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Aufgeben ist für Gerold Ecker keine Option. Seine unternehmerische Existenz steht auf dem Spiel.

Donaukanal: Keine Ruhe in Sicht

12.03.2019

Mit dem Start der Outdoorsaison poppen auch wieder ungelöste Probleme mit den Pachtflächen am Donaukanal auf. Die neu ausgeschriebenen und an Gastronomen vergebene Flächen können nicht alle bespielt werden. 

Die Tage werden länger, die Socken kürzer, die für die Gastronomie so wichtige Outdoorsaison steht endlich in den Startlöchern. Auch am Donaukanal wird es langsam ernst. Allerdings gibt es dort weiter massive ungelöste Probleme, die einen harmonischen Saisonbeginn verunmöglichen. Es tobt ein Rechtsstreit zwischen Badeschiff-Pächer Gerold Ecker und der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) - die ÖGZ berichtete. Diese verwaltet bekanntlich die Uferflächen im Auftrag von Bund, Land NÖ und Stadt Wien. So weit, so gut.

Der Gastronom, dessen Pachtverträge mit Oktober 2018 ausgelaufen waren, klagte im Vorjahr beim Handelsgericht auf Feststellung und Unterlassung der Ausschreibung von sechs Flächen am Wiener Donaukanal. Gerold Ecker, der als Erster mit der gastronomischen Belebung des Donaukanals begonnen hatte, ortet eine „intransparente und gleichheitswidrige Interessentensuche“ und will diese Quasi-Enteignung nicht hinnehmen. Schließlich seien ihm Vertragsverlängerungen zugesagt worden, so der Unternehmer im Gespräch mit der ÖGZ.

Ecker gibt nicht auf

In weiterer Folge hat die DHK Räumungsklagen gegen Ecker eingebracht: Zwei Verfahren hat er erstinstanzlich verloren und dagegen berufen. Somit gibt es keine Rechtskraft, der Status Quo bleibt erhalten. Das dritte Verfahren läuft noch. Das hat allerdings auch zur Folge, dass all jene Gastronomen, die die Ausschreibungen gewonnen haben, vorerst nicht mit ihren Betrieben starten können. Ecker will seine "Adria" und die Fläche vor dem Badeschiff weiter bespielen.

Dem stehen die Interessen der Stadt gegenüber, die am Donaukanal ein neues Kapitel aufschlagen will: „Das Ziel ist ein Mix aus moderner Gastronomie in verschiedenen Preisklassen und vielen konsumfreien Flächen. Wir wollen auch eine nachhaltige Reduktion der Hütten und Holzverschläge und einen hochwertigen Ganzjahresbetrieb am Donaukanal“, sagte Stadträtin Ulrike Sima im Rahmen einer Präsentation zur Sommersaison 2019 gemeinsam mit Martin Jank, GF der Wiener Gewässer Management GmbH (WGM). 

Waterfront blockiert

Blockiert ist durch den momentanen Zustand das Projekt Fräulein's fabelhafter Sommergarten auf Höhe des Badeschiffs (Vorkaifläche), ebenso die Vienna Waterfront gegenüber auf der Leopoldstadt-Seite im Bereich Adria Wien. Hier ist ein ganzjähriges Gastrokonzept geplant, allerdings hat Ecker die Fläche nicht geräumt. Der Pachtvertrag vom Glashaus, das auch Teil der Adria ist, wurde nicht verlängert und soll neu vergeben werden. 

Der Tel Aviv Beach kann zwar weiter von Familie Molcho betrieben werden. Allerdings war diese Fläche ebenfalls an Ecker verpachtet, der sie seinerseits weiterverpachtet hatte. Ecker will auch diese Fläche behalten, allerdings springt hier die Stadt als Interimspächterin ein. Der Central Garden wiederum wird, ebenso wie die Hafenkneipe, wie geplant öffnen.

Von all diesen Problemen unberührt bleiben Summerstage (Saisonstart 25. April), Blumenwiese, Motto am Fluss, Flex, Otto Wagner Schützenhaus sowie Strandbar Herrmann (Saisonstart Anfang April). Aber auch Gerold Eckers Badeschiff kann problemlos weitergeführt werden. Auch die Vorkaifläche und die Adria sollen weiteregführt werden - vorerst zumindest.

Autor/in:
Alexander Grübling
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