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Das Hotel Technology Forum im Wiener Le Meridien: ein Tag des kompakten Wissenstransfers und viel Zeit für Diskussionen.

Digitalisierung: Es muss einfacher werden

03.05.2018

Auf der Start-up-Messe Hotel Technology Forum wurde über die Herausforderungen der Digitalisierung für die Hotellerie und die Macht der OTAs bzw. der Metasearcher diskutiert. Mit interessanten neuen Aspekten.

Der Veranstalter dieser Messe ist selbst ein Start-up: Ullrich Kastner von My Hotel Shop bietet unabhängigen Hotels Zugang zu den großen Metasearchplattformen, damit sie dort Direktbuchungen kreieren können. „Messen sind teuer für Start-ups, deshalb müssen wir das selbst machen.“ Nach Deutschland letztes Jahr fand das Hotel Technology Forum (http://htf-
vienna.com) jetzt in Wien statt und zieht im Sommer weiter nach Zürich. Das Ganze ist keine Verkaufsmesse, auch keine Technoshow, kein Blick in eine glänzende digitale Zukunft, sondern bietet ganz pragmatisch Lösungen für die Probleme der Hoteliers von heute an: Mitarbeitersuche, interne und externe Prozesse, vor allem Marketing und Direktbuchungen.

Kritisches von Trivago

Zu Beginn der Veranstaltung stellte sich Johannes Thomas, Chief Revenue Officer von Trivago, den Fragen von Susanne Krauss-Winkler, der Präsidentin von Hotrec, und dem Veranstalter Ullrich Kastner. Thomas möchte mit Trivago den Hotels dabei helfen, mehr Direktbuchungen zu kreieren, weil hier das „höchste Vertrauen beim Gast“ bestehe. Auch Trivago möchte sich unabhängiger von den OTAs machen. „Die Hotels ermöglichen die richtige Experience, sie kennen ihre Angebote am besten. Der Hotelaufenthalt ist immer noch das Entscheidende, auch für Trivago.“ Selbst wird Trivago auch weiterhin keine Buchungen anbieten, weil das ihre Unabhängigkeit infrage stellen würde. Sie wollen weiter am „Profiling“ der Hotels arbeiten, damit jeder Gast sein passendes Hotel findet. Und sie wollen Hotels bei der Technologie helfen, bieten deshalb auch den kostenpflichtigen „Trivago Hotel Manager“ an.

Problematisches Ranking

Und wie funktioniert das Ranking auf Trivago? Thomas gibt zu, dass dahinter ein Businessmodell stehe. Aber ohne Fakten könne kein Hotel gerankt werden. Entscheidend seien die Reviews. Allein darum kümmern sich bei Trivago in Amsterdam 100 Mitarbeiter. Einwand Ullrich Kastner: „Nur wenige wissen, wie das wirklich funktioniert. Der Algorithmus entscheidet über das Wohlergehen von Hotels!“ Hier liege eine große Verantwortung bei den 
Metasearchern. Für Thomas ist das hingegen eine „Win-win-win-Situation“: „Daten zeigen die Zufriedenheit des Kunden.“ Kastner: „Wer mehr zahlt, bekommt mehr Sichtbarkeit!“ Thomas: „Das muss aber glaubwürdig bleiben! Manipulationen müssen verhindert werden.“ Krauss-Winkler: „Warum sind die Raten auf Plattformen manchmal günstiger als auf der Homepage der Hotels?“ Thomas: „Das kann Betrug sein, wenn diese Raten in Wirklichkeit gar nicht verfügbar sind. Wird der richtige Preis angezeigt? Mit oder ohne Tourismusabgabe? Werden Währungen richtig umgerechnet? Werden alle Kosten angezeigt? Das ist auch für uns ein Problem.“ Kastner: „OTAs reduzieren von sich aus die Gebühren, um gegen den Direktpreis zu konkurrieren und reden sich mit technischen Problemen heraus. Das erschüttert das ganze System.“ Thomas: „Der Hotelier ist verantwortlich für seinen Preis und seine Verträge mit den OTAs. Wir untersuchen proaktiv verdächtige Preise.“

Was brauchen Hoteliers?

Und dann sagt der Trivago-Mann auch noch etwas zum Technologiemarkt: Der sei sehr zersplittert und unübersichtlich. Das verunsichere Hotels. Er prognostiziert, dass es immer mehr Start-ups geben werde, die das alles vereinfachen und günstiger anbieten. Susanne Krauss-Winkler wies auf die vielen geschlossenen Betriebssysteme hin, die zu wenige Schnittstellen böten. Alle sind sich einig: Es muss einfacher und günstiger werden. Und man muss auch intern dafür sorgen, dass die Digitalisierung tatsächlich umgesetzt und nicht von Mitarbeitern oder der Geschäftsleitung blockiert werde. Thomas rät, möglichst viele Digital Natives mit an Bord zu holen. Und auch zur Diskussion rund um die Datensicherheit und die Auswirkungen der DSGVO nahmen die Experten Stellung: Das werde das digitale Geschäftsmodell nicht erschüttern, weil die Vorteile für alle überwögen. 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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