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Ein Rindvieh als Botschafter

04.07.2008

Ein Besuch in der Heimat von Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister zahlt sich aus. Genuss-Profi Josef Schmutzer, Gastronom in Winzendorf und Niederösterreichs Top-Wirt 2007, war einer der Ersten, der das touristische Potenzial der Region erkannt und gefördert hat.

Josef Schmutzer (l.), Chef des Gasthauses Schmutzer in Winzendorf, setzt auf regionales Fleisch und Produkte aus der Umgebung – beispielsweise von Franz Garber, einem Bio-Bauern aus Waldegg

Doch man muss nicht zum höchsten Berg Niederösterreichs fahren, um das schmackhafte Rindfleisch zu genießen. Die Firma Radatz, Partner der „Allianz für starke Regionen“, bietet das Fleisch in seinen Wiener Filialen zum Verkauf.
Dass Schmutzer auf die Verwendung von regionalen Produkten setzt, steht für ihn außer Frage: „Der Gast wünscht authentische Produkte. Nur diese sind unverwechselbar und bringen die Region kulinarisch näher.“ Schmutzer weiß, wovon er redet, war doch der 47-Jährige einer der Initiatoren des „Schneebergland“. „Die Idee kam ein paar findigen Gastronomen vor sechs Jahren“, so der Quereinsteiger, der bis zum Alter von 27 Jahren als Bauingenieur tätig war, bevor er in den elterlichen Betrieb einstieg. „Wir haben hier eine Region, die ins östliche Flachland ragt, aber auch in den alpinen Raum.“
Mit der Entwicklung der Region „Schneebergland“ zeigt sich der fünffache Familienvater und begeisterte Gleitschirmflieger sehr zufrieden. „Anfangs noch mit sehr viel Arbeit verbunden, läuft alles immer besser“, so der Obmann des Tourismusverbandes Schneebergland. „Hilfreich sind uns natürlich Aktionen wie die Genuss Region Österreich. Die Ernennung zur Genuss Region trägt enorm zur Weiterentwicklung des Schneeberglandes bei.“
Hoher Anteil an Direktvermarktung
Das Schneebergland Jungrind ist auf den beiden Karten des Gasthaus Schmutzer – es gibt einen Hauben- und einen Wirtshausbereich – ausgewiesen. „Wir sind von der außerordentlichen Qualität des Fleisches überzeugt. Überdies bleibt der Mehrwert des Produktes in der Region“, erläutert Schmutzer. Einer der Produzenten ist Franz Garber, der gemeinsam mit seiner Frau Hannelore einen 29 Hektar-Biobetrieb führt und jährlich 18–20 Stück des Jungrinds in den Verkauf bringt. Rund 80 Prozent des Fleisches wird direkt vermarktet, der Rest geht an eine Fleischerei in Wöllersdorf. Derzeit sind 42 Betriebe im Verband Schneebergland Beef vereint. Größter Bezieher ist Allianz-Partner Radatz, der wöchentlich 12 Stück des hochwertigen Fleisches verarbeitet.
„Das Fleisch findet bei uns reißenden Absatz“, berichtet Firmenchef Dr. Franz Radatz. Mit dem Jungrind wird sowohl die rind- als auch die kalbsfleischliebende Klientel bedient. „Die Zartheit und hohe Qualität durch die Mutterkuhhaltung und Milchfütterung sucht ihresgleichen“, sagt Radatz, der das Schneebergland Beef seit nunmehr elf Jahren im Sortiment hat. Genuss-Profi Schmutz begrüßt die Vermarktung des Schneebergland Jungrindes durch Radatz in Wien. „So wird unsere Region nicht zuletzt auch touristisch beworben. Denn das Schneebergland ist ja ein prima Ausflugs- und Naherholungsziel für die Hauptstädter.“
Strenge Auflagen
Die Schneebergland-Jungrind-Betriebe sind strengen Kriterien unterworfen. „Der Stier muss ein Limousin oder Charolais sein. Diese französischen Rassen garantieren ausgeprägte Bemuskelung und hohe Fleischqualität“, berichtet Bio-Landwirt Franz Garber. Gekreuzt wird der Stier mit Fleckvieh oder deren Kreuzungen. „Hintergrund ist die Milchleistung dieser Rassen, denn schließlich ist Mutterkuhhaltung vorgeschrieben“, erklärt der 52-Jährige. Zudem dürfen die Rinder nur in Laufställen untergebracht werden und müssen ständig die Möglichkeit haben, ins Freie zu kommen. „Die Gastronomie kann über solche Produkte wie unser Jungrind nur froh sein“, sagt er. „Der Tourismus beginnt bei der landwirtschaftlichen Vermarktung. Dafür braucht man ein Produkt mit Herkunft und Qualität – beides ist beim Schneebergland Jungrind gegeben.“

Landgasthaus Schmutzer,
Hauptstraße 12, 2722 Winzendorf, Tel.: 0 26 38/222 37,
www.gasthaus-schmutzer.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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