei Ihnen vorstellen. Mit über 70 Restaurants auf der ganzen Welt bleibt wohl kaum Zeit dafür, noch selbst zu kochen, oder?
Wolfgang Puck: Ich bin rund 180 Tage im Jahr unterwegs, aber das restliche halbe Jahr bin ich in Los Angeles, und dann bin ich – bis auf den Sonntag – auch täglich in meinen Restaurants und zwar immer auch in der Küche. Aber natürlich brauchen die mich dort nicht zum Kochen, im Laufe der Jahre habe ich ein hervorragendes Team um mich herum geschaffen.


ÖGZ: Wie wichtig ist Ihnen Ihre Präsenz in den eigenen Lokalen?
Wolfgang Puck: Total wichtig, aber mehr noch im Dining Room als in der Küche. Wenn ich da bin, dann wollen die Gäste mich auch sehen und ein paar Worte mit mir wechseln. Ich habe mir angewöhnt, jeden Gast persönlich zu begrüßen. Die Prominentesten kommen seit ein paar Jahren als Letzte dran.

ÖGZ: Wieso das?
Puck: Vor Jahren war jemand, den ich flüchtig gekannt habe, mit seiner Mutter im Spago zu Gast und hat mir danach einen bitterbösen Brief geschrieben, obwohl er mit dem Essen total zufrieden war. Er hatte seiner Mutter erzählt gehabt, dass er mich kenne, ich habe aber nur die prominenten Gäste begrüßt und ihn links liegen gelassen. Das war mir eine große Lehre. Seither begrüße ich wirklich jeden Gast persönlich. Auch wenn, wie unlängst, Tom Cruise und David Beckam da sind, gehe ich zu ihnen als Letzte. Die verstehen das übrigens auch.

ÖGZ: Ihre Fine-Dining-Restaurants laufen unter verschiedenen Namen. Wieso eigentlich?
Puck: Das Konzept muss zum Standort passen, deshalb funktioniert das einfache Multiplizieren eines Restaurants nur im Casual-Dining-Bereich wie etwa den Wolfgang-Puck-Cafés. Außerdem stehen hinter den verschiedenen Fine-Dining-Projekten  unterschiedliche Finanzpartner. Da macht es für alle Beteiligten einfach mehr Sinn, eine eigenständige Marke zu entwickeln, die auch nach einem eventuellen Ende der Partnerschaft weiterverwendet werden kann.

ÖGZ: Wie stellt sich die Zusammenarbeit mit externen Finanzpartnern konkret dar?
Puck: Das ist unterschiedlich, aber wir beteiligen uns immer seltener mit eigenem Kapital an neuen Projekten, sondern übernehmen lediglich das operative Management und bekommen dafür einen bestimmten Prozentsatz vom Umsatz. Das funktioniert deshalb, weil wir über Jahrzehnte bewiesen haben, dass wir Fine-Dining-Restaurants über viele Jahre profitabel führen können.

ÖGZ: Gibt es da überhaupt Synergien, die Sie nutzen können?
Puck: Was das Operative, das Marketing oder den Einkauf betrifft kaum, aber das ist auch nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass wir durch unsere Größe immer tolle Karrierechancen für Talente haben. Wenn irgendwo Feuer am Dach ist, kann ich sofort auf jemanden zurückgreifen, auf den ich mich verlassen kann.


ÖGZ: Sie sind zu einer Wein-Gala nach Wien gekommen. Wie steht es eigentlich um österreichische Weine in den USA?
 
Puck: In den Luxusrestaurants, die auch Sommeliers beschäftigen, gibt es überall hervorragende Rieslinge und vor allem Grünen Veltliner aus Österreich, aber da kostet eine Flasche oft über hundert Dollar. Ich bemühe mich gerade darum, auch günstigere österreichische Weine zu promoten, weil der Markt dafür riesig ist.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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