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Drohender Mitarbeitermangel in der Hotellerie?

18.11.2010

Wien. Während die Nächtigungen und offenen Stellen zulegen, werden die Saisonkontingente weiter gekürzt. ÖHV-Landesvorsitzender Walter Veit fordert daher eine Systemumstellung für die Zeit nach der Arbeitsmarktöffnung, da jeder zweite Saisonier aus einem Nicht-EU-Staat kommt.

Walter Veit, Landesvorsitzender der ÖHV in Salzburg

„Das Saisonierkontingent für den Winter wurde schon wieder zu spät verordnet und schon wieder reduziert. So kann es nicht weitergehen! Ohne diese Mitarbeiter steht der Betrieb“, kommentiert Ing. Walter Veit, Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) das bekannt gegebene Saisonierkontingent. Bundesweit wurde die Zahl der Saisoniers um 10,3 % gesenkt, in Salzburg um 12,8 %, obwohl Salzburg eine überdurchschnittliche Nächtigungsentwicklung hinlegte: Mit einem Plus von 2,8% verzeichnete das Bundesland nach Wien den zweitbesten Sommer.

 

Arbeitsmarktöffnung darf nicht zum Hemmschuh werden

Veit warnt davor, die Arbeitsmarktöffnung für die neuen EU-Staaten zu optimistisch zu sehen: „Unsere Mitarbeiter unserer neuen EU-Staaten können dann ohne Hindernisse zu uns kommen. Das begrüßen wir! Aber jeder zweite Saisonier kommt aus einem Drittstaat. Wenn wir die vom Arbeitsmarkt ausschließen, werden wir große Probleme bekommen. Für langjährige Mitarbeiter, etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien, brauchen wir jedenfalls eine Sonderregelung.“ Die Rot-Weiß-Rot-Card ist für den Tourismus keine Lösung: sie soll den Zuzug höher Qualifizierter regeln. Eine Möglichkeit sieht Veit darin, wie derzeit bei Köchen, noch weitere Tourismusberufe in die Liste der Mangelberufe aufzunehmen.

 

Mitarbeitermangel bedroht Aufschwung

Die Nächtigungszahlen im heimischen Tourismus erholen sich nach dem Krisenjahr 2009 langsam. Österreichs Hotellerie sucht wieder händeringend nach Mitarbeitern, wie die beim AMS gemeldeten offenen Stellen zeigen: Im Hochsaisonmonat Juli boten die Beherbergungsbetriebe um 52,8 % mehr Stellen, zuletzt im Oktober immer noch um 21,6% mehr als vor einem Jahr. „Wir können nur hoffen, dass die Reduktion der Kontingente den Aufschwung nicht abwürgt. Schließlich suchen wir unsere Mitarbeiter nicht zum Spaß im Ausland. In der Wirtschaftskrise war es schwer genug, einheimische Arbeitskräfte zu finden, jetzt in der Erholung wird es sicher nicht leichter“, so Veit. Die Kritik, dass nur ausländische Mitarbeiter gesucht werden, lässt er nicht gelten: „Jeder, der einen Job sucht, soll sich melden – wir haben genug offene Stellen. Auch Quereinsteiger sind herzlich willkommen!“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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