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Die Zukunft des Bezahlens

08.11.2017

Fast ein Drittel der Gäste meidet mittlerweile Lokale, wo man nur bar bezahlen kann. Das sagt eine Studie im Auftrag von Orderbird und Mastercard.

Jakob Schreyer hat ein Gegenmittel gegen den Kopfschmerz, den die Digitalisierung vielen Gastronomen bereitet. Der Gründer und Geschäftsführer von Orderbird bezeichnet die Digitalisierung als „wichtigstes Randthema“, um einen Betrieb professionell zu führen. Beim Gastro-Gründertag in Berlin betont er in seinem Vortrag, dass man zukünftig nur durch smarte digitale Services wettbewerbsfähig sein könne, und diese vor allem dazu da sind, um zu unterstützen. „Es geht nicht darum, Daten zu sammeln, sondern sie richtig zu deuten und so sein eigenes Business besser zu verstehen“, sagt Schreyer. In dieser Hinsicht könnten sich die vielen kleinen unabhängigen Restaurants einiges von den großen Ketten wie Vapiano oder Starbucks abschauen. Digitale Lösungen können helfen, den Gastronomen und Mitarbeitern Stress zu ersparen, indem man Dinge automatisiert, die ohnehin lästig sind, wie Tischbestellungen, Einsatzpläne oder Abrechnungen.

Flexibles Payment

Neben der papierlosen Buchhaltung sind flexible Payment-Lösungen ein großes Thema. Wer in seinem Restaurant oder Café alle Möglichkeiten anbietet – von der Barzahlung über Kreditkarten bis zu mobilen Bezahlsystemen, spart nicht nur Zeit, sondern generiert auch mehr Umsatz – trotz der Gebühren, die bei Kartenzahlungen anfallen. Davon ist der Orderbird-Chef und Anbieter von iPad-Kassensystemen für die Gastronomie überzeugt. In einer im Sommer 2017 erschienenen Studie zum Zahlungsverhalten in der Food-Branche, die Orderbird gemeinsam mit Mastercard beim Marktforschungsinstitut Innofact in Auftrag gegeben hat, wurden jeweils mehr als 1.000 Gäste und Gastronomen befragt. Die Umfrage ergab unter anderem, dass 64,4 Prozent der Gäste schon einmal mit Karte bezahlen wollten und es nicht konnten. Inzwischen meiden 31,3 Prozent der Gäste Lokale, die keine Kartenzahlung akzeptieren. Restaurants mit Schildern wie „Cash Only“ im Fenster sind also nicht mehr zeitgemäß. Und der Trend geht weiter: Zwei Drittel der jungen Leute zwischen 18 und 34 Jahren wollen am liebsten bargeldlos zahlen. 

Auf der anderen Seite akzeptieren inzwischen über 72 Prozent der Gastronomen Plastikkarten, zumal das bargeldlose Bezahlen zum Standard bei internationalen Gästen zählt. Die Wirte haben darauf reagiert. Auch die Befürchtungen, dass die Trinkgelder schmaler ausfallen könnten, wenn nicht Cash bezahlt wird, sind unbegründet. Über 80 Prozent der Betreiber geben laut der Innofact-Studie an, dass das Trinkgeld gleich hoch geblieben sei, elf Prozent stellen sogar ein höheres Trinkgeld fest als bei der Barbezahlung.

„64,4 Prozent der Gäste wollten schon einmal mit Karte bezahlen und konnten es nicht.“
Marktforschungs­institut Innofact

 

Virtuell bezahlen

Doch auch das Bezahlen mit der Kreditkarte aus Plastik verändert sich – sie wird virtuell. „Kunden der Deutschen Bank können seit April ihr Smartphone auch als Geldbörse nutzen, sofern sie ein NFC-fähiges Android-Gerät und eine Mastercard besitzen“, sagt Christoph Woller von Mastercard. Und auch die deutschen Sparkassen befinden sich aktuell in der Testphase, damit sie ihren Kunden bald das Bezahlen der Zukunft anbieten können. Die Zahl der Gäste, die in Restaurants, Cafés, Kneipen und Bars erwarten, dass alle Varianten der Bezahlung akzeptiert werden, wird zunehmen. Deshalb werden Gastronomen nicht umhin kommen, digitale Kassensysteme einzuführen.

Autorin: Heike Gläser

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