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Diplom-Saisonniers

25.09.2006

Qualifizierungsoffensive für Saisonarbeitskräfte geplant: weniger Arbeitslose, besseres Tourismus-Image.

Johann Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), will die Zwischensaisonen im Tourismus verstärkt für die Weiterbildung der Saison-Arbeitskräfte nützen.
In Abstimmung mit den Sozialpartnern soll eine Qualifizierungsoffensive gestartet werden, um die Zeiten saisonaler Arbeitslosigkeit um zwei Wochen zu verkürzen und die Fachkompetenz bzw. das Image der Tourismusmitarbeiter zu heben, sagte Johann Schenner dieser Tage.
Die WKÖ verhandle derzeit mit den Sozialpartnern, im Herbst soll das Paket abgeschlossen werden, der Start wäre dann 2007 möglich, berichtete Schenner. Zurzeit gäbe es Zusagen seitens des AMS und der Betriebe, das Okay von Gewerkschaft und Wirtschaftsministerium fehle noch. Die Kosten für das Programm sollen zwischen AMS und Tourismusbetrieben aufgeteilt werden. Die Kosten, um 3.000 Tourismusmitarbeiter zu qualifizieren, lägen bei knapp 3 Mio. Euro. Das Modell könnte in die Form einer Bundesrichtlinie des AMS gegossen werden.
Geteilte Kosten
Das AMS sollte die Schulungskosten zu 80 Prozent übernehmen, den Lohn- und Gehaltszuschuss zu 40 Prozent und die Lohnnebenkostenpauschale zu 50 Prozent, wünscht sich die WKÖ. Der Arbeitgeber hingegen würde die zusätzlichen Personalkosten übernehmen, die in der Nebensaison üblicherweise nicht anfallen und die sich für Lohnnebenkosten und Ausbildungskosten auf knapp 900 Euro pro Mitarbeiter für zwei Schulungswochen belaufen würden, so das Modell der WKÖ. Der Tourismusmitarbeiter selbst könnte in der Schulungszeit etwa auf 10 Prozent seines KV-Lohns verzichten. Stattfinden sollten die Schulungen nicht in den Betrieben, sondern in denWifi-Zentren, wie Schenner gegenüber der ÖGZ betonte.
Die Schulungsmaßnahmen betreffen Fremdsprachen sowie die fachliche Weiterbildung wie beispielsweise zum Sommelier oder Wellnesstrainer. Individuelle Wünsche zur Weiterbildung könnten eventuell in einem zweiten Schritt berücksichtigt werden, das würde zurzeit aber noch nicht diskutiert werden. Damit könnten das Jännerloch und das Saisonende – etwa bei späten Osterferien – besser überbrückt werden, da die Mitarbeiter dadurch nicht zwischenzeitlich in die Arbeitslosigkeit geschickt werden müssten, argumentiert Schenner. Außerdem würde sich die Sprach- und Fachkompetenz der Mitarbeiter erhöhen: „Wir müssen alles tun, um das Image der Branche zu erhöhen.“
„go International“
Weiters hat die WKÖ ein Ausbildungspaket für Tourismusbetriebe im Rahmen der Initiative „go International“ des Wirtschaftsministeriums entwickelt. Bei den Workshops unter dem Schlagwort „ExportKompetenzWerkstatt Tourismus“, die im November starten, sollen österreichischen Tourismusbetrieben – etwa Hotels oder Reisebüros – notwendige Grundkenntnisse zur Erschließung neuer Märkte vermittelt werden. Die Maßnahme wird zu 75 Prozent aus den Fördermitteln für „go International“ finanziert, der restliche 25-prozentige Anteil wird von den Teilnehmern der Workshops bezahlt.
80 Prozent der Nächtigungen in Österreich entfallen auf nur drei Märkte (Österreich, Deutschland, Niederlande), der österreichische Tourismus braucht dringend eine Internationalisierung, betonte Schenner.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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