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Ei ist nicht gleich Ei

18.07.2006

Eier aus Österreich: Produziert unter dem strengsten Tierschutzgesetz Europas garantieren sie beste Qualität und Sicherheit für den bewussten Konditor und Gastronomen.

All jene, die ihre Eier nicht direkt beim Landwirt kaufen können, sind durch die Packungskennzeichnung auf einen Blick bestens informiert. Haltungsform, Landwirt, Packstellenhinweis und Frischeinformation sind auf einen Blick erkennbar. Jeder, der im Supermarkt Eier mit dieser Deklaration kauft, sollte wissen, dass der Landwirt mit seinen Legehennen freiwillig an einem Hygieneprogramm (bakteriologische Kontrollen) teilnimmt und sich unangemeldeten Kontrollen unterzieht.
Einzelei-Kennzeichnung
Seit Jänner 2005 sind Hühnereier neu zu kennzeichnen: Haltungsform, Herkunftsland und Erzeugerbetrieb müssen direkt auf das Ei gestempelt sein. Die Einzelei-Kennzeichnung wurde zur EU-weiten Vorschrift und bietet dadurch noch mehr Transparenz für die Konsumenten: Sie finden dann direkt auf dem Ei einen mehr-stelligen Zahlen- und Buchstabencode, der über Haltungsform und Herkunft informiert. Wobei die alleinstehende Ziffer zu Beginn den Code für die Haltungsform bildet, wie z.B. 2 für Bodenhaltung. Weiters würde 0 für Bio, 1 für Freilandhaltung und 3 für Käfighaltung stehen. Die nachfolgenden Buchstaben und Ziffern informieren über die genaue Herkunft (AT z. B. steht für Österreich, DE für Deutschland, NL für Holland). Sollte auch noch freiwillig das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) angegeben werden, dann wissen Sie immer Bescheid, wie lange das Ei mindestens noch haltbar ist.
Ei-Aufbewahrung
Direkte Sonnenstrahlen setzen dem Ei ordentlich zu. Sie wissen ja: die Schale ist porös. Unser Tipp: Lagern Sie das Ei vor Licht geschützt, eher kühl und mit der stumpfen Seite nach oben. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Eier keinen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Ist das Ei nass, ist die Schutzfunktion der Schale beeinträchtigt. Dass Käse und Eier im Kühlschrank keine guten Nachbarn sind, werden Sie schon wissen. Denn starker Geruch von Käse beispielsweise kann über die poröse Schale in das Ei-Innere dringen. Darum gilt: Eier nie in die Nähe von Zitrusfrüchten, Zwiebeln usw. legen. Denn dann haben Sie ein Ei mit Duftnote.
Hühner-Haltung
Sie wollen auf einen Blick wissen, um welche Haltungsform es sich beim Ei, das Sie gerade kaufen, handelt? Dann werfen Sie einfach einen Blick auf die Eierschachtel. Haltung, Herkunft, Hygiene bzw. Haltbarkeit sehen Sie auf den ersten Blick. Wenn Sie Ihre Eier direkt beim Bauern kaufen können, sind Sie auch in besten Händen, denn dann kennen Sie womöglich die Hennen schon höchstpersönlich. Freilandhaltung ist die tierartgerechteste Haltungsform. Die Hennen haben einen großzügigen Auslauf ins Freie mit nahezu natürlichen Lebensbedingungen. Bei Bioeiern ist unter dem Motto "Bio für mein Leben gern" neben der tierartgerechten Haltung auch die Fütterung rein biologisch.
Ein Vorteil bei der Bodenhaltung ist, wie der Name schon sagt, die Haltung der Tiere in einem Stall, wo sie sich frei am eingestreuten Boden bewegen. Das große Platzangebot, die in unterschiedlicher Höhe angebrachten Sitzstangen sowie Nester sind weitere Charakteristika für diese Form der Haltung.
Die durch ihre hygienische Produktionsmöglichkeit jahrelang bewährte Käfighaltung verliert auf Grund geänderter Lebenseinstellungen zu Gunsten der Freiland- und Bodenhaltung immer mehr an Bedeutung. 2012 wird diese Haltung in der heutigen Form EU-weit verboten sein. Nach dem neuen Bundestierschutzgesetz dürfen ab 2009 nur mehr Eier aus Boden- und Freilandhaltung in Österreich produziert werden.
Eier vom Bauernhof
Der österreichische Bauernbund und der Verband der Österreichischen Frischeiererzeugergemeinschaft will die Österreicherinnen und Österreicher davon überzeugen, dass der eingeschlagene Weg unter dem Titel „Geschmack der Heimat“, Freiland- und Bodenhaltungseier zu produzieren, konsequent weiter verfolgt werden muss. Dabei soll beim Eierkauf die österreichische Landwirtschaft bewusst unterstützt werden.

Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und Nationalratsabgeordneter erläutert: „Die Initiative „Der Geschmack der Heimat“ steht für artgerechte Tierhaltung und für die gute Qualität der Lebensmittel aus heimischer bäuerlicher Produktion.
„Die österreichischen Eierbauern brauchen deshalb die bewusste Entscheidung der Konsumenten für Eier aus Freiland- und Bodenhaltung beim Eierkauf. Denn alle anderen Eier kommen aus dem Ausland und stammen aus billiger Käfigproduktion“, erklärt Benjamin Guggenberger, Geschäftsführer der Österreichischen Frischeiererzeugergemeinschaft. Nur mit dieser Unterstützung sei gewährleistet, dass die Mehrzahl der österreichischen Eierbauern die Umstellung auf Freiland- und Bodenhaltung bis 2009 laut neuem Bundestierschutzgesetz auch umsetzen können.
Bei einem weiteren Preisverfall droht das Aus für viele österreichische Eierbauern.
Der Preisdruck wird durch Billigangebote aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland und Ungarn, massiv verstärkt. Im Ausland können Eier auf Grund größerer Strukturen und anderer Haltungsformen günstiger produziert werden als in Österreich. Österreichs Eiererzeuger befürchten daher eine deutliche Zunahme der Importe vor allem von Käfigeiern. Das kann letztlich dazu führen, dass viele Betriebe die Hennenhaltung aufgeben werden. Daher appellieren die österreichischen Eierbauern an den Handel und verlangen gerechte Preise für heimische Qualitätseier.
Rudolf Schwarzböck, Vorsitzender der PRÄKO der Landwirtschaftskammern Österreichs, erläutert: „Für das verarbeitete „anonyme“ Ei werden praktisch nur Eier aus Käfighaltung bzw. Eier zu äußerst niedrigen Preisen (Überschussware) nachgefragt. Diese Ware wird zu einem großen Teil aus dem übrigen EU-Raum bzw. aus osteuropäischen Ländern und teilweise „Entwicklungsländern“ eingeführt. Die Standards, vor allem in Hinblick auf den Tierschutz, unterscheiden sich in den letztgenannten Staaten gegenüber Österreich beträchtlich.”
Studie
Die Konsumentenschützer der Salzburger Arbeiterkammer und der Bioverband “Bio-Ernte Austria” wollten es genau wissen und starteten eine Erhebung in Stadt und Land Salzburg. Das Ergebnis: Noch immer verwenden rund ein Viertel der Gastronomen Eier aus Käfighaltung. Mit den Eiern aus Bodenhaltung setzt nach wie vor jeder zweite Gastronom auf Eier aus nicht artgerechter Tierhaltung. Dennoch ist ein erfreulicher Trend festzustellen: Immer mehr Konditoren, Cafetiers und Wirte verwenden in Küche und Backstube Freiland-Eier und wertvolle Bio-Eier. Beim Griff zu Bio-Eiern zeigt das Ergebnis ein Land-Stadt-Gefälle. Während Gastronomen am Land vermehrt zu Bio-Eiern greifen, sind dies in der Stadt Salzburg fast nur die von Bio-Ernte zertifizierten Bio-Gastronomen.

Nährwerte
Vitamine und Kalorien im Hühnerei (58g)

1 Stück Eidotter 68 kcal
1 Stück Eiklar 16 kcal
1 Stück Hühnerei 84kcal
100 g Hühnervolleipulver 587 kcal
Protein 7,5g
Fett 6,5g
Cholesterin 229,7mg
Vitamin A 157,9µg
Vitamin D 1,7µg
Vitamin E 1,3 mg
Vitamin K 27,6 µg
Vitamin B1 58 µg
Vitamin B2 179,8 µg
Vitamin B6 48,7 µg
Vitamin B12 1,1 µg
Folsäure 38,9 µg
Kalium 85,3 mg
Magnesium 7 mg
Calcium 32,5 mg
Eisen 1,2 mg
Jod 5,7 µg

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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