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Digitalisierung fördert Nachhaltigkeit

16.05.2019

Expertise: Es sind Themen, die die Branche auf viele Jahre beschäftigen und prägen werden und die enger miteinander verknüpft sind, als es oberflächlich vielleicht scheint: Reinhard Lanner, Chief Digital Officer der Österreich Werbung, über Nachhaltigkeit durch Digitalisierung im Tourismus.

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Reinhard Lanner war viele Jahre Geschäftsführer in Tourismusorganisationen, hat für SalzburgerLand Tourismus die Abteilung Digital Media & Online-Marketing aufgebaut und unterrichtet an FHs und Universitäten Digitalisierung und Kommunikation. Als Chief Digital Officer in der ÖW ist er zuständig für Digitalisierungsagenden, inklusive dem Innovation-Hub NETA.

Wenn wir an Digitalisierung denken, dann meistens im Kontext der Umwälzungen, auf die sich unsere Branche aktuell einstellen muss: Änderungen im Informationsverhalten, im Reiseverhalten, der Trend zu globalen Buchungsplattformen, neue Möglichkeiten im Online-Marketing – Sie kennen die Schlagworte zur Genüge. Was wir dabei viel zu leicht übersehen, ist, wie die Digitalisierung mit der zweiten großen aktuellen Herausforderung Hand in Hand geht: der Notwendigkeit für Nachhaltigkeit im Tourismus.
In der neuen Tourismusstrategie der Bundesregierung nimmt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle ein, garantiert sie doch den langfristigen Erfolg des heimischen Tourismus. Nach klassischer Theorie unterscheiden wir ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Als Ziel bis 2039 hat die UN außerdem 17 „Sustainable Development Goals“ vorgegeben, von nachhaltigem Konsum bis zum Klimaschutz. Und hier kommt die Digitalisierung ins Spiel. Neue Technologien können nämlich in so vielen Bereichen helfen, den Tourismus nachhaltiger zu machen. Nur ein paar Beispiele:

Der Beitrag der Digitalisierung

Für drei Viertel unserer Gäste ist das Auto immer noch das Anreisemittel der Wahl. Ökologisch nachhaltig ist anders. Mitfahrbörsen wie BlaBlaCar können aber helfen, den ökologischen Fußabdruck der Anreise deutlich zu reduzieren. Und vor Ort braucht es keinen privaten PKW mehr – angesichts von über Apps buchbaren E-Mobility-Angeboten, die unterschiedliche Verkehrsmittel vom E-Auto oder E-Scooter bis zur Bahn miteinander verbinden.

Auch aus dem Bereich Ressourcen-Management gibt es zahlreiche Beispiele. Etwa wenn im „Smart Hotel“ Smartmeter & Connected Systems den Energieverbrauch senken und helfen, Stromspitzen zu vermeiden. Oder wenn Sesselbahnen die benötigte Energie über Photovoltaikanlagen selber erzeugen. Oder sie die Geschwindigkeit dem Gästeaufkommen anpassen und so Energie sparen. 

Nicht zu vergessen natürlich die sozialen Aspekte. Digitale Prozessunterstützung befreit Menschen von Routinearbeiten. Sie können sich empathisch um den Gast kümmern, statt Check-in-Formulare auszufüllen. AI-unterstützte Software und In-Ear-Devices helfen, Sprachbarrieren abzubauen. Plus: Echtzeitmessungen, zum Beispiel über die Handyanbieter, ermöglichen Gästestromlenkung und helfen, Balanced Tourism zu sichern. So kann die Digitalisierung gute Dienste leisten, dass Tourismus in gutem Einvernehmen mit der lokalen Bevölkerung stattfindet, und insgesamt für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus sorgen.

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