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Die Service-Offensive

10.05.2006

Der BÖG-Bundeskongress in Bregenz stand ganz im Zeichen der Service-Mitarbeiter. Von einer breiten Service-Offensive – die auch von der ÖGZ unterstützt wird – soll die gesamte Branche profitieren.

Die Qualitätsvereinigung Beste Österreichische Gastlichkeit (BÖG) lud zu ihrem diesjährigen Bundeskongress (23. bis 25. April) an den Bodensee.
Im Bregenzer Festspielhaus ging ein zweitägiges Vortragsprogramm über die Bühne, bei dem sich hochkarätige Referenten dem Thema Service von unterschiedlichen Blickwinkeln näherten. Außerdem diente der Kongress auch als offizieller Startschuss für die große BÖG-Service-Offensive 2006.

Köche als Vorbild
„In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Image des Kochberufs nicht zuletzt wegen der Bewertungen durch À la Carte, Gault Millau und Michelin stark verbessert. Koch ist in den Augen einer breiten Öffentlichkeit ein Beruf geworden, in dem man ‚Karriere machen‘ kann. Für Service-Mitarbeiter gibt es keinerlei Auszeichnung. Entsprechend schwach ist auch das Image der Kellner“, berichtete BÖG-Präsident Toni Mörwald.
Der erste Schritt der BÖG-Service-Offensive besteht darin, mit einem Fragebogen die 20 Kernkompetenzen jedes Service-Mitarbeiters zu ermitteln. „Dabei sollen Mitarbeiter und Vorgesetzter nach dem 4-Augen-Prinzip ruhig eventuelle Unterschiede in der Selbst- und Fremdeinschätzung ansprechen“, erklärte BÖG-Geschäftsführer Christian Bayr. Schließlich führt ja schon alleine die konkrete Auseinandersetzung mit den Anforderungen des Berufs zu einem veränderten Bewusstsein.
Jene Mitarbeiter, die zumindest 80 von 100 möglichen Punkten schaffen, können sich Ende Juni in Wien oder Salzburg zur schriftlichen Vorausscheidung bewerben. Die sechs besten fahren zum großen Finale nach Graz.
Finale bei Grazer Gastronomia
Auf der Fachmesse Gastronomia in Graz wird dann am 12. September bei einem großen Wettbewerb vor Publikum der „Beste Österreichische Gastgeber“ von einer Expertenjury gewählt. „Wir wollen mit dieser Offensive das Image des Kellner-Berufs nachhaltig verbessern und dadurch die Servicekultur insgesamt heben. Denn eines ist klar: Wenn wir nicht selbst etwas für unsere Servicemitarbeiter tun, wird sich nicht so schnell etwas zum Positiven ändern“, betonte BÖG-Präsident Toni Mörwald.

Das Thema „Service“ ist so vielfältig wie unsere Branche. Das wurde auch durch den unterschiedlichen Zugang der durchwegs hochkarätigen Referenten deutlich. Einig waren sich jedoch alle darüber, dass guter Service einer der wichtigsten Erfolgskomponenten überhaupt ist.
Das Problem – das durch die große BÖG-Service-Offensive schrittweise behoben werden soll – liegt jedoch darin, dass sich Servicequalität nur sehr bedingt messen oder objektiv darstellen lässt.
Gelebte Service-Kultur
Nur wenigen Betrieben gelingt es, Servicekultur derart zu verinnerlichen wie etwa Ritz Carlton. Der Österreicher Thomas Wurzinger, GM im Wolfsburger Ritz Carlton, berichtete über die verschiedenen Methoden, mit denen der Luxushotel-Konzern sicherstellen will, dass die gewünschte Servicequalität zu jeder Zeit gewährleistet ist. „Ladies and gentlemen are serving ladies and gentlemen“ lautet das Credo. Und im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen kennt jeder Ritz Carlton Mitarbeiter die eigenen Unternehmensgrundsätze tatsächlich. Er trägt sie nämlich in einem kleinen Booklet zusammen gefasst immer bei sich. „Wenn ich will, dass Mitarbeiter Verantwortung übernehmen und sich tatsächlich um das Wohlergehen des Gasts kümmern, und zwar egal, ob es in ihren unmittelbaren Aufgabenbereich fällt oder nicht, dann muss ich ihnen erstens die entsprechende Ausbildung bieten und ihnen zweitens mit Vertrauen gegenüber treten“, erklärte Wurzinger.
Weitere Infos zum BÖG-Bundeskongress finden Sie unter:
www.boeg.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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