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Die Zukunft des Hotels

04.07.2005

Bei den diesjährigen Architekturgesprächen Luzern (24. und 25. Juni) ging es um das „Hotel Zukunft“. Hochkarätige Vortragende aus aller Welt präsentierten ihre spektakulären Projekte.

In den letzten Jahren hat sich der Trend zu so genannten Design- oder Boutique-Hotels noch beschleunigt. Dahinter steht offensichtlich die Sehnsucht der Gäste, in einem Hotel „etwas Besonderes“ erleben zu wollen. Doch was ist ein Design-Hotel überhaupt? Lässt sich dieses Konzept auch in größerem Stil von Hotelketten umsetzen? Welche Rolle erfüllen Hotels heute für den Gast bzw. für die Gesellschaft als Ganzes?

Um diese und ähnliche Fragen ging es bei den zweitägigen Architekturgesprächen Luzern, die im imposanten Rahmen des von Jean Nouvel entworfenen Kunst- und Kulturzentrums Luzern stattfanden. Der Bogen spannte sich von auch optisch umweltverträglichen Hotels (zero-impact), wie sie der Südtiroler Matteo Thun propagierte, über das erste Unterwasserhotel der Welt bis zum revolutionären Yotel-Konzept (Gerard Greene), bei dem Luxus auf engstem Raum und ohne Fenster stattfinden soll.

Design dient Differenzierung
Die meisten der vorgestellten Projekte waren im Luxussegment beheimatet. Verständlich, denn überall dort, wo Geld keine Rolle spielt, ist auch aufwändige Architektur leichter umsetzbar. Erfreulicherweise wurde jedoch nicht nur über Luxusprojekte gesprochen. Bemerkenswert war etwa der Auftritt des Schweizers Reto Gurtner. Er hat mit dem Riders Palace in Flims (Laax) gezeigt, wie ein zeitgemäßes „Alpen-Hotel“ für ein junges, urbanes Publikum aussehen kann. „Genauso wichtig, wie zu wissen, welches Publikum man will, ist es, zu wissen, welches Publikum man nicht will. Wenn man sich profilieren will, darf man es nicht allen recht machen“, lautet das Credo des Schweizer Pioniers.
Für Claus Sendlinger, CEO und Präsident der Hotelkooperation Design-Hotels, ist das Design eines Hauses nur eines von mehreren wichtigen Kriterien, um Mitgliedsbetrieb zu werden: „Gutes Design ist nur vordergründig unser USP. Fast wichtiger ist, dass unsere Mitgliedshotels unabhängige, relativ klein strukturierte Häuser sind, in denen Gäste individuell betreut werden. Spektakuläres Design alleine macht noch kein gutes Hotel.“
Für Thomas Willemeit (Architekturbüro Graft) darf Design deshalb niemals Selbstzweck sein. Sein futuristisches, dünenförmig gestaltetes Designhotel im kalifornischen Palm Springs soll bewirken, dass man mit einem Minimum an Aircondition auskommt.
Für viel Diskussionsstoff sorgte auch die Präsentation von Joachim Hauser, der in Luzern den offiziellen Startschuss des von ihm entworfenen Unterwasserhotels in Dubai bekannt gab. Die spannendsten Projekte werden wir Ihnen in den kommenden Ausgaben der ÖGZ in loser Folge präsentieren.

www.architecturetalks.org

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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