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Ein eigenes Apartment direkt am See, sozusagen erste Reihe fußfrei, gehört nach wie vor zu den Taumobjekten der Reichen dieses Landes.

27.11.2003

Die ÖGZ-Coverstory

Rund um den Wörther See hat sich ein neues Hotelkonzept durchgesetzt. Hotelanlagen werden gemeinsam mit dazugehörigen Eigentumswohnungen errichtet. Das birgt Chancen, aber auch Risken.
In der Vergangenheit blieb dieser Traum für die meisten unerfüllt, weil die Zahl an entsprechend gewidmeten Seegrundstücken beschränkt war.
Findige Hoteliers haben sich die starke Nachfrage nach dem Traum „Eigentum am See“ zunutze gemacht, und entweder beim Neubau (Hotel Aenea in Sekirn) oder der großzügigen Renovierung (Schloss Seefels) Apartment-Häuser mit Eigentumswohnungen errichtet.

Schlüssel zum Jahresbetrieb?
Das hilft einerseits dabei, die beträchtlichen Investitionssummen auf mehrere Schultern – sprich Eigentümer – zu verteilen. Egon Haupt, Direktor des Hotel Schloss Seefels, sieht jedoch noch zahlreiche andere Vorteile: „Die Wohnungseigentümer können die gesamte Hotelinfrastruktur, vom Wellnessbereich übers Restaurant bis zum Badestrand mitbenutzen, wobei ihnen ein 10%iger Bonus eingeräumt wird. Die Eigentümer fungieren jedoch auch als ‚Botschafter‘ des Hotels und laden gerne ihre Freunde zu sich, sprich: zu uns ins Hotel ein.“ Gerade in der Vor- und Nachsaison macht die zusätzliche Nachfrage durch die Apartmentbesitzer den Ganzjahresbetrieb, den das Hotel Schloss Seefels seit vergangenem Jahr fährt, erst lukrativ. Die insgesamt 30 Apartments in zwei getrennten Baukörpern sind unterirdisch mit dem Hotel verbunden. Eine örtliche Trennung der Objekte wie auch ein entsprechend großzügig gestalteter Freizeitbereich sind notwendig, um das mögliche Konfliktpotenzial zwischen ruhesuchenden Eigentümern und ausgelassenen Hotelgästen zu entschärfen.

„Ich bin kein prinzipieller Gegner dieses Konzepts“, erklärt KR Anton Wrann, Vorsteher der Hotellerie Kärntens und Hotelier in Velden, „trotzdem muss man die Folgen für die touristische Entwicklung der gesamten Region entsprechend berücksichtigen. Wenn der Mix nicht stimmt und Tourismusorte zu leeren Bettenburgen werden, leidet die gesamte Region darunter. Außerdem sind solche Entscheidungen unumkehrbar.“

Aber auch im Sinn der Fairness für alle beteiligten Betriebe, also jenen, die direkt am See in den so genannten touristischen Kernzonen liegen und denen in der „zweiten Reihe“, sind die Gemeinden aufgefordert, über jährliche Infrastrukturbeiträge der Wohn-Eigentümer als Ersatz für die Ortstaxe einzuheben. Hier sind sich KR Wrann und Tourismus-Experte Dr. Manfred Kohl (siehe nebenstehenden Artikel) einig.

Größere Projekte wie etwa das im Juni in Sekirn eröffnete Aenea hätten sich ohne die Errichtung von 54 Eigentumswohnungen in zwei separaten Gebäuden nicht finanzieren lassen. Statt der baufälligen Ruine des ehemaligen Hotels Korotan strahlt am Südufer des Wörther Sees jetzt eines der schönsten 5-Stern-Hotels Österreichs. Damit dies möglich war, wurde die Süduferstraße untertunnelt. Außerdem wurde ein eigener Lift zum Seeufer gebaut und großzügige Freizeitanlagen (Hallenbad, Tennis-plätze, etc.) geschaffen. Alleine mit der Vermietung der fünfzehn Suiten des Aeneas, hätten sich diese Investitionen niemals gerechnet, so Geschäftsführerin Karin Lanner.
Das Gleiche gilt für das Schlosshotel Velden, das (unter anderem) wegen der nicht erteilten Umwidmung die letzten dreizehn Jahre nur im Fernsehen lebte. Seit dem Verkauf von Gunter Sachs an die Hypo Kärnten im heurigen Frühjahr und die in Aussicht gestellte Umwidmung für die Errichtung von Eigentumsappartments im sieben Hektar großen Schlosspark (aber nicht im Schloss selbst), dürfte das Wahrzeichen Veldens ab 2005 wieder in alter Pracht strahlen. Als Schloss mit vielen Besitzern.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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