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Franz Kirchweger, Obmann der Erzeugergemeinschaft Frischei, Josef Moosbrugger, Präsident der LK Österreich, und Martin Greßl, Leiter des Qualitätsmanagements der AMA-Marketing (v. l.).

Eier-Herkunft wird nachweisbar

18.04.2019

Bei Frischeiern ist eine Kennzeichnung der Eier mit Haltungsform und Herkunftsland in Österreich schon lange Pflicht. Bei verarbeiteten Produkten wird der Ursprung der Eier jedoch meist nicht angegeben. Mit einer neuen Richtlinie für Eiprodukte schafft die AMA nun Klarheit

Zwei Drittel des Eibedarfs werden als Frischei gekauft. Der Rest wird in der Gastronomie und Verarbeitung verwendet. Ob pasteurisiertes Eigelb, Vollei, Eigelbpulver oder Volleipulver, ebenso wie Halbfertigprodukte wie zum Beispiel Eierspeise – diese Ei-Produkte sind aus vielen Großküchen nicht wegzudenken. Sie sind praktisch und beschleunigen die Herstellung der Mahlzeiten. Allerdings ist in den meisten Fällen nicht nachvollziehbar, woher der Rohstoff Ei kommt und welche Haltungsbedingungen vorherrschten. So ist Österreich mit der Herkunftskennzeichnung zwar schon länger Vorreiter in Sachen Frischei, bei Halbfertigprodukten und Co jedoch herrschte bislang Unklarheit. 

„Anonymer Rohstoff“

21 Prozent der Eier kommen als Flüssigei in den Handel, sieben Prozent werden als Trockenei verarbeitet. 30 Prozent der verkauften Eier landen in der Gastronomie, 23 Prozent kommen in die verarbeitende Industrie – oft als „anonymer Rohstoff“, dessen Herkunft nicht ganz klar ist. Die AMA startet deshalb in Kürze mit der neuen Richtlinie für die durchgängige Absicherung von Qualität und Herkunft von Eiprodukten. Martin Greßl, Leiter des Qualitätsmanagements der AMA, sieht die Richtlinie als Angebot für mehr Transparenz in der Verarbeitung: „Jedes Ei, das einen AMA-Gütesiegel-Lege-
hennenbetrieb verlässt, ist gestempelt und gibt den Konsumenten beim Einkauf von frischen Eiern Information über Herkunft und Haltungsform. Bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln oder Kuchen ist die Herkunft des Rohstoffes Ei kaum nachvollziehbar. Mit unserer neuen Richtlinie sichern wir nun Flüssigei und Eipulver durchgängig ab, damit die Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Verarbeiter die Haltungsform und Herkunft der Eier klar angeben können.“ 

Klarheit für Gäste

Für Gastronomen bedeutet das: Sie können künftig klar kommunizieren, woher die Rohstoffe für Kaiserschmarrn, Eierspeise und Co kommen. Ein Wermutstropfen: Die AMA-Produkte sind etwa ein Drittel teurer als die Konkurrenzprodukte ohne Herkunftsnachweis. Zur Herstellung von AMA-Gütesiegel-Eiprodukten dürfen nur Hühnereier aus Boden-, Freiland- oder biologischer Haltung eingesetzt werden. Diese müssen von AMA-Legehennenbetrieben stammen. „Die österreichischen Konsumenten legen Wert auf die hohe Qualität ihrer Lebensmittel und wollen heute wissen, woher diese stammen. Mit der Herkunftskennzeichnung von Eiprodukten bekommt der Gastronom die Chance, klar zu kommunizieren, woher seine Rohstoffe kommen“, erklärte LK-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger im Rahmen einer Pressekonferenz. Mit der Richtlinie nehme Österreich eine Vorreiterrolle in Europa ein. In einer eigenen Aussendung meint Vier-Pfoten-Präsident Heli Dungler: „Nur mit ausreichenden Informationen können Konsumenten bewusste Entscheidungen in Richtung Tierwohl treffen. Und das ist gleichzeitig ihr gutes Recht.“

Autor/in:
Karin Bornett
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