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Doch kein Grund zum Jubeln, leider

10.09.2015

Nächtigungszahlen: Trotz aller Rekorde bleibt unterm Strich zu wenig übrig

Fast alle Tourismusverbände jubeln: Das war ein Rekordsommer für den österreichsichen Tourismus! Von Mai bis Juli wurde mit 33,02 Millionen Nächtigungen das bisher landesweit beste Ergebnis seit 1994 erreicht. Im Hotel- und Gastgewerbe arbeiteten Ende Juli 225.147 Personen – so viele wie noch nie zuvor. Die müssen natürlich auch bezahlt werden. „Die Sommerfrische in Österreich erlebt zwar vielerorts ein Comeback, aber die positive Entwicklung der Nächtigungen muss differenziert betrachtet werden, denn ihr steht eine angespannte Ertragslage in der Branche gegenüber", warnt Petra Nocker-Schwarzenbacher, die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

„Der Jubel über die Nächtigungsrekorde kommt vor allem von außerhalb der Hotellerie", stellt die ÖHV fest. „Politik und Marketing freuen sich über mehr Gäste. Die Hotels kämpfen mit höheren Kosten bei sinkenden Einnahmen." Generalsekretär Markus Gratzer präzisiert: „Da werden Nächtigungen oft zu günstig erkauft. Das bringt viele Gäste und hohe Kosten zu niedrigen Einnahmen – und am Ende des Tages Verluste."

Sein Vorgänger Thomas Reisenzahn, jetzt bei Prodinger GFB, pflichtet ihm bei: „Durch das seit Jahren wachsende Bettenangebot sinkt die Auslastung, wodurch wiederum die Zimmerpreise unter Druck geraten. Die steigenden Nächtigungszahlen werden letztlich durch massive Preisnachlässe erkauft und der Umsatz sank." Der jüngste Tourismusbericht des Wirtschaftsministeriums belegt: Der reale, also inflationsbereinigte Umsatz geht stetig zurück, die Gäste geben im Urlaub weniger aus. Seit 2006 sind ihre Ausgaben um 15,8 Prozent geschrumpft. Längerfristig betrachtet lagen die Tourismusumsätze 2014 um 7,1 Prozent unter dem Niveau von 2006.

„Die Schere zwischen steigenden Kosten und geringeren Einnahmen geht weiter auf", so Reisenzahn. Sein fast schon etwas bitteres Resümee: „Der Tourismus hat in ein Produkt investiert, für welches der Markt nicht mehr bereit ist das Gleiche wie vor einigen Jahren zu zahlen." tav

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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