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Editorial: Slow Skiing

03.02.2016

Immer mehr Skigebiete werben damit, dass sie „Skifahren wie früher“ anbieten. 

Natürlich sind das nicht die Big Player mit hunderten bestens präparierten Pistenkilometern, sondern die kleinen, niedriger gelegenen. Da sie sich eine künstliche Beschneiung nicht oder nicht mehr leisten können oder weil das aufgrund fehlender Höhenmeter und bei Plusgraden technisch auch nicht möglich ist, drehen sie den Spieß um und „verzichten“ auf die Beschneiung. Angesichts der aktuellen Schneefälle verkünden sie frohgemut „Slow Skiing“, „Ökotiefschneefahren auf unpräparierten Pisten“. Zum Beispiel kann im „Geheimtipp Niederalpl“ im Mürzer Oberland „auf und abseits herrlicher Naturschneepisten gecarvt werden“.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Naturschneepisten“ als USP! „Unser Skigebiet ist weder riesengroß noch mondän, aber Skifahren wie früher, Naturschnee unter den Skiern haben, also noch einen echten Winter erleben, ist auch eine Form von Luxus und vermutlich einer, der viel kostbarer ist, als wir das heute ahnen können“, sagt Marion Trsksa von der Schilift GmbH Mürzsteg-Niederalpl, die einen 4er-Sessellift, einen Schlepplift, zwei Tellerlifte und einen Kinder-Seil-Lift betreibt. Drücken wir ihr und allen anderen kleineren Skigebieten die Daumen. Ohne Schneefall hilft alle nostalgische Beschwörung nichts. Und wir setzen uns doch wieder den Helm auf und kämpfen uns, umtost von wilden Carvern und Snowboardern, plattgewalzte, brettharte Kunstschneepisten zwischen grünbraunen Almen hinunter. 

 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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