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Eine Million Euro investierte das Land Thüringen in den Umbau seiner Tourismusinformation, aus der eine virtuelle Erlebniswelt wurde.

Ein Erlebnis aus Klang, Raum und Bild

29.08.2018

Thüringen setzt bei der touristischen Vermarktung voll auf digitales Erleben. Wir haben uns das vor Ort angeschaut und sind begeistert.

Stadtpläne, Hotelbroschüren, Souvenirs: Was die Basis für Touristeninformationen in vielen Städten ist, wird in Thüringen auf ein neues Niveau gehoben: Statt auf das übliche Konzept zu setzen, geht die Thüringer Tourismus GmbH mit einer virtuellen Erlebniswelt und dem ersten digitalen Ausstellungsraum für ein Bundesland neue Wege. In der umgebauten Touristeninformationen am Hauptbahnhof Erfurt können Touristen nach ihrer Ankunft Thüringen digital erleben – im Ausstellungsraum „360 Grad – Thüringen Digital Entdecken“. 

Ein Roboter präsentiert Thementouren, Silhouetten von Martin Luther, Johann Sebastian Bach oder Walter Gropius informieren über Thüringen, und dank Virtual-Reality-Technik reisen Touristen durch das Bundesland, ohne die Touristeninformation zu verlassen – von der Drachenschlucht bei Eisenach zur historischen Wartburg, vom Rokokosaal der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar ins Zeiss-Planetarium in Jena. 

Für die Einrichtung der Erlebniswelt inklusive des Umbaus der alten Touristeninformation hat das Wirtschaftsministerium eine Million Euro zur Verfügung gestellt. „Digitale Ausstellungsräume werden bereits erfolgreich von der Wirtschaft genutzt. Mit der virtuellen Erlebniswelt wollen wir dieses Konzept für Thüringen nutzen und so auch in der Vermarktung neue Wege gehen“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Die virtuelle Erlebniswelt soll zu einem Highlight mit überregionaler Strahlkraft werden“, ergänzt Bärbel Grönegres, Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH. „Ein interaktives Thüringen-Modell mit Roboter-Guide, Thementouren und VR-Kino präsentiert Natur, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Leben. So entsteht ein Thüringen-Erlebnis aus Klang, Raum und Bild.“ 

Warum das Projekt so innovativ ist? Hier sind fünf Gründe:

Altbewährtes wurde neu interpretiert
So neu die Idee ist, eine Tourismusinformation digital zu inszenieren: Das Konzept der Kundenbetreuung bleibt bestehen. Zwei Räume sind virtuell erlebbar, ein Raum bewahrt sich den Charakter einer Touristeninformation und berät Besucher.

Social Media wird zur Informationsquelle 
Eine Social-Media-Wand animiert Touristen, Fotos unter dem Hashtag #360GradThüringen auf Facebook, Instagram oder Twitter zu posten. Das inspiriert nicht nur, sich jene Orte anzuschauen, sondern auch, selber interaktiv zu sein.

Das Virtual-Reality-Erlebnis ist kostenlos
Wie bei jeder Touristeninformation sind Besuch, Beratung und Nutzung der Informationen kostenlos; in Erfurt wird aber auch für den Besuch der digitalen Ausstellungsräume kein Eintritt verlangt.

Lokale Partner werden integriert
Lokale Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur werden integriert: Die VR-Brillen kommen von der Firma Zeiss, die Bauhaus-Universität Weimar stand beratend zur Seite, Kahla Porzellan stellt als Erster von wechselnden Partnern aus. 

Es zählt Klasse statt Masse 
Statt Kitsch werden nur lokale Souvenirs verkauft. Neben hausgemachtem Senf und handgemachten Accessoires gibt es Playmobilfiguren von Luther, Goethe und Schiller – weil sie wie Playmobil-Gründer Hans Beck hier geboren wurden.

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