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1. Platz in den drei Kategorien v. l. n. r. in der Bildmitte: Sabrina Engel, Gudrun Prückler, Máté Rauschenberger, Sponsoren Josef Peterleithner (TUI), Wolfgang ­Kleemann (ÖHT), Norbert Kettner (WienTourismus) mit ÖGAF-Präsidentin Petra Nocker-Schwarzenbacher (rechts) und ÖGAF-Generalsekretärin Katrin Kirchmayr (links).

Die Tourismusforschung wird ­immer besser

19.04.2017

Die Österreichische Gesellschaft für Angewandte Forschung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft (ÖGAF) vergab den "Tourissimus", den Tourismus-Forschungspreis 2017 in Wien.

Tourissimus-Gewinner Institution: FH Salzburg, vertreten durch Máté Rauschenberger, Stephanie Zorn, FH-Prof. Eva Brucker, Fadja-Katharina Gross und Julia Beck.
Tourissimus-Gewinner Institution: Management Center Innsbruck, vertreten durch Moritz Busch und Lena Hüttl.

„Das war der beste ­Tourissimus, den wir ­jemals gesehen haben.“
Wolfgang Kleemann,­ ­Geschäftsführer Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT)

Brandmanagement in der Hotellerie, Erfolgsfaktoren bei der Entwicklung von Gesundheitsdestinationen, ein CSR-orientierter Führungsstil, Mystery-Mailing, unterschiedliche Essensgewohnten zu Hause und im Urlaub, Virtual Reality, reisende Familien, ethnische Minderheiten als touristische Chance: Das waren die Themen des Tourissimus 2017. Sie zeigen auf den ersten Blick, wie realitätsnah an Österreichs Hochschulen geforscht wird. Das sind wirklich Fragen, die die meisten Touristiker bewegen und auf die sie Antworten suchen. „Das war der beste Tourissimus, den wir jemals gesehen haben“, meinte auch Juror und Sponsor Wolfgang Kleemann von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank. Und er rief allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach der Preisverleihung zu: „Wer von euch einen Job sucht, kommt bitte zu mir. Ich nehme euch alle!“
Auch wenn dann nicht immer die Methoden oder Ergebnisse vollständig überzeugten – auch weil sich einige bei ihren Fragestellungen und Zugängen, die für eine Doktorarbeit gereicht hätten, schlicht übernommen hatten: In Summe könnten die Bachelor- und Masterarbeiten Praktiker im Tourismus entscheidend voranbringen – wenn sie denn Kenntnis von diesen Arbeiten hätten. Aber wer sich an die ÖGAF wendet, bekommt sicher Einblick in die Arbeiten und Ergebnisse. Die 1972 gegründete Österreichische Gesellschaft für angewandte Forschung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist ein unabhängiger und überparteilicher Verein, der sich dem Wissenstransfer zwischen Tourismus-/Freizeitforschung und der Tourismuspraxis verschrieben hat.
Heuer fand das Finale des Österreichischen Tourismus-Forschungspreises „Tourissimus“ in der FHWien der WKW statt. 20 Kandidatinnen und Kandidaten aus sieben Institutionen stellten sich den Hearings der Fachjury, um die mit insgesamt über 7.000 Euro dotierten Forscherpreise zu erringen. 

Die Preisträger

In der Kategorie „TUI-Nachhaltigkeitspreis“ konnte sich Máté Rauschenberger, Absolvent der FH Salzburg, durchsetzen. In seiner Arbeit „Die Brückenbauer Europas: autochthone Minderheiten als touristisches Potenzial“ setzt er sich mit der Frage auseinander, welche Potenziale eine anerkannte Minderheit in einer touristischen Destination mit sich bringt und wie diese Potenziale touristisch genutzt werden können. Seine Arbeit war auch ein Plädoyer für den Erhalt bedrohter Minderheiten in Europa. Da könne der Tourismus eine wichtige Rolle spielen. Überzeugend war auch sein lässiger und selbstbewusster Vortrag. Es ist ihm und uns zu wünschen, dass er der Branche treu bleibt.
Den „WienTourismus-Preis für Städte und Destinationen“ gewann Sabrina Engel von der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Zuge ihrer Arbeit „Green Spaces in Cities as Attractions“ analysierte sie, welche Rolle Grünflächen und Parks in Städten für die Motivation und Zufriedenstellung von Touristen spielen. Und sie spielen eine Rolle! Weil auch Städtetouristen sich nach Natur sehnen und ein Park oder ansprechende Grünflächen ihre ästhetische Wahrnehmung von städtischer Architektur stark beeinflussen. 
Als Siegerin des „Tourismusbank-Preises für Tourismuswirtschaft“, für den es die meisten Bewerber gab, ging Gudrun Prückler von der Wirtschaftsuniversität Wien hervor. In ihrer Arbeit „Mystery E-Mailing in the Aus-trian Hospitality Industry“ zeigte sie mithilfe von Mystery-Checks die positiven und negativen Aspekte der E-Mail-Kommunikation österreichischer Hotels auf. Positiv fiel ihr Resümee in Bezug auf die generelle Antwortrate auf ihr fingiertes Mail aus, in dem sie als potenzieller Gast nach einem veganen Frühstück und einem hauseigenen Parkplatz fragte. Geradezu erschreckend war allerdings, wie wenige Hotels ihr daraufhin ein konkretes Angebot geschickt hatten: 57,1 % in der Fünf-Sterne-Hotellerie und blamable 15,9 % in der Vier-Sterne-Kategorie. Hier lassen die Hoteliers noch jede Menge liegen! Prückler riet ihnen, ihr Personal besser zu schulen, E-Mails als Kommunikationsform wirklich ernst zu nehmen, auch optisch in Fragen des Layouts.
Der „Tourissimus“, mit dem Ausbildungsinstitutionen ausgezeichnet werden, deren Studierende im Durchschnitt die besten Leistungen beim Tourismusforschungspreis erzielen konnten, ging heuer ex aequo an die FH Salzburg und das Management Center Innsbruck.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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