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Die Wachablöse im Veranstalterverband

09.12.2005

Generationenwechsel beim Veranstalterverband Österreich: Komm.-Rat Fritz Kaufmann folgt Komm.-Rat Senator h.c. Ing. Hugo Reinprecht-Wallsee, der dem Verband acht Jahre lang vorgestanden hatte.

Der 22. November 2005 war zweifellos ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Veranstalterverbands Österreich. Die Delegierten hatten sich aus ganz Österreich im Wiener Hotel Marriott eingefunden, um einerseits Bilanz über die zurückliegenden vier Jahre unter der Präsidentschaft von Komm.-Rat Senator h.c. Ing. Hugo Reinprecht-Wallsee zu ziehen. Andererseits stand als wichtigster Punkt für die Zukunft die Wahl eines neuen Präsidenten auf der Tagesordnung.

Umfassende Erfolgsbilanz
Die Ära Reinprecht stand vor allem im Zeichen zweier großer Vorhaben: Ausgaben einsparen und Serviceleistungen erhöhen.
Der Veranstalterverband, der zu Beginn von Reinprechts Funktionszeit noch KLBV (Konzertlokalbesitzerverband) hieß, sollte nach innen schlanker und kostengünstiger werden. Das wurde unter der Regie von Geschäftsführer Mag. Andreas Hüttner konsequent umgesetzt. Alle Ausgaben wurden gründlich durchleuchtet, das Mitarbeiterteam erneuert; so konsequent, dass letztlich jährliche Einsparungen im fünfstelligen Bereich realisiert werden konnten.
Einsparungen sollte es auch für die rund 35.000 Mitglieder des Veranstalterverbands Österreich geben. Und auch hier können Reinprecht und Hüttner eine beachtliche Erfolgsbilanz vorlegen:
So wurde über Jahre hinweg ein Tarifstop bei Livemusik und Diskotheken erwirkt. Der Tarif für Hintergrundmusik in der Gastronomie via Radio konnte ebenfalls über sechs Jahre hinweg eingefroren werden. Bei den Indexerhöhungen für Musiknutzer wurde die jährliche Erhöhung von drei auf 2,5 Prozent gesenkt. Von großer Tragweite auch die Verhandlungen zum Kopierzuschlag für MP3-Player: Hier wurde eine Senkung der Abgaben von 45 auf 29,9 Prozent aus verhandelt. Weiters wurde mit AKM und ORF vereinbart, dass für die Übertragung von Großveranstaltungen in den Betrieben keinerlei Urheberrechtsentgelt anfällt. Mit der AKM konnte man sich auch auf ein attraktives „Zuckerl“ einigen: den Gratisbon, der jedem Musikbetrieb eine AKM-freie Veranstaltung pro Jahr ermöglicht.
Zudem versteht es der Veranstalterverband als KV-Verhandler zu punkten. Im Schnitt blieben die KV-Erhöhungen für Musiker mit 1,75 Prozent von 2002 bis 2005 um 0,47 Prozent unter jenen der anderen Branchen.

Service auf allen Linien
Auf der anderen Seite hat der Veranstalterverband Österreich unter Hugo Reinprecht das Thema Service zum Schwerpunkt auserkoren und hier zahlreiche Schritte zum Nutzen der Mitglieder gesetzt. Besonders wirksam ist hier etwa die Vereinbarung mit der AKM im Umgang mit Mahnungen und Klagen. Hier wurde vereinbart, dass nach zweimaliger Mahnung durch die AKM noch eine kostenloser Mahnbrief durch einen Rechtsanwalt zugestellt wird, bevor es zur Klage kommt. Der erfreuliche Effekt: Bei bisher 1.500 dieser kostenlosen Rechtsanwalt-Briefe konnten 500 Klagen vermieden werden.
Ein zweifellos großer Wurf war die Installation des „Kompetenzzentrums für geistiges Eigentum“. Durch die Zusammenarbeit mit den Urheberrechtsexperten Hon. Prof. DDr. Robert Dittrich und Hon. Prof. Dr. Guido Kuzko wurde und wird eine Expertise aufgebaut, die angesichts der rasanten juristischen Änderungen in diesem Themenfeld von größtem Wert für die Verbandsmitglieder ist.
Nicht minder erfolgreich ist die Förderung des Veranstalterverbands von Musikveranstaltungen in den Bundesländern, die von den jeweiligen Landesverbänden in die Tat umgesetzt werden.
Und höchst bewährt hat sich auch der Veranstalterpreis, der nicht nur national, sondern auch auf Landesebene große Reputation erworben hat.
„Ich habe in meiner zwölfjährigen Präsidentschaft, den Verband neu konzipiert und ausgerichtet, mit zeitgemäßen Statuten versehen und eine Namensänderung durchgesetzt (statt den barocken Konzerlokalbesitzerverband) den Namen Veranstalterverband Österreichs gegeben. Die neuen Statuten haben dem Präsidenten eine ausgewogene Durchgriffsmöglichkeit und Lenkungsfunktion gegeben, die vorher in den Händen des jeweiligen Geschäftsführers lagen und den Präsidenten nur die Repräsentation nach außen zuwiesen“, wirft Reinprecht einen Blick zurück auf wesentliche Akzente, die er gesetzt hat.
Diese Neuordnung sei ein Meilenstein für die Gesundung dieses Interessenverbandes Damit konnten endlich Rücklagen gebildet werden, als Verwendungsvolumen zum Nutzen der Unternehmermitglieder bzw. als Urheberrechtsnutzer.
Darüber hinaus hat Reinprecht insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:
- Die Bundesländerförderungen als Unterstützung bei öffentlichen Musikaufführungen und Events; hier werden schwer verdiente Unternehmergelder sinnvoll eingesetzt.
Die Gründung eines Kompetenzentrums für geistiges Eigentum, ein starkes Instrument in den Händen des Verbandes, um sich gegen die Allmacht und dem Monopol der Verwertungsgesellschaften wehrhaft zu machen. In diesen Kompetenzentrum werden die Unternehmer-Interessen wissenschaftlich aufbereitet und gegenüber den Verwertungsgesellschaften untermauert.
„Zuletzt möchte ich noch eine wichtige Änderung, die auf meine Anregung umgesetzt wurde, nicht unerwähnt lassen: Die teure, verbandseigene Zeitschrift („Der Veranstalter“) wurde aufgelassen. Wir transportieren über die ÖGZ unsere Verbandsnachrichten im besseren Maß für unsere Mitglieder“, betont der nunmehrige Ehrenpräsident des Veranstalterverbandes Österreich.
Die Delegiertenversammlung dankte Hugo Reinprecht für seine Leistungen und sein Engagement mit viel Applaus und beschloss einstimmig, ihn zum Ehrenpräsidenten des Veranstalterverbands Österreich zu küren.
Zu seinem Nachfolger wurde ebenfalls einstimmig Komm.-Rat Fritz Kaufmann gewählt. Der Gastronom aus Klosterneuburg verfügt über eine lange Karriere in der Kommunalpolitik und auf Kammerebene, wo er auch als Obmann der Sparte Tourismus in Niederösterreich fungiert.
In seiner Antrittsrede kündigte Kaufmann an, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen, und den Veranstalterverband als „Coyright-One-Stop-Shop“ im Dienste der Mitglieder zu positionieren.
Kaufmann werden übrigens zwei ebenfalls neu gewählte Revisoren zur Seite stehen: Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der Sparte Tourismus in der WKO und Franz Hick, einer der größten Discotheken-Betreiber Österreichs.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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