Direkt zum Inhalt

Ein Grund zum Feiern …

04.11.2010

Seit 75 Jahren wird im Café Hummel Gastlichkeit, Gastfreundschaft und Wiener Kaffeehauskultur gelebt

Den Festanstich des eigens von Gösser für diesen Anlass gebrau­ten Biers nahm FG Obmann der Kaffeehäuser Wien Berndt Querfeld vor

Sie ist Kaffeesiederin aus Leidenschaft. Christina Hummel führt das Café, das ihr Großvater 1935 als Café Parzifal kaufte, in dritter Generation. Die Festrede bereitete ihr ein paar schlaflose Nächte; dann fragte Sie sich, was wäre, wenn mein Großvater, den sie nicht mehr kennenlernen durfte, heute auf einen Kaffee vorbeikommen würde, was würde Sie ihm erzählen? „Er würde wie mein Vater fragen: „Madl wie läuft das G´schäft?“. Schnapserln werden immer weniger getrunken, aber gegessen wird mehr, unser Gulasch ist stadtbekannt. Ja, den Klubraum mit den Billardtischen gibt es halt nicht mehr, da stehen jetzt sechs Flachbildschirme, und die Gäste können drei verschiedene Fußballspiele gleichzeitig schauen. Lang ist´s her, ich weiß, du hast mit sechs Mitarbeitern begonnen, wir haben jetzt 33, und manche arbeiten für uns schon seit 15 oder 20 Jahren. Obwohl ich das Geschäft 2005 von meinen Eltern Elisabeth und Georg übernommen habe, unterstützen sie mich nach wie vor, damit ich auch ein bisschen Freizeit genießen kann; und so habe ich beim Ausgehen Georg, den Mann meines Lebens, kennengelernt und im November 2009 geheiratet.“

75 Jahre Hummel in fünf Minuten – ein historischer Rückblick. Dass das Café nicht nur rosige Zeiten erlebte, erzählte Georg Hummel; 1939 musste das Café zusperren, wurde während des zweiten Weltkriegs Zensurstelle für die Kriegsgefangenen Ost und konnte erst Ende 1946 wieder aufsperren. Der größte Umbau des Café-Restaurants erfolgte 1973, und 1985 konnte mit dem geänderten Vorplatz auf der Josefstädter Straße der Schanigarten eröffnet werden. Heute bewirtet man im Café Hummel bis zu 1.500 Gäste pro Tag. „Müsste ich die Urlaubszeit, die meine Frau nicht konsumiert hat, auszahlen, müssten wir das Licht abdrehen“, so Georg Hummels launige Dankesworte an seine Gattin Elisabeth. Die Lacher hatte er natürlich auf seiner Seite. 75 Jahre Hummel heißt auch Danke sagen den Lieferanten, Kaffeehaus-Kollegen und Stammgästen. „Gösser beliefert uns seit der Hummel-Geburtsstunde, die Bäckerei Hammerschmid bringt uns seit 40 Jahren frisches Brot und Gebäck, und Meinl Kaffee wird bei uns seit 30 Jahren gebrüht.“

Schließlich meinte der FG Obmann der Kaffeehäuser Wien Berndt Querfeld: „Ich kann mich kurz fassen, denn die Vorredner mit ihren fünfseitigen Manuskripten haben alles schon gesagt; und so freut es mich, dass im Café Hummel der Fortbestand der Wiener Kaffeesieder gesichert ist.“

Ein Blick in die Zukunft: „Es ist ein größerer Umbau geplant, aber der soll so jedenfalls ausfallen, dass ihn die Stammgäste nicht merken; aber ich suche schon heute die Gäste von morgen - und da muss man sich verändern“, meint Christina Hummel und eröffnete das Buffet mit Wiener Kaffeehausschmankerln.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
26.09.2019

Den zehnten Geburtstag feiert der C&C-Markt in Wien-Penzing am 15. Oktober mit Käse- und Antipasti-Buffet sowie Weinverkostung.

Marion Ebner-Ebenauer beim Degorgieren.
Szene
12.08.2019

Große Feier am Weingut Ebner-Ebenauer: 200 Gäste kamen.

Jennifer und Florian Salchenegger bei der Zehn-Jahr-Feier der Bettel-Alm.
Gastronomie
03.10.2018

Mit Energie, Ideen, Zusammenhalt und der richtigen Firmenkultur kommt auch der Erfolg: Seit zehn Jahren gibt es die Bettel-Alm in der Wiener Innenstadt. Ein Porträt. 

Jasmin Haider-Stadler nebst Rafael Topf und AWA-Mitgliedern.
Gastronomie
08.04.2018

20-Jahr-Jubiläum: Austrian-Whisky-Association-Brenner dankten ihrem ersten „Botschafter“.

Die Sammlung feiert die Wiener Kaffeehauskultur.
Cafe
04.10.2017

Im fünften Wiener Gemeindebezirk bietet das Kaffeemuseum unter neuer Führung ein Kaffee Kompetenz Zentrum. Die ÖGZ hat sich dort umgesehen

Werbung