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Edward Snowden ist kein DSGVO-Fan

28.11.2019

Über 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 163 Ländern: Beim Web Summit 2019 in Lissabon traf sich das Who’s who der Startup- und Tech-Szene. Dennis Pregesbauer war für die Zukunftsinitiative NETA der Österreich Werbung dabei und schildert seine Eindrücke.

Dennis Pregesbauer leitete in der ÖW verschiedene Innovationsprojekte im Bereich Blockchain und Sprachassistenten sowie Trendforschung zu neuen digitalen Tools und Channels. Aktuell arbeitet er gemeinsam mit Reinhard Lanner an NETA (Next Level Tourism Austria).

Lissabon war Anfang November wieder „the place to be“, wenn man in seiner Job Description irgendwas mit „Digitalisierung“ stehen hat. Was mich am Web Summit 2019 besonders beeindruckt hat: Die schiere Breite des Publikums und der Aussteller. Kleine Startups waren genauso vertreten wie die einschlägigen Tech-Riesen und sogar einzelne Länder. Dazu Besucherinnen und Besucher aus allen möglichen Branchen, von Automotive über Gesundheit bis Tourismus, nicht nur aus Europa, sondern aus der ganzen Welt.

Mein persönliches Highlight war der Auftritt von Edward Snowden, der per Videokonferenz zugeschaltet war. Seine These: Nie waren wir aufgrund unserer persönlichen Daten so verletzlich wie heute. Durch die rasante Entwicklung können Firmen und Regierungen immer mehr Überwachung durchsetzen, ohne dass die Betroffenen es überhaupt merken. Der Grundgedanke des Internet, die „good version of the internet“, sei komplett vergessen. Auf die Frage, ob die DSGVO die Lösung ist, hat Snowden eine klare Antwort: nein. Denn das Problem ist laut Snowden der nicht vorhandene (weltweite) Schutz. Seiner Meinung nach sollte jeder Mensch das Recht haben, seine eigenen Daten selbst zu verwalten, ohne Intermediäre.

5G wird die neue Elektrizität

Das große Thema am Web Summit 2019 war 5G. Der neue Mobilfunkstandard soll – so die Verheißung – eine neue smarte Welt mit fast unendlichen Möglichkeiten kreieren. Privat, Industry, Business, Travel: So wie einst die Erfindung der Glühbirne unser Leben komplett umgekrempelt hat, wird auch die 5G-Revolution alle Bereiche erfassen. 5G wird allerdings nichts bewegen ohne handfeste Anwendungen. Einige wurden in Lissabon vorgestellt. Huawei zum Beispiel arbeitet an einem Tracking-AI-Tool auf 5G-Basis, das blinden Kindern helfen soll, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Und im Tourismus könnte 5G den heute schon punktuell ausgerollten AR/VR-Anwendungen zum breiten Durchbruch verhelfen.

5G wird aber nur eine Komponente der Internet-Revolution sein. Ein weiterer Trend ist „Proximity“ – also Sensorik und Internet of Things. Die Produktivität wird steigen und unser Know-how exponentiell wachsen. Laut einer Studie von IBM wird sich das Fachwissen in einzelnen Bereichen in den 2020er Jahren alle 12 Stunden verdoppeln – auch deshalb braucht es dann wohl ein schnelles Internet, um auf all das Wissen zuzugreifen…

Denken in Ecosystemen

In der Zukunft wird das Denken in „Ecosystemen“ immer wichtiger. Ecosysteme müssen offen sein, das heißt Daten sollten offen und ehrlich untereinander getauscht werden. Hierzu werden sich auch die Werte und das Denken in Firmen ändern müssen, hin zu mehr Zusammenarbeit. Wir müssen auch lernen, viel mehr auf Daten zu vertrauen

 

Für das Ecosystem der Zukunft müssen außerdem grundlegende Dinge wie Ethics, Privacy, Values und Technology diskutiert und festgeschrieben werden, vielleicht ja in einem globalen Internet-Standard. Snowden würde das gefallen – wenn wir es richtig machen.

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