Direkt zum Inhalt

Ein Hoch auf die soziale Integration!

18.05.2017

Der Salzburger Wirt Wolfgang Schwaiger hat ein Problem. „Wenn ein Punk mein Lokal betritt, haut das konservative Publikum schnell ab.“ Schwaiger gibt aber nicht auf. Er will unterschiedliche Gesellschaftsgruppen verbinden – und das seit 30 Jahren. Unweit des Salzburger Mirabellplatzes führt er dazu das Café-Restaurant Shakespeare mit aufopferndem Enthusiasmus. Seine Zielsetzung: Über Kunst und Kultur – an den Wänden hängen wechselnde Ausstellungen von bildenden Künstlern, im Hinterzimmer hat er einen Veranstaltungsraum für Theater, Musik und zum Feiern – sollen die Leute zusammenkommen. Der Wirt fördert dadurch in erster Linie junge Kunstschaffende, die in den Räumlichkeiten ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren können. Willkommen ist alles, Kunst soll in kein Korsett gepresst werden.  

Erfolg ist relativ

Marketingleute würden Schwaiger erklären, sich auf eine Zielgruppe zu konzentrieren und sich vermutlich auch gleich dabei die Zähne am Wirten ausbeißen. Denn Schwaiger zieht seine Vorstellung von einem Lokal, das als ein Ort der Begegnung funktioniert, konsequent durch. Mit Erfolg? Schwaiger lacht. Erfolg sei relativ, meint er. Es sei jedenfalls ein Erfolg, dass es sein Lokal schon drei Dekaden lang gibt.

Betriebswirtschaftlich gesehen, gibt es am Shakespeare sicher manches auszusetzen. Etwa, dass man beim Anblick der Speisekarte nicht glaubt, hier etwas anderes als einfaches Convenience-Food zu bekommen (ist aber nicht so!). Herr Schwaiger könnte also ein wenig an der Speisekartenpräsentation arbeiten. Aber letztlich gefällt es, dass ein Wirt so bedingungslos seine Vorstellungen zur gesellschaftlichen Integration durch Kunst vorantreibt. Darum: ein Hoch auf Shakespeare! 

Autor/in:
Daniel Nutz
Werbung

Weiterführende Themen

In Bezug auf die Vergangenheit gibt sich Karl Schirnhofer (Bild) durchaus selbstkritisch: „Ich habe da in einer eigenen Welt gelebt, mich abgekapselt“.
Gastronomie
08.06.2017

Der im Zuge der Zielpunkt-Pleite insolvent gewordene steirische Fleischproduzent Schirnhofer hat den Turnaround geschafft und setzt auf die tierwohlgerechte Marke Almo 

Die Zukunft des alpinen Tourismus muss mit dem Klimawandel rechnen.
Tourismus
06.06.2017

Mit einem in Europa einzigartigen Förderprogramm werden heimische (Tourismus-)Regionen mit bis zu 40.000 Euro bei der Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel unterstützt ...

Hotellerie
01.06.2017

In Salzburg werden die Bedingungen für Online-Wohnungsvermittler wie Airbnb, 9flats oder Wimdu demnächst deutlich verschärft. 

Die Sieger des Zipfer Tourismuspreis 2017 mit dem begehrten Pokal im Kreis der Sponsoren und Juroren.
Tourismus
26.05.2017

Eine neue Idee für die traditionelle Wintersaisoneröffnung gewann den Zipfer Tourismuspreis 2017: Ice Cross Downhill aus Wagrain-Kleinarl. Regionale Produkte und Aprés Ski vereint ein innovatives ...

Hotellerie
24.05.2017

Wie spreche ich Gäste mit Handicap an, was kostet Barrierefreiheit, und bringt es auch etwas für die Standardgäste? Die ÖGZ hat bei Expertin Kornelia Grundmann nachgefragt.

 

Werbung